Deutsche und französische Radsportler gemeinsam für Europa unterwegs

50. Jubiläumstour hatte nur Sieger

Hardo Diel wurde für 40 Jahre Partnerschaft auf dem Rennrad geehrt

19.06.2017 - 11:51

Montabaur/Nassau. „Wo Gefahr ist, wächst auch das Rettende“ meinte schon Hölderlin. Gefahr bestand für die fast zwei Dutzend Radler der 50. grenzüberschreitenden deutsch-französischen Jubiläumstour der „Equipe France“ auf 1.215 km nur bei einem schweren Gewitter. Doch das Rettende in Form von besserem Wetter nahte bald. Doch sonst kamen die Radler des RSV Oranien Nassau und der RSG Montabaur ebenso wie ihre französischen Freunde nach acht langen Etappen sturzfrei und um viele tolle Eindrücke reicher in der Bretagne an.

Schon der verregnete Start in Nassau war dem bundesweit einzigartigen Jubiläum einer 50. Deutsch-Französischen Radsportbegegnung angemessen. Neben dem aktuellen Stadtbürgermeister schickten gleich fünf ehemalige Chefs der Lahnstadt mit „großem Bahnhof“ die Radler auf die Strecke bis in die Partnerstadt Pont-Chateau in der Bretagne.

Mit Start im Regen und schweren 181 km wurde Trier als 1. Etappenziel erreicht, wo man beim Abendspaziergang auf den Spuren der Römer wandelte. Dass es den Radlern nicht nur um ihren Sport, sondern auch um die europäische Idee geht, unterstrichen sie am zweiten Tag mit einem Stopp im luxemburgischen Schengen. Beim Anblick des AKW Cattenom (und später in Chinon) machten sich jeder so seine Gedanken über die saubere Energieerzeugung im eigenen Land.

Auf den Etappen drei und vier durch überwiegend landwirtschaftlich genutzte Regionen in Frankreich wurden die zuvor gut trainierten Muskeln der Equipe dann stark beansprucht. Ursache dafür war teilweise extremer Sturm mit Windstärke 8 bis 9 von vorne. Dabei zeigte sich in der einen oder anderen Situation, dass nicht alle Radler gleichermaßen psychisch belastbar sind und einige doch sehr schnell zu hektischen Reaktionen neigen. Doch eine stabile Gruppe fängt auch sowas auf.

Etappe sechs führte dann erstmals an die Loire und damit auch zu bekannten Schlössern und urigen Weinkellern. Besonders gefielen hier die in den Fels gehauenen Höhlen für die Championzucht. Nach Etappe sieben durch den Anjou wurde dann auf der Schlussetappe die südliche Bretagne und als Tourziel die Nassauer Partnerstadt Pont-Chateau erreicht.

Die einzelnen Etappenziele waren auch danach ausgewählt, dass dort möglichst ein Bezug zur Literatur besteht. So wurde in einem Ort der legendäre Francois Villon gefangen gehalten und in Meung-s-Loire nehmen die drei Musketiere von Alexandre Dumas ihren Ursprung. Nicht zu übersehen waren in dem malerischen Dorf Sache‘ als sechstes Etappenziel die Spuren von Honore‘ de Balzac.

In Pont-Chateau wurde die Equipe von Stadtbürgermeisterin Danielle Cornet auf dem Calvarienberg begrüßt und die Leistung der Radler für die deutsch-französische Freundschaft mit einem festlichen Abendessen auf Kosten der Stadt gewürdigt. Dabei wurde Hardo Diel (Daubach) von der Stadtchefin mit der Verdienstmedaille der Stadt für sein langjähriges Wirken über 40 Jahre für die Partnerschaft auf dem Rennrad ausgezeichnet. Der Radsportveteran erinnerte daran, wie so eine Etappenfahrt früher auch ohne Handy funktionierte. „Wenn etwas unklar war, mussten alle eine Telefonnummer daheim anrufen, die als Infostelle fungierte“, so Diel.

Eine Auszeichnung verdient hatten sicher auch die Teambusfahrer Dieter Lehmann (Montabaur) und Stefan Wilhelmi (MT-Bladernheim), die gemeinsam mit Annelie Diel (Daubach) die Radler tagsüber mit Speis und Trank versorgten und immer da waren, wo sie gebraucht wurden. Wenig Arbeit hatte dagegen der zur Equipe gehörende Rettungssanitäter. Gut funktioniert hat der erstmalige Einsatz eines Navisystems bei so einer langen Etappenfahrt. Gedankt wurde dem Land-Rheinland-Pfalz und der Sparkasse Westerwald-Sieg sowie der Lotto-Stiftung für ihre Unterstützung.

Der Tag nach der Schlussetappe steht bei der Equipe France traditionell ganz im Zeichen touristischer Attraktionen in der Zielregion. Entspannt wurde am Strand von Dagan und beim Besuch des alten Fischerstädtchens La Roche-Bernard, das auch als Tor zur Bretagne gesehen wird. Beim Abendessen stand dann die Auswertung der französischen Parlamentswahl im Mittelpunkt.

Einziger Neuling der Equipe war Michael Haberstock (MT-Ettersdorf), der die Tour nicht nur durchhielt, sondern auch anerkennend feststellte: „So faszinierend habe ich mir so eine Etappenfahrt mit französischen Radsportfreunden nicht vorgestellt“. Einem der Radler – Christoph Krätz aus MT-Bladernheim – gefiel die Strecke so gut, dass er sie allein auch zurück bis in die Heimat im Gelbachtal auf dem Drahtesel bewältigte.

Nach der 50. Jubiläumstour ist auch für 2018 bereits eine grenzüberschreitende Radsportbegegnung in Planung. Dann kommt Anfang Juli die große Tour de France in die Bretagne und die Equipe France will dies zum Anlass nehmen, dort in dieser Zeit eine kleine Rundfahrt zu starten und die großen Stars dabei hautnah zu erleben. Sozusagen als „Tour on Tour“. Termin könnten der 30. Juni bis 7. Juli sein.

Neue deutsch-französische Radler und Unterstützter des Projektes sind immer willkommen. Weitere Infos gerne per Mail unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de.

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Kommentare
Gudrun Freier:
Schön, dieser Bericht von dem großen Ereignis
Michael Daum:
Es ist wirklich unfassbar! Jetzt wo das bestellte Gutachten nicht das erhoffte Ergebnis zeigt, ist es plötzlich nicht aussagekräftig bzw. war nicht umfangreich genug. Da man sich ja offenbar so in die alternativlose Einschätzung verrannt hat, dass Bad Breisig ohne Therme nicht vorstellbar ist, fragt man sich doch, warum man dann Geld (ich meine mal etwas von 30.000€ gelesen zu haben) für ein Gutachten verschwendet. Offenbar sind nur Gutachten, die die eigene Weltsicht unterstützen, ordentliche Gutachten. Und wenn die Ergebnisse erst dann vorliegen, nachdem die Weichen für eine Sanierung schon gestellt sind, spricht das auch für sich. Eine merkwürdige Einstellung und sicherlich eine gute Erklärung für die vielen Probleme der Stadt. Wenn man auf die hohe Lebensqualität in der Stadt abstellt, so sollte man vielleicht auch mal darlegen, wie man diese auf lange Sicht zu finanzieren gedenkt. Leider ist die Enteignung der Bürger über immer höhere Steuern und Abgaben ja zu einfach.
Uwe Klasen:
Sehr geehrter Herr Müller, vielen Dank dass Sie mit jeder Zeile ihrer Kommentare meinen Eindruck, den ich von ihnen gewonnen habe, bestätigen! Zum Leidwesen der meisten anderen Menschen scheinen Sie sehr Intolerant zu sein und Andersdenkende lieber zu diffamieren anstatt sich mit diesen Menschen auseinanderzusetzen bzw. auch deren Meinung gelten zu lassen!
juergen mueller:
Ich müsste mich eigentlich glücklich schätzen erfahren zu dürfen, dass es Menschen wie Sie gibt, die nie interpretieren, dafür aber aus dem Belehren nicht mehr herauskommen, was wie eine Zwangsjacke sein muss, deren Leben wohl nur aus Sachlichkeit und Objektivität besteht, Menschen, die andere, die nicht Ihre Meinung vertreten, in eine Schublade stecken und ihnen geistige Grundlagen unterstellen, die unsere Demokratie gefährden. Mein lieber Herr Klasen, nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich habe mein Leben lang mit Klugscheissern wie Ihnen zu tun gehabt und dies auch noch heil und geistig frisch überstanden u. mir meine persönliche, demokratisch verordnete Gedankenwelt erhalten. Und was mein Recht ist oder nicht, das können Sie selbst in Erfahrung bringen, wenn Sie sich einmal mit dem Wort Demokratie auseinandersetzen. Hierzu interpretiere ich z.B. WIKIPEDIA.
Uwe Klasen:
Her Mueller, Sie interpretieren anstatt sachlich und objektiv zu beurteilen! Es ist ihr gutes Recht ihre Ansichten bzgl. anderen Parteien kund zu tun, aber damit einhergehend ist es NICHT ihr Recht, Andersdenkenden etwas Vorzuwerfen was nicht ihrer persönlichen Gedankenwelt entspricht und dafür noch geistige Konstrukte zu bemühen die in dieser Art und Weise nicht existieren! Von welcher Partei werden die Autos der Mitglieder verbrannt oder die Hauswände ihrer Wohnhäuser (bestenfalls) mit Farbe beschmiert, welcher Partei werden regelmäßig die Büros zerstört? Das solche, undemokratischen (!), Handlungen, die auch auf solch geistigen Grundlagen wie z.B. ihren Kommentaren beruhen, wird die Demokratie MEHR gefährdet als durch die "AfD" oder "Die Linke"! Übrigens, eine direkte Demokratie, wie z.B. die, seit Jahrhunderten, funktionierende und sich daraus immer weiter entwickelnde Schweiz ist, entgegen ihren Ansichten, eine durchaus gute funktionierende Demokratie!
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