St. Nikolaus Schifferverein Urmitz-Rhein hat sich nach 94 Jahren aufgelöst

Eine Ära geht zu Ende

Außerordentliche Mitgliederversammlung bestätigt einstimmig und unter emotionalem Einfluss die Auflösung

20.03.2017 - 07:47

Urmitz. Die Stimmung war sehr bedrückend, doch die 23 anwesenden Mitglieder des St. Nikolaus Schifferverein Urmitz-Rhein waren sich einig und stimmten der Auflösung des Vereins geschlossen zu. Schon seit Menschengedenken ist Urmitz als Schifferort bekannt. Aus einer Versammlung von 40 Schiffern wurde am 26. Mai 1923 der Schifferverein gegründet.

Bei der am gleichen Tag stattfindenden Vorstandswahl wurde Johann Höfer zum 1. Vorsitzenden gewählt. Zuletzt inne hatte im Jahr 2017 den ersten Vorsitz Friedhelm Elingshausen, der dann unverhofft am 3. März 2017 verstorben ist. Es war zwingend vorgeschrieben eine außerordentliche Mitgliedersitzung einzuberufen, wenn ein Verein aufgelöst werden soll. So trafen sich die Mitglieder zu einer letzten Sitzung im großen Saal im Gasthaus „Zum Anker“. Eine Schweigeminute eröffnete die Sitzung. Doch dann stellte der zweite Vorsitzende, Friedhelm Repp noch einmal die Frage, ob jemand noch Ambitionen habe, den Vorstand zu übernehmen und ob der Verein weiter geführt werden sollte. Doch hierauf folgte nur ein kollektives Schweigen und so kam es direkt zur Abstimmung. Durch offenes Handzeichen wurde dann die Auflösung einstimmig beschlossen. Nun muss der Verein noch ein Jahr lang bestehen bleiben, falls noch eventuelle Anforderungen gestellt werden sollten und wird erst anschließend aus dem Vereinsregister ausgetragen. Im Anschluss der Sitzung wird nun noch ein Protokoll erstellt, welches später öffentlich bekannt gemacht wird. Schriften und Bücher sollen untergebracht und aufbewahrt werden.

Die Vereinsfahne wird ebenfalls ein Jahr noch so verwahrt wie bisher, soll auch noch zum Einsatz und dann in das Museum kommen. Einige Mitglieder möchten auch beim Kirmesumzug mit der Fahne noch einmal mitgehen.


Schifferverein hinterlässt Spuren


Sichtlich sehr berührt sprach Ortsbürgermeister Norbert Bahl: „Es fällt mir wie vielen anderen nicht unbedingt leicht, aber wir wussten alle, die Ära des Schiffervereins geht zu Ende. Der Schifferverein war schon immer etwas Besonderes und hatte schon immer eine enge Verbindung zu unserem Rheindorf. Ein Schifferverein ist alleine von seiner Historie her etwas Besonderes und für Urmitz hat der Verein eine besondere Bedeutung und es ist unübersehbar, egal wo man im Ort hinkommt.“

So wurde erst vor Kurzem der Schiffermast von den Vereinsmitgliedern renoviert. Auch der „Aalschokker“ wurde mit viel Herzblut wieder hergerichtet und ist nun ein Aushängeschild für den Ort, berichtete Bahl weiter. Eines der letzten Projekte des Schiffervereins war der Fahnenmast vor der Peter-Häring-Halle, wo nun alle Menschen mit Fahnen begrüßt werden. Viele Dinge im Ort werden auch weiter mit dem Schifferverein in Verbindung stehen bleiben.

Der Verein hat seinen Nachlass hinterlassen und es sind viele Punkte, die zum äußeren Erscheinungsbild der Gemeinde gehören. Seitens der Ortsgemeinde und auch im Namen aller Urmitzer dankte Bahl noch einmal dem Schifferverein. Wenn die Schiffer etwas angepackt hatten, hat es einfach funktioniert, fügte der Ortsbürgermeister an. Auch bei der nächsten Kirmes wird sich wieder an den Verein erinnert, denn die Mitglieder haben mit Seilen immer den Kirmesbaum aufgestellt.

Das erfolgreiche Wirken ging jedoch am Sonntag den 19. März 2017 nach fast 94 Jahren zu Ende. Einen letzten Glanzpunkt wird der Verein setzen, indem das nicht unerhebliche Vereinsvermögen von mehr als 3.000 Euro an den Kindergarten St. Georg übergeben wird. Von diesem Geld wird also nicht etwa ein Fest gefeiert, sondern man will mit einem sozialen Engagement bei den Bürgerinnen und Bürgern gut in Erinnerung bleiben.

Allen Anwesenden fiel es auf der Sitzung sehr schwer und zum Abschluss hatte auch der zweite Vorsitzende nur noch ein Sprichwort parat und damit sollte der St. Nikolaus Schifferverein Urmitz-Rhein dann auch Geschichte sein: „Allzeit gute Fahrt – ich danke euch.“

US

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Kommentare
Uwe Klasen:
So wie es derzeit ist, hier sei als schlechtestes Beispiel der Fraktionszwang genannt, kann es einfach nicht weitergehen! Das sollten endlich auch die Politiker in Bund und Ländern erkennen und entsprechende Regelungen für die aktive Mitbestimmung der Bürger in die Wege leiten! Vorbild Schweiz!
juergen mueller:
In Braubach`s "vielbefahrener" Ortsdurchfahrt gilt nunmehr Tempo 30. Dies dürfte sich jedoch nicht auf das Verkehrsaufkommen auswirken, das nach wie vor bestehen bleibt. Hier in RÜBENACH besteht das gleiche Problem, wo tagtäglich PKW, BUSSE und SCHWERLASTVERKEHR seit Jahrzehnten mitten durch den Ort fahren u. das in einem Maße (was tagtäglich durch eine eigens von der Bürgerinitiative erworbene u. installierte Meßanlage registriert wird), zu deren Lösung es nur eine einzig verwertbare Lösung gibt: "Die einer ORTSUMGEHUNG". Tempo 30 ändert an der Situation "VERKEHRSAUFKOMMEN" überhaupt nichts, sondern führt nur dazu, dass sich (vor allem zu den Hauptverkehrszeiten) lange Stau`s mit stehenden Fahrzeugen bilden, stehende Fahrzeuge mit laufendem Motor, die Lärm verursachen u. mit ihren Abgasen die Luft verpesten, was besonders an heissen u. schwülen Tagen, wo sowieso innerhalb des Ortes die Luft "steht", zu spüren ist.
juergen mueller:
Glaubt man den Ausführungen zum Nachdenken von Herrn Klasen, dann wäre es allen CO"-Jüngern angeraten, auch an dieser radelnden Veranstaltung zum Klima- und Umweltschutz nicht teilzunehmen, denn nach seiner These trägt auch die Ausatemluft (nicht nur vorne), insbesondere bei Dauerbelastung zu einem erhöhten Ausstoß an CO2 u. damit zur Erderwärmung bei. Das müsste dann ja auch auf z.B. sexuelle Betätigungen zutreffen, oder? Also auch einstellen. Aber WAS ist mit UNSEREM Energieverbrauch (Fabrikmaschinen, Autos, Computer, Handys, Küchengeräte etc.)? Diese Energie wird erzeugt durch Verbrennung von Kohle, Öl, Gas = CO2. Wald- Grünflächen, die CO2 speichern, schrumpfen/verschwinden - mehr Ackerland u.Viehwirtschaft, da der Mensch weltweit immer mehr Fleisch isst = mehr Rinder/Schweine, die Unmengen von Methan-/Treibhausgas in die Luft rülpsen/furzen. Ich finde - wer radelt sündigt nicht u. wenn er dabei auch mal kräftig ausatmet oder ein Fürzchen lässt - der Umwelt wird`s nicht schaden.
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