evm legt Ergebnisse des ersten Regionalen Energiewende-Kompasses vor

Energiewende stößt auf hohe Akzeptanz

Im Westerwaldkreis leisten mehr als 30 Prozent der Befragten ihren Anteil an der Energiewende

16.03.2017 - 17:30

Kreis Mayen-Koblenz. Die Energiewende stößt bei den Bürgern im Kreis Mayen-Koblenz auf eine höhere Akzeptanz als im Bundesgebiet. Das hat die größte Bürgerumfrage, die in Rheinland-Pfalz bisher zu diesem Thema durchgeführt wurde, ergeben. Aus dem Landkreis nahmen 1.161 Bürger teil. Initiator dieses Regionalen Energiewende-Kompasses ist die Energieversorgung Mittelrhein AG (evm). Wie Vorstandsvorsitzender Josef Rönz bei der Vorstellung der Ergebnisse erklärte, wollte die evm herausfinden, wie die Bürger vor Ort die Energiewende sehen und wie groß ihr Gestaltungswille ist.

Die Ergebnisse sind Josef Rönz zufolge durchaus ermutigend: So ist die Mehrzahl der Umfrageteilnehmer vom Nutzen der Energiewende überzeugt. Auf einer Skala von 1 bis 7 lag der Durchschnitt der Antworten aus dem Kreis Mayen-Koblenz bei einem Wert von fast 6. Und die Menschen im Landkreis akzeptieren, dass die Energiewende mit höheren Kosten verbunden ist. Die Akzeptanz liegt hier deutlich über dem Durchschnitt in Rheinland-Pfalz.

Der Regionale Energiewende-Kompass ist im Rahmen einer breit angelegten Online-Bürgerumfrage entstanden. Die Teilnehmer stammen aus 50 Kommunen aus der Region, sechs Landkreise haben die Erstellung stark unterstützt. In die Ergebnisse sind am Ende die Angaben aus 5.192 ausgefüllten Fragebögen eingeflossen, die im Wesentlichen aus den Landkreisen Ahrweiler, Altenkirchen, Cochem-Zell, Eifelkreis Bitburg-Prüm, Mayen-Koblenz, Vulkaneifel sowie Neuwied und dem Rhein-Hunsrück-Kreis, Rhein-Lahn-Kreis, Westerwaldkreis und der Stadt Koblenz stammen. Die Teilnehmer waren zwischen 16 und 89 Jahre alt.


Erfolg: Beteiligung fördert Akzeptanz


„Die Akzeptanz durch die Bürger ist eine elementare Voraussetzung dafür, dass die Energiewende gelingt“, beschreibt Josef Rönz die Relevanz des Projekts, „denn die Städte, Gemeinden und ihre Einwohner sind der Schlüssel für eine intelligentere Energienutzung.“ Es gebe viele Wege zu mehr Klima- und Ressourcenschutz. Um die Weichen dafür regional so stellen zu können, dass die Bürger mitgehen, bräuchten Kommunen, Landkreise und die evm als regionaler Energiedienstleister eine belastbare Datenbasis über die Bedürfnisse und Einstellungen der Menschen. Diese schafft jetzt der Energiewende-Kompass auf Gemeindebasis, der interessante Ergebnisse zutage gefördert hat. So ist beispielsweise das Engagement im Landkreis Mayen-Koblenz sehr hoch. Rund 30 Prozent der Teilnehmer besitzen bereits ein energieeffizientes Gebäude und rund 14 Prozent der Befragten planen, in einen Energiespeicher zu investieren.

Landrat Dr. Alexander Saftig ist mit den Ergebnissen überaus zufrieden, er spricht von einer „interessanten Standortbestimmung“. „Unsere Bürger stehen hinter der Energiewende und wollen diese auch aktiv mitgestalten. Das ist auch für uns Ermunterung, das Zukunftsprojekt in unserem Landkreis zum Erfolg zu führen“, so Dr. Saftig.


Wünsche: Transparenz und mehr finanzielle Förderung


Er sehe die eigentliche Herausforderung der Energiewende darin, sie so zu gestalten, dass die Kommunen und Landkreise langfristig etwas davon hätten. Das wirke sich positiv auf die Lebensqualität der Menschen und damit auch auf die Akzeptanz der notwendigen Veränderungen aus, zeigt sich evm-Unternehmenssprecher Christian Schröder überzeugt. Für ihn ist klar, dass die Energiewende nur gelingt, wenn sie regional umgesetzt wird, und zwar so, dass sie wirksam und bezahlbar ist. Finanzielle Ressourcen spielen auch bei den Teilnehmern am Energiewende-Kompass eine große Rolle. Die Bereitschaft, die Kosten der Energiewende mitzutragen, ist dabei im nördlichen Rheinland-Pfalz sehr viel ausgeprägter als im Rest des Landes. Auf einer Skala von 1 bis 7 liegt der Wert hier bei 4,4, in Rheinland-Pfalz insgesamt dagegen nur bei 3,8.

Konkret wünschen sich Bürger im nördlichen Rheinland-Pfalz höhere finanzielle Förderungen des persönlichen Engagements, eine stärkere Umsetzung von Energiewendeprojekten in der eigenen Gemeinde, einen Abbau des Bürokratismus sowie transparente, ehrliche Informationen. Als bisher größte Hindernisse sehen sie neben finanziellen Ressourcen vor allem mangelnde Mitsprachemöglichkeit. Als konkreten Beitrag zur Energiewende geben überdurchschnittlich viele Menschen im nördlichen Rheinland-Pfalz an, Strom und Heizungswärme sparen zu wollen sowie Ökostromkunde zu sein.


Ergebnisse: wertvolle Basis für Gestaltung der Energiezukunft


Auffallend an den Ergebnissen ist, dass die Energiewende beispielsweise im Westerwaldkreis in nahezu allen Punkten positiver gesehen wird als im Landes- oder Bundesdurchschnitt. Das gilt sowohl für das Engagement von Kommunen, in eigene Anlagen zur Erzeugung von Ökostrom zu investieren, als auch für die Akzeptanz solcher Anlagen in unmittelbarer Umgebung. Die Mehrheit der Befragten im Westerwaldkreis und dem übrigen Erhebungsgebiet ist davon überzeugt, dass die Energiewende die Lebensqualität in ihrer Gemeinde verbessert.

Christian Schröder sieht die Vorteile des Regionalen Energiewende-Kompasses für Landräte, Bürgermeister und Kommunen darin, dass ihnen die evm als kommunales Unternehmen unentgeltlich relevante Daten und Fakten für eine Weichenstellung der Energiezukunft liefert, die im Einklang mit der Bürgermeinung sind. Auf diese Weise sind die Bürger beteiligt und können ihre Energiezukunft aktiv mitgestalten. „Die Bürger müssen mitmachen wollen. Ohne sie geht gar nichts“, sagt der evm-Sprecher. Seine These wird durch das Ergebnis gestützt. Die Forderung nach Transparenz und Beteiligung ist im Untersuchungsgebiet sogar höher als im Bundesdurchschnitt. Die wahrgenommene politische Einflussmöglichkeit bei der Energiewende wird nicht so gut bewertet wie auf Landes- und Bundesebene.


Wissenschaftlich fundiert


Die dezentrale Energiewende-Analyse ist ein noch recht junges Instrument. Es ist jedoch wegweisend, weil es neben objektiven Daten die persönliche Haltung von Bürgern erhebt und damit eine sinnvolle Ausgangsbasis für Entscheidungen ermöglicht.

Der Energiewende-Kompass ist ein wissenschaftlich fundiertes Instrument zur Beurteilung und Steuerung der Energiewende. Seine Besonderheit: Er erhebt subjektive persönliche Faktoren der Befragten und ihre Akzeptanz der Energiewende, die er mit dem objektiven Stand der Energiewende verbindet. Die Ergebnisse werden Kommunen und Landkreise bei der Ausgestaltung der Energiewende auf eigenem Terrain unterstützen. Die aktuelle Messung wurde unterstützt vom Land Rheinland-Pfalz, dem Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz, der Energieagentur Rheinland-Pfalz, dem Verein Klimaschutz in Koblenz und der Handwerkskammer Koblenz. Durchgeführt wurde die Analyse von der EWI GmbH und einer Forschungsgruppe der Ludwig-Maximilian-Universität München unter der Leitung von Professor Anton Meyer.

Pressemitteilung evm

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Kommentare
16.03.2017 19:20 Uhr
Uwe Klasen schrieb:

Von rund 210.000 Einwohnern des Landkreises Mayen-Koblenz nahmen 1.161 Bürger teil, und nun werden aus diesen Zahlen "eine höhere Akzeptanz" heraus gelesen! Noch nicht einmal 1% der Bürger hat geantwortet und dies soll repräsentativ sein? Vollkommen Lächerlich diese Aussage! Und sich dann so Feiern, ist beinahe wie seinerzeit im DDR-Sozialismus!



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Uwe Klasen:
So wie es derzeit ist, hier sei als schlechtestes Beispiel der Fraktionszwang genannt, kann es einfach nicht weitergehen! Das sollten endlich auch die Politiker in Bund und Ländern erkennen und entsprechende Regelungen für die aktive Mitbestimmung der Bürger in die Wege leiten! Vorbild Schweiz!
juergen mueller:
In Braubach`s "vielbefahrener" Ortsdurchfahrt gilt nunmehr Tempo 30. Dies dürfte sich jedoch nicht auf das Verkehrsaufkommen auswirken, das nach wie vor bestehen bleibt. Hier in RÜBENACH besteht das gleiche Problem, wo tagtäglich PKW, BUSSE und SCHWERLASTVERKEHR seit Jahrzehnten mitten durch den Ort fahren u. das in einem Maße (was tagtäglich durch eine eigens von der Bürgerinitiative erworbene u. installierte Meßanlage registriert wird), zu deren Lösung es nur eine einzig verwertbare Lösung gibt: "Die einer ORTSUMGEHUNG". Tempo 30 ändert an der Situation "VERKEHRSAUFKOMMEN" überhaupt nichts, sondern führt nur dazu, dass sich (vor allem zu den Hauptverkehrszeiten) lange Stau`s mit stehenden Fahrzeugen bilden, stehende Fahrzeuge mit laufendem Motor, die Lärm verursachen u. mit ihren Abgasen die Luft verpesten, was besonders an heissen u. schwülen Tagen, wo sowieso innerhalb des Ortes die Luft "steht", zu spüren ist.
juergen mueller:
Glaubt man den Ausführungen zum Nachdenken von Herrn Klasen, dann wäre es allen CO"-Jüngern angeraten, auch an dieser radelnden Veranstaltung zum Klima- und Umweltschutz nicht teilzunehmen, denn nach seiner These trägt auch die Ausatemluft (nicht nur vorne), insbesondere bei Dauerbelastung zu einem erhöhten Ausstoß an CO2 u. damit zur Erderwärmung bei. Das müsste dann ja auch auf z.B. sexuelle Betätigungen zutreffen, oder? Also auch einstellen. Aber WAS ist mit UNSEREM Energieverbrauch (Fabrikmaschinen, Autos, Computer, Handys, Küchengeräte etc.)? Diese Energie wird erzeugt durch Verbrennung von Kohle, Öl, Gas = CO2. Wald- Grünflächen, die CO2 speichern, schrumpfen/verschwinden - mehr Ackerland u.Viehwirtschaft, da der Mensch weltweit immer mehr Fleisch isst = mehr Rinder/Schweine, die Unmengen von Methan-/Treibhausgas in die Luft rülpsen/furzen. Ich finde - wer radelt sündigt nicht u. wenn er dabei auch mal kräftig ausatmet oder ein Fürzchen lässt - der Umwelt wird`s nicht schaden.
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