Schlachtfest des Heimat- und Verschönerungsvereins Isenburg erfährt deutlichen Besucherzuwachs

Heiße Wurstsuppe statt Kalter Krieg

Alte NVA-Suppenküche aus DDR-Zeiten kommt zum Einsatz

20.03.2017 - 11:22

Isenburg. Vom Kalten Krieg zur heißen Gulaschkanone - so verkürzt lässt sich die lange Geschichte der Original-Suppenküche der ehemaligen DDR-Nationalen Volksarmee beschreiben, die am vergangenen Samstag in Isenburg wieder aus allen Rohren qualmte. Im 100 Grad kochenden Wasser brühte saftiges Wellfleisch, in den Kammern nebenan wurden die Wurstsuppe warm gehalten und in regelmäßigen Abständen die hausmacher Blut- und Leberwürste auf Temperatur gebracht. Zum vierten Mal richtete der Heimat- und Verschönerungsverein Isenburg sein Schlachtfest zum Frühlingsbeginn aus. Als Beilagen wurden den Gästen Sauerkraut und Kartoffelpüree gereicht. Am Nachmittag gab es Kaffee und Kuchen.

Mit den Einnahmen aus dem Verkauf von Speisen und Getränken finanziert der Heimat- und Verschönerungsverein seine laufende Arbeit und die Anschaffung von neuem Werkzeug und Material. Beides brauchen die Mitglieder des Vereins, um die Wanderwege und Ruhebänke rund um Isenburg in Schuss zu halten. Ortsbürgermeister Detlef Mohr freut sich über die regen Tätigkeiten in seinem Ort: „Unsere sogenannte Rentnerband ist quasi das ganze Jahr über aktiv.“

Die Rohware für das Schlachtfest kommt von der Landschlachterei Siegel aus Thalhausen/Kleinmaischeid. Insgesamt 40 Kilogramm Bauchfleisch vom Schwein, 60 Kilo hausmacher Wurst und 60 Liter Wurstsuppe. „Alles Ökoprodukte“, versichert Ortsbürgermeister Mohr. Die Wurstsuppe wird kostenlos an die Besucher ausgegeben. Das Schlachtfest werde gut angenommen, von Jahr zu Jahr stiegen sogar die Besucherzahlen. Trotz des bisher jedes Mal regnerischen Wetters. Aber dem Regen zum Trotz haben die Veranstalter rustikale Überdachungen sowohl für die Gulaschkanone wie auch die Gäste aufgebaut. Und schließlich findet man immer noch ein trockenes Plätzchen im Mehrzweckraum des Gemeinschaftshauses. Dort sitzen zur Mittagszeit an die 60 Personen beim deftigen Mittagsmahl. Viele Isenburger kamen aber auch und haben sich beim Schlachtfest Portionen für den Verzehr zu Hause abgeholt. Sehr begehrt waren auch die Schlachtfest-Pakete mit Hausmacher Wurst, Blut, Leber und Schwartemagen. Am Ende des Tages werden es deutlich über 200 Portionen Fleisch und Wurst gewesen sein, die in einem Isenburger Magen verschwunden sind.

Die fahrbare Gulaschkanone gehört dem Vereinsmitglied Friedhelm Kirschbaum. Sie wird auch für andere Aktivitäten genutzt, so zum Beispiel beim großen Erlebnistag „Jedem sayn Tal“ und auf dem Weihnachtsmarkt. Noch glänzt die mobile Küche in einer markenuntypischen US-Designvariante, soll aber demnächst von Heiner Eulenbach, ebenfalls Mitglied im Heimat- und Verschönerungsverein, generalüberholt werden und dann weniger „kriegsmäßig“ gestaltet werden.

Die „dicken Bohnen“ auf Isenburger Platt „dicke Bunnen“ - die in diesem Jahr ebenfalls verköstigt werden konnten, wurden zum ersten Mal angeboten, weil eine Nachfrage danach aufgekommen war. Für deren Zubereitung war der Isenburger Josef Lammersdorf zuständig, ein gelernter Metzger, der sich auch um die fachgerechte Zubereitung des Wellfleischs in der NVA-Gulaschkanone kümmerte. Er erklärt: „Das Fleisch gart zwei Stunden im kochenden Wasser. Damit es seine Zartheit behält und schön saftig bleibt, haben wir es in Folie eingepackt.“ Der Heimat- und Verschönerungsverein Isenburg hat rund 80 Mitglieder. Vorsitzender ist Friedhelm Kurz, zweiter Vorsitzender ist Ortsbürgermeister Detlef Mohr. Zusammen mit Friedhelm Kirschbaum, Werner Eulenbach, Josef Lammersdorf und ein paar anderen bilden sie den „harten Kern“ des Vereins, der bei den anstehenden Arbeiten immer wieder zur Stelle ist. Detlef Mohr: „Wir haben viele Wald- und Wanderwege, die gepflegt werden müssen. Die Gemeinde ist arm, deshalb bin ich froh über jede ehrenamtliche und Vereinsunterstützung. Es geht auch jetzt bald schon wieder los mit Bänke streichen und Blumenkästen bepflanzen und aufhängen.“ So gesehen ist das Isenburger Schlachtfest eine „Win-Win-Veranstaltung“ sowohl für die Besucher als auch für die Veranstalter. Am Ende hat jeder etwas davon.

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Kommentare
Thomas Schäfer :
Schade, dass der Verlag diese und andere als Leserbriefe eingesandten Lesermeinungen der gedruckten Ausgabe vorenthalten hat ??
Jürgen Scholten:
Was ich noch vergessen habe !!! Traurig das ein Personalratsvorsitzender solche Kommentare ab gibt !!! Das zeugt von einer großen Voreingenommenheit !!!
Jürgen Scholten :
Sorry dürfte ich mal wissen welche Parteibücher die Herrn haben die diese Kommentare ab geben ??? Unter der Gürtellinie !!!!

Ein Fest, das seinesgleichen sucht

Christian Döpgen:
Handgemachtes von der Firma LivingWood aus Zell (Mosel) www.living-wood.net
juergen mueller:
Warum wurde nicht bereits VOR der Bauphase daran gedacht, dass SAND als Untergrund den Anforderungen eines LKW-Anlieferung- sowie z.B. Müllwagen-Verkehrs (26 Tonnen) nicht standhält? Warum ist der SPD-Altstadt-Mitte bei ihren Begehungen (auch der Kornpfortstrasse während der wochenlangen Bauphase) dieser Makel, dessen Beseitigung nun wiederholt Steuergelder kosten soll, nicht aufgefallen? Eine Schuldzuweisung alleine zu Lasten der Verwaltung oder der ausführenden Baubehörde erscheint mir hier als zu einfach gedacht.
juergen mueller:
Die Aussage der Verwaltung u. die (zu)späte Feststellung der SPD-Altstadt-Mitte, die Pflasterung der Kornpfortstrasse vertrage den LKW-Verkehr nicht, spricht Bände. Hat die Verwaltung etwa geglaubt, die Warenanlieferung erfolgt mit der Sackkarre? Was ist mit der wöchentlichen Leerung der Mülltonnen mit einem 26-Tonner? Wenn der SPD-OV-Mitte schon anprangert - FRAGE: "Warum ist hier nicht schon während der monatelangen Bauphase aufgefallen, dass SAND NICHT als LKW-tragfähiger-Untergrund geeignet ist, was jedes Kind bereits weiß? Wozu dann die wöchentliche Begehung der Altstadt(straßen),wenn so etwas nicht auffällt? Die Kornpfortstrasse ist in ihrer GESAMTHEIT NICHT gelungen, wenn neben einer ansehnlichen Oberfläche ein tragbarer Untergrund für die normalen Dinge des Lebens fehlt, Dinge, die es nun einmal mit zu berücksichtigen gilt, wenn man solche Bauvorhaben durchführt. Der Verwaltung die Schuld zuzuschieben an etwas was man mit verbockt hat ist zu einfach aber eben Politik
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