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Premiere im Schlosstheater: „Lass das mal den Willi machen“ nach dem Stück von Avery Hoopwood „Der Mustergatte“

Herrliche Komödie um einen Ehemann, der treu sein möchte und es nicht sein soll

Leo Braune in der Rolle des Willi Winzig - manchmal ist der „Ersatz“ besser als das „Original“

05.01.2017 - 14:42

Neuwied. „Es kommt nicht oft vor, dass der Intendant eines Theaters vor Beginn der Premiere vor den Vorhang tritt und das Wort an das Publikum richtet“, das waren die ersten Worte, die die Besucher der Januar - Premiere im Neuwieder Schlosstheater zu hören bekamen. Und dies aus gutem Grund. Der Hauptdarsteller Thorsten Hamer, der eigentlich die Figur des Willi Winzig in der Komödie „Lass das mal den Willi machen“ geben sollte, war nicht erschienen. Intendant Walter Ulrich war sichtlich empört: „Das ist mir in meiner 60-jährigen Theaterlaufbahn noch nicht vorgekommen. Herr Hamer hat den Vertrag mit uns gebrochen und ist auch nicht erreichbar.“ Auch in den Vorstellungen im kleinen Theater Bad Godesberg, das ebenfalls von Walter Ullrich geleitet wird, musste man sich Ende des Jahres bereits nach einem Ersatz für den abtrünnigen Schauspieler umsehen. „Das ist an Hinterhältigkeit nicht mehr zu überbieten. Zum Glück war Leo Braune verfügbar und konnte für die Rolle des Willi Winzig verpflichtet werden. Er blieb dann auch für die Vorstellungen in Neuwied.“

Die Zuschauer, die in der jetzt folgenden Aufführung den Heinz-Erhardt-Interpreten erwartet hatten, wurden vielleicht enttäuscht, aber nur insoweit, dass die Erhardt nachgesagten und typisch aus den Filmen stammenden Gesichtsausdrücke und „Hampeleien“ fehlten.

An schauspielerischer Qualität fehlte nichts, im Gegenteil: Vielleicht hat Leo Braune als „Ersatzmann“ sogar mehr von dem leisen und hintergründigen Humor und dem Schalk eines Heinz Erhardt vermittelt als Thorsten Hamer es gekonnt hätte. Denn: Stille Wasser sind bekanntlich tief, und das in mehrfacher Hinsicht!

Aber auch die übrigen Mitglieder des Ensembles überzeugten mit ihrem darstellerischen, teils akrobatischen Können. Herrlicher Klamauk durch Trunksucht in eigentlich erotischen Szenen - Eva Wiedemann zeigte als Eva Piepenbrink zirkusreife Kunststücke, Fabienne Hesse spielte die launische Diva Margarete, die ihren Mann gern ein bisschen „rätselhafter“ hätte und Wolf Guido Grasenik glänzte in der Rolle des Macho, der aber eigentlich ganz zahm ist. Dennoch holt die emanzipierte Frau im Publikum im ersten Teil des Stückes tatsächlich manchmal „tief Luft“. Auch der Verführer Freddy Köstermann in der Person von Nikolas Knauf macht eine gute Figur. Toll sind die Architektur und vor allem die Statik des Bühnenbildes, das so manchen Türknaller unbeschadet überstehen musste.


Zur Geschichte


Willi Winzig ist der perfekte Ehemann, häuslich, treu, arbeitsam und ob ein Stuhlbein wackelt oder die Waschmaschine kaputt ist, immer heißt es: Lass das mal den Willi machen! Seine Frau Margaret hat also das große Los gezogen, ihr Mann ist treu und fürsorglich und andere Frauen würde er nicht einmal anschauen. Doch genau das ist ihr Problem, sie langweilt sich und möchte sich scheiden lassen. Willi versteht die Welt nicht mehr und klagt sein Leid der Nachbarin Blanche, die wie er abends lieber zu Hause bleibt, während sich ihr Mann gern ins Nachtleben stürzt. Gemeinsam beschließen die beiden, die für gewöhnlich keinen Tropfen Alkohol anrühren, es nun endlich auch einmal mit Sekt und Cocktails zu versuchen. Mit ungeahnten Folgen…


Alle Vorstellungen ausverkauft


Die Komödie von Kurt Neumann basierend auf Avery Hopwoods Lustspiel „Der Mustergatte“ wird im Schlosstheater in Neuwied inszeniert von Peter Nüesch und ist ein Komödien - Highlight am Jahresanfang. Schade, dass alle Vorstellungen ausverkauft sind. Denen, die Karten ergattern konnten, ist ein höchst unterhaltsamer Abend garantiert.-he-

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Kommentare
05.01.2017 22:25 Uhr
Waltraud Joswig schrieb:

Sicher eine gelungene Vorstellung bei den Protagonisten. Das Schloss Theater Neuwied ist immer ein Besuch wert, erstrecht wenn Peter Nüesch dabei seine tollen Ideen ein bringt.



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Counsel :
Es waren schlimme Zeiten. Aber: Die Allermeisten, und zumal die vielen Bürger mit Migrationshintergrund, angeblich 25 %, haben das Dritte Reich nicht erlebt. Es leben nur noch wenige Opfer, die als Kinder ins KZ kamen, und praktisch keine Täter mehr. Die Personen, die überhaupt noch eine Erinnerung haben können, über 80 Jahre alt. Und wenn Sie theoretisch an den Verbrechen beteiligt sein könnten, sind sie höchstens Jahrgang 1929 (bei Kriegsende 16Jahre alt) und heute 87 und älter. Da könnte man sich auch an die Verbrechen im 30jährigen Krieg "erinnern". Heutige Deutsche haben mit dem Holocaust so wenig zu tun wie mit der Ausrottung der Indianer oder den laut Altem Testament göttlich angeordneten Völkermorden an den Amalekitern, (Amoriter), Hethitern, Perissitern, Jebusitern und Hiwwitern. Heute wohnt der Tod vor allem im Nahen Osten.
 
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