Berufsintegratives Projekt „JUWEL“

Jungen Menschen in schwierigen Lebensphasen Orientierung geben

2007 im Rhein-Lahn-Kreis erfunden - Jubiläumsfeier zum zehnjährigen Bestehen am 23. Juni in Montabaur

19.06.2017 - 12:10

Region. Vor zehn Jahren, am 1. Juli 2007, fiel im Rhein-Lahn-Kreis der Startschuss für ein Projekt, das bundesweit Beachtung finden sollte und zuletzt von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles als „Paradebeispiel für Hilfe aus einer Hand“ gelobt wurde. Einer der Mitbegründer dieses Projekts war Peter Hahn, damals in leitender Funktion für die Arbeitsgemeinschaft Rhein-Lahn tätig und heute operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. Er erinnert sich: „Im Jahr 2004 beschloss der Bundestag die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe. Es wurden viele arbeitsmarktpolitische Maßnahmen auf den Weg gebracht. Nach einem Jahr stellten der für Jugendliche verantwortliche Fallmanager und ich fest, dass wir im Rhein-Lahn-Kreis eine relativ stabile Zahl von über 200 arbeitslosen Jugendlichen hatten. Wir erkannten, dass es eines bisher noch nicht existierenden Angebotes bedurfte. Es müsste im Gegensatz zu allen anderen bekannten Maßnahmen die Bedürfnisse der jungen Menschen in den Mittelpunkt stellen, sie zum Arbeitsmarkt hinführen, einen Fahrdienst zur Behebung der fahrtechnischen Probleme beinhalten und nach einer Arbeits- oder Ausbildungsaufnahme noch eine Betreuung ermöglichen.“

Im Gespräch mit dem privaten Bildungsträger GFBI, Gesellschaft zur Förderung Beruflicher Integration, wurde die Idee für „JUWEL“ geboren. Mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds und des Landes Rheinland-Pfalz startete am 1. Juli 2007 in der Römerstraße in Bad Ems das Projekt JUWEL. 2008 wurde der Standort Diez und 2012 der Standort Montabaur eröffnet. Heute ist JUWEL ein Leuchtturm-Projekt mit bundesweiter Ausstrahlung.

Seit 2017 wurden mehr als 7.000 junge Menschen in den drei JUWEL-Projekten im Rhein-Lahn- und im Westerwaldkreis betreut. Erfahrungsgemäß treten rund 60 Prozent der ausgeschiedenen Teilnehmer nach einiger Zeit eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle an, wechseln in eine weiterführende Qualifizierung oder holen einen Schulabschluss nach. Seit 2016 werden an den drei JUWEL -Standorten zunehmend auch junge Flüchtlinge mit den Anforderungen der Arbeitswelt in Deutschland vertraut gemacht.


Daniel steht kurz vor dem Abschluss


Einer, der mit Hilfe von JUWEL seinen Weg gefunden hat, ist Daniel. Seine spanische Mutter und sein deutscher Vater haben sich früh getrennt, zum Vater hat Daniel schon lange keinen Kontakt mehr. Einen Hauptschulabschluss hatte Daniel nicht. 2011 kam er ins Juwel nach Diez, ein Jahr später wechselte er nach Montabaur. Lange war ihm nicht klar, welcher Beruf für ihn der richtige sein könnte. Auch die private Situation war nicht die beste. Er litt unter der Trennung der Eltern, seine Freundin wurde schwanger, fing aber eine Beziehung mit einem anderen Jungen an. Es vergingen Jahre, bis Daniel seinen Weg fand. Nach einigen gescheiterten Versuchen gelang mit einem Praktikum in einer Spedition der Durchbruch. Daniel, schon lange Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in seinem Dorf, schwärmte immer schon für große Fahrzeuge. Die Spedition Schröder bot ihm nach dem Praktikum die Ausbildung zum Berufskraftfahrer an. Jetzt steht er kurz vor dem Abschluss und ist glücklich: „Mein Chef hat mir gesagt, dass ich nach der Prüfung übernommen werde. So wie ich das heute sehe, hat mit das JUWEL sehr geholfen. Mit der Unterstützung eben, und dem Schreiben von Bewerbungen. Da gab es schon so Phasen, wo ich gedacht habe, es geht gar nix mehr. Aber ich habe mich immer wieder durchgekämpft. Ohne JUWEL hätte ich es wahrscheinlich nicht geschafft. Es hat sich gelohnt. Die Stelle, die ich jetzt habe, ist wie ein Sechser im Lotto.“

Was ist das Erfolgsgeheimnis dieses Angebots, das es so vorher nicht gab? Sicherlich der ganzheitliche Ansatz der Unterstützung junger Menschen und das Konzept der Hilfen aus einer Hand. „JUWEL“ ist ein Projekt der kurzen Wege. Die Projektmitarbeiter von GFBI und Jobcenter arbeiten unter einem Dach. Außer dem Fahrdienst werden die Fahrtkosten zu Vorstellungsgesprächen und zu Praktika gestellt. JUWEL bietet Hilfen an in gesundheitlichen und finanziellen Fragen. Auch wenn es Probleme mit Behörden oder der Justiz gegeben hat, suchen die JUWEL -Mitarbeiter gemeinsam mit den Teilnehmern nach einer Lösung. Das Projekt gibt jungen Menschen in schwierigen Lebenssituationen Halt und stärkt ihr Selbstvertrauen.

JUWEL ist ein Projekt des Landes Rheinland-Pfalz, das zusammen mit den Jobcentern und der Arbeitsagentur durchgeführt wird. Finanzielle Unterstützung kommt von der Europäischen Union aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens öffnet das JUWEL in Montabaur am 23. Juni in der Werkstraße 5 (beim Capitol-Kino) seine Türen im Rahmen einer kleinen Jubiläumsfeier. Mitarbeiter und Teilnehmer stehen ab 1o Uhr für Fragen und Antworten zur Verfügung. Besucher sind herzlich willkommen. Mehr Infos auf www.projekt-juwel.de.

Pressemitteilung der GFBI

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Kommentare
Michael Daum:
Es ist wirklich unfassbar! Jetzt wo das bestellte Gutachten nicht das erhoffte Ergebnis zeigt, ist es plötzlich nicht aussagekräftig bzw. war nicht umfangreich genug. Da man sich ja offenbar so in die alternativlose Einschätzung verrannt hat, dass Bad Breisig ohne Therme nicht vorstellbar ist, fragt man sich doch, warum man dann Geld (ich meine mal etwas von 30.000€ gelesen zu haben) für ein Gutachten verschwendet. Offenbar sind nur Gutachten, die die eigene Weltsicht unterstützen, ordentliche Gutachten. Und wenn die Ergebnisse erst dann vorliegen, nachdem die Weichen für eine Sanierung schon gestellt sind, spricht das auch für sich. Eine merkwürdige Einstellung und sicherlich eine gute Erklärung für die vielen Probleme der Stadt. Wenn man auf die hohe Lebensqualität in der Stadt abstellt, so sollte man vielleicht auch mal darlegen, wie man diese auf lange Sicht zu finanzieren gedenkt. Leider ist die Enteignung der Bürger über immer höhere Steuern und Abgaben ja zu einfach.
Uwe Klasen:
Sehr geehrter Herr Müller, vielen Dank dass Sie mit jeder Zeile ihrer Kommentare meinen Eindruck, den ich von ihnen gewonnen habe, bestätigen! Zum Leidwesen der meisten anderen Menschen scheinen Sie sehr Intolerant zu sein und Andersdenkende lieber zu diffamieren anstatt sich mit diesen Menschen auseinanderzusetzen bzw. auch deren Meinung gelten zu lassen!
juergen mueller:
Ich müsste mich eigentlich glücklich schätzen erfahren zu dürfen, dass es Menschen wie Sie gibt, die nie interpretieren, dafür aber aus dem Belehren nicht mehr herauskommen, was wie eine Zwangsjacke sein muss, deren Leben wohl nur aus Sachlichkeit und Objektivität besteht, Menschen, die andere, die nicht Ihre Meinung vertreten, in eine Schublade stecken und ihnen geistige Grundlagen unterstellen, die unsere Demokratie gefährden. Mein lieber Herr Klasen, nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich habe mein Leben lang mit Klugscheissern wie Ihnen zu tun gehabt und dies auch noch heil und geistig frisch überstanden u. mir meine persönliche, demokratisch verordnete Gedankenwelt erhalten. Und was mein Recht ist oder nicht, das können Sie selbst in Erfahrung bringen, wenn Sie sich einmal mit dem Wort Demokratie auseinandersetzen. Hierzu interpretiere ich z.B. WIKIPEDIA.
Uwe Klasen:
Her Mueller, Sie interpretieren anstatt sachlich und objektiv zu beurteilen! Es ist ihr gutes Recht ihre Ansichten bzgl. anderen Parteien kund zu tun, aber damit einhergehend ist es NICHT ihr Recht, Andersdenkenden etwas Vorzuwerfen was nicht ihrer persönlichen Gedankenwelt entspricht und dafür noch geistige Konstrukte zu bemühen die in dieser Art und Weise nicht existieren! Von welcher Partei werden die Autos der Mitglieder verbrannt oder die Hauswände ihrer Wohnhäuser (bestenfalls) mit Farbe beschmiert, welcher Partei werden regelmäßig die Büros zerstört? Das solche, undemokratischen (!), Handlungen, die auch auf solch geistigen Grundlagen wie z.B. ihren Kommentaren beruhen, wird die Demokratie MEHR gefährdet als durch die "AfD" oder "Die Linke"! Übrigens, eine direkte Demokratie, wie z.B. die, seit Jahrhunderten, funktionierende und sich daraus immer weiter entwickelnde Schweiz ist, entgegen ihren Ansichten, eine durchaus gute funktionierende Demokratie!

Brückenkopf-Kongress

Wolfgang aus dem Hause G r e i b:
Wolfgang Huste - Solche Leute wie Sie sind der Untergang einer jeden Nation ! Jeder der sein Land liebt darf das tun - nur wir Deutschen sind dann alle rechts. Lesen Sie die Gesetze !!! Keine Ahnung was in der BRiD vorgeht und nur dummes Zeug von sich geben ! Weiowei
Wolfgang Huste:
MarKo hat recht: Hier handelt es sich um rechtsradikale Esoteriker. Das findet man leicht heraus, wenn man die Referenten "googelt". In dem Hotel Vier Jahreszeiten, Bad Breisig, haben sich schon öfter Rechtsradikale getroffen, auch die AfD.
Conny:
Offensichtlich handelt es sich um einen fingierten Kommentar, den der Schreiber Marko verfasst hat, um real denkende Menschen mit verlogenen Ausführungen zu diffamieren und ins Abseits zu stellen, weil er anscheinend aus der faschistischen Antifa stammt. Das lassen sein Briefstil und seine mangelhafte Grammatik erkennen! Diese Gruppe verübt seit 2 Jahren Attacken mit Kreide, Farbe, zerschlagenen Fensterscheiben, brennenden Autos und Prügeleien auf christlich demokratisch Andersdenkende.Wahrscheinlich haben er und seine Freunde die Kreide-Verunglimpfungen selber geschrieben, um einen Grund zu haben, der Presse etwas vorzuspielen! Conny
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