Landrat Puchtler zum Bundesverkehrswegeplan 2030

Mittelrhein-Alternativtrasse in vordringlichen Bedarf einstufen

08.01.2018 - 20:30

Rhein-Lahn-Kreis. Als im vergangenen Jahr der Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) beschlossen wurde, kam die Alternativtrasse für den Güterverkehr im Mittelrheintal lediglich in den „potenziellen Bedarf“. Diese Entscheidung stieß damals in der Region auf viel Unverständnis. Die große Hoffnung, dass eine dringend benötigte lärmentlastende Alternativtrasse in den vordringlichen Bedarf des Bundes aufgenommen würde, wurde enttäuscht. Nur die Hoffnung blieb – denn es ist nicht ausgeschlossen, dass eine Maßnahme auch nachträglich noch in den „vordringlichen Bedarf“ hochgestuft wird. Doch bis heute wird die Alternativtrasse für den Schienengüterverkehr im Mittelrheintal nicht als vordringlicher Bedarf anerkannt.


Hochstufung des Elbtal-Tunnels


Nun berichtet die Sächsische Zeitung, dass das Bundesverkehrsministerium eine Hochstufung vorgenommen hat: Zwischen Dresden und Prag soll mit „Deutschlands längstem Eisenbahntunnel“ das Elbtal entlastet werden. Das Projekt ähnelt in vielen Aspekten der angestrebten Alternativtrasse für das Mittelrheintal. Für den Vorsteher des Zweckverbands Welterbe Oberes Mittelrheintal, Landrat Frank Puchtler, ist diese Entscheidung ein Weckruf für die Region: „Wir freuen uns, dass im Elbtal viele Menschen entlastet werden. Gleichzeitig fordern wir nun das gleiche Recht für die Menschen in unserem Mittelrheintal!“


Projekte ähneln sich


Ein Vergleich der beiden Maßnahmen zeigt, dass diese Forderung mehr als berechtigt ist: Auf der Strecke durch das Elbtal fahren 140 Güterzüge pro Tag – im Mittelrheintal sind es über 400. Beide Strecken werden als Nadelöhr im europäischen Schienennetz bezeichnet, allerdings kann das Mittelrheintal keinen zusätzlichen Verkehr mehr aufnehmen. Die Kapazitäten der Strecke sind nahezu erschöpft. Dies sorgt für die bekannte Bahnlärmproblematik.

Während parallel zum Elbtal nun eine 123 Kilometer lange Alternativtrasse entsteht, muss das Mittelrheintal sich weiter mit einem zunehmend unerträglichen Zustand abfinden.


Nadelöhr Mittelrheintal


Puchtler fordert das zuständige Bundesministerium daher erneut auf, die Situation auf der Rheinstrecke nicht weiter zu missachten. Im letzten Jahr sei in der Schweiz der Gotthard-Basistunnel eröffnet worden. Der Schienengüterverkehr könnte nun schneller und in größerem Umfang auf einer der europäischen Hauptachsen zwischen den Häfen Rotterdam und Genua fließen – wäre da nicht das Nadelöhr Mittelrheintal, in dem sich alles staut und zugleich die Menschen unter dem Bahnlärm leiden. Seit Jahren kämpften die Menschen entlang des Rheins gegen den Bahnlärm, da die Belastungsgrenzen vor Ort längst überschritten seien. Es werde Zeit zu handeln: „Wir fordern das Bundesverkehrsministerium dazu auf, die Alternativtrasse Mittelrhein in den vordringlichen Bedarf einzustufen!“ Presse-

mitteilung des Rhein-Lahn-Kreises

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Kommentare
08.01.2018 22:29 Uhr
Ottes schrieb:

Was soll man von den Beteuerungen der Poltik halten, welche auf jeder Demo gegen den Bahnlärm den Betroffenen Hilfe und Unterstützung versprochen haben ?
SPD und CDU hätten es schon in der vergangenen Wahlperiode dank ihrer absoluten Mehrheit in der Hand gehabt, die entsprechenden Entscheidungen zu treffen. Jetzt geht das Gerangel mit Versprechungen garniert wieder von vorne los.
Die Lärmgeplagten im Rheintal haben schon lange die Nase voll und fordern endlich praktische Hilfe und keine weitere Verschleppung.
Der Frust nimmt zu - bitte handelt zeitnah. Eine Entscheidung ist überfällig.



 
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Kommentare
Uwe Klasen:
Es sprach am Wahlabend, Mister 100%, Martin Schulz von einem „schweren und bitteren Tag für die deutsche Sozialdemokratie“ und versicherte, es werde keine Fortsetzung der Großen Koalition mit der Union geben, jedenfalls nicht mit ihm und nicht mit Angela Merkel. Wenn die SPD-Genossen noch einen Rest an Glaubwürdigkeit vermitteln möchten, dann muss eine GroKo abgelehnt werden! Denn das, was derzeit stattfindet, ist doch nur noch ein Totentanz um das goldenen Kalb "Merkel"!
Claus:
"Dabei legte der Bürgermeister auch dar, warum die VG-Weißenthurm einen solchen Aufschwung hat." Letztlich immer noch deshalb, weil man sich bei der Einrichtung des Gewerbegebietes nichts um die Bedenken aus Koblenz (und auch nicht unbedingt was um das geltende Recht, Planverfahren und so...) geschert hat. Damit hat man den Grundstein für die finanzielle Situation der heutigen Verbandsgemeinde gelegt, vielleicht nicht ganz fair, aber auf jeden Fall erfolgreich.
Claus:
Eine sehr schöne Idee, mal so einen Rückblick mit eher regionalen/lokalen Persönlichkeiten zu füllen. Welche ehemaligen Stars gehen mussten, kommt in zig Sendungen und Zeitungen vor. Der gesellschaftliche Nutzen der hier genannten ist wahrscheinlich noch höher zu bewerten. Danke dafür.
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