St.-Sebastianus-Schützen Mayen veranstalteten das größte Fest der Region

Petra Zimmer kann ihr Glück kaum fassen

19.06.2017 - 11:46

Mayen. Mit einem Gottesdienst in der St.-Veit-Kirche wurde an Fronleichnam die traditionelle Prozession über bunt geschmückte Wege durch die Stadt eingeleitet. Ein festlicher Umzug, angeführt von den Kommunionskindern und begleitet von der Sankt-Matthias Bruderschaft sowie der Hämmerzunft und der Steinhauerzunft. Mit Stationen an der Clemenskirche und an der Heilig-Geist-Kapelle gaben die Schützen der St. Sebastianus Schützengesellschaft der heiligen Monstranz traditionell sicheres Geleit bis in die Herz-Jesu-Kirche. Es war ein besonderer Tag für die Mayener Schützen, denn mit der Fronleichnamsprozession beginnt in Mayen jedes Jahr das größte Schützenfest der Region, das sich über fünf Tage erstreckt.

Die Schützenkirmes zeigte sich aber nicht nur für aktive Vereinsmitglieder attraktiv. Dafür sorgten die Mayener Schützen mit einem bunten Rahmenprogramm, das durch einen unerwartet langen Gottesdienst jedoch bereits zum Auftakt etwas aus dem Rhythmus gebracht wurde. Die Schützen nahmen es jedoch gewohnt gelassen. Allen voran Brudermeister Jürgen Kreusch, der gemeinsam mit Oberbürgermeister Wolfgang Treis den traditionellen Fassanstich ungewollt verspätet vollzog. Mit bester Laune füllten die beiden dann gemeinsam die ersten Gläser für die zahlreichen Gäste, während die aktiven Schützen bereits die Reihenfolge des Adlerschießens auslosten.

Der Eröffnung folgte ein unterhaltsamer Auftritt von Brunni Gepp und Werner Blasweiler, die mit ihrem Programm „E Stünche Mayener Platt“ die volle Schützenhalle begeisterten. Die beiden präsentierten eine spritzige Auswahl an Geschichten und Anekdoten, die durch den Vortrag in Mayener Mundart lebendig und lebensnah waren. Lachtränen in den Augen der Gäste waren gleichfalls festzustellen, wie zustimmendes Nicken, mit dem der eine oder andere seine Erinnerung an eine der Geschichten zum Ausdruck brachte. Weil die Zuschauer unter Applaus lautstark eine Zugabe forderten, wurde das Königsschießen, bei dem die aktiven Schützen um die Prinzen- und Königstitel gegeneinander antreten, erneut nach hinten verschoben.


Alte Tradition


Der Anschuss auf den Königsadler ist die Ehre von Präses und Oberbürgermeister, die gemäß alter Tradition mit jeweils einem Schuss den Wettkampf um den Königstitel eröffnen. Wenig routiniert gab sich zunächst Dechant Matthias Veith, der das Gewehr erst nach ausführlicher Einführung zum Zielen anlegte. Zurückhaltend bescheiden überraschte er dann mit einem gekonnten Schuss, der dem Adler den Apfel aus der rechten Kralle riss. Nicht weniger imposant war die Leistung von Oberbürgermeister Treis, der mit einem fabelhaften Schuss dem Adler die Krone vom Kopf fegte. Das Adlerschießen war damit erfolgreich eröffnet.

Was folgte, war ein spannender Wettkampf um den begehrten Wanderpokal, der sich über Stunden hinzog. Unter dem präzisen Beschuss der routinierten Mayener Schützen hatte der Adler sehr schnell eine Menge „Federn“ lassen müssen. Doch der Rumpf zeigte sich in diesem Jahr besonders hartnäckig. 19 Schützen traktierten den Holzkörper mit ihren Kugeln. Jeder hatte dabei seine eigene, mehr oder wenig geheime Taktik, um „den Vogel von der Stange zu fegen“. Es dauerte bis in die Abendstunden, ehe Petra Zimmer der Königsschuss gelang. Mit dem Knall aus dem Lauf ihres Kleinkalibergewehrs splitterte laut der letzte Teil des wehrhaften Holzrumpfs. Was folgte, war ein dumpfes „Klonk“, mit dem der gespaltene Adler zu Boden fiel, noch bevor die attraktive Schützin ihr Glück mit einem Blick über ihr Sportgewehr fassen konnte. Für das kommende Jahr wird sie den prunkvollen Wanderpokal innehaben und darf fortan eine weitere Auszeichnung an ihrer Uniform tragen.

In einem weiteren Wettkampf siegte in diesem Jahr Martina Prüm, die sich mit dem besten Punkteergebnis den Titel „Scheibenkönigin“ sicherte. In den Kategorien Jugendprinz (Adlerschießen) und Scheibenprinz (Punkteschießen) gewann in diesem Jahr Marvin Nöthen. Bei den Schülern erreichte Fabian Bläser das beste Ergebnis im Punkteschießen und wurde als Schüler-Scheibenprinz ausgezeichnet.

Parallel zu den Wettkämpfen auf den Schießbahnen nutzten die St. Sebastianus Schützen die Gelegenheit, zur Ehrung einiger Schützenschwestern und Schützenbrüder vor zahlreichen Gästen für Ihre langjährige Mitgliedschaft. Brudermeister Jürgen Kreusch und Schriftführer Erich Nöthen ehrten Petra Zimmer und Albert Nell für 40-jährige sowie Sabrina Nöthen und Heinz Bergermann für 25-jährige Mitgliedschaft. Für zehnjährige Mitgliedschaft wurde Dominik Nöthen geehrt.

Am Freitag öffneten die Mayener Schützen ihre Schießbahnen für die interessierte Öffentlichkeit. Wer wollte, durfte bei einem „Gästeschießen für Jedermann“ unter Anleitung sein Glück am Gewehr auf die Probe stellen und auch in einem Wettkampf um Wanderpokale und kleine Preise antreten. Eine Herausforderung, die nicht so einfach zu meistern ist, wie es bei der bloßen Betrachtung den Anschein hat. Wie zahlreiche Gäste feststellen konnten, ist der Sport mit dem Gewehr sehr anspruchsvoll und mit dem geübten Umgang mit Luftgewehren auf zahlreichen Lukasmarktbesuchen nicht zu vergleichen.


Eine Bereicherung


Aber auch für die versierten Vereinsmitglieder war die Veranstaltung eine Bereicherung: Sie lernten von einigen Besuchern die eine oder andere „kreative Ausrede“, wenn die Kugel das gewünschte Ziel verfehlte. Trotz Wettbewerbsstimmung gab es jedoch keine Verlierer. Es war ein gelungener Tag, den die Mayener St. Sebastianus Schützen gemeinsam mit der befreundeten St. Sebastianus Bruderschaft aus Pulheim ausklingen ließen.

Nach einem Festgottesdienst in der St.-Veit-Kirche zogen die St. Sebastianus Schützen vergangenen Samstag, begleitet von der Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Mayen und der Schützenkapelle Luxem, in einem Festzug durch Mayen. Mit Paukenschlägen und Blasmusik ging es in einer stolzen Parade durchs Brückentor zum Brückenstraßenfest und die Marktstraße entlang. Ziel war das Alte Rathaus, um Landrat Dr. Alexander Saftig und dem Oberbürgermeister, vertreten durch Martina Luig-Kaspari, das Schützenständchen zu spielen. Im Anschluss stellte Brudermeister Kreusch auf dem Balkon des Alten Rathauses unter Beifall eines großen Publikums die neuen Königinnen und Prinzen vor. Mit dem Großen Zapfenstreich endete dann die Proklamation der neuen Majestäten.

Zum Ausklang der Schützenkirmes veranstalteten die St. Sebastianus Schützen am Sonntag ein Freundschaftsschießen mit den befreundeten Bruderschaften. Die Schützen aus Kehrig, Reudelsterz, Alzheim, Kürrenberg und Nitztal folgten der Einladung und maßen sich in einem Preisschießen auf Geldvögel und Geldsterne sowie einem Schießen auf Vereins- und Wertadler. Ihren Abschluss fand die Schützenkirmes wie gewohnt am Montagabend bei einem Dämmershoppen mit dem Ausschießen einer Ehrenscheibe.

Unterstützt von zahlreichen Helfern und gutem Wetter können die Mayener Schützen auch in diesem Jahr wieder auf eine gelungene und gut besuchte Schützenkirmes zurückblicken. Neben einem sportlichen und kulturellen Programm sorgten zwei Getränkestände, ein Imbiss sowie Kaffee und Kuchenbuffet für Frohsinn und Geselligkeit bei den erwachsenen Gästen, während die Kinder bei den organisierten Spielmöglichkeiten Beschäftigung fanden.

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Kommentare
Michael Daum:
Es ist wirklich unfassbar! Jetzt wo das bestellte Gutachten nicht das erhoffte Ergebnis zeigt, ist es plötzlich nicht aussagekräftig bzw. war nicht umfangreich genug. Da man sich ja offenbar so in die alternativlose Einschätzung verrannt hat, dass Bad Breisig ohne Therme nicht vorstellbar ist, fragt man sich doch, warum man dann Geld (ich meine mal etwas von 30.000€ gelesen zu haben) für ein Gutachten verschwendet. Offenbar sind nur Gutachten, die die eigene Weltsicht unterstützen, ordentliche Gutachten. Und wenn die Ergebnisse erst dann vorliegen, nachdem die Weichen für eine Sanierung schon gestellt sind, spricht das auch für sich. Eine merkwürdige Einstellung und sicherlich eine gute Erklärung für die vielen Probleme der Stadt. Wenn man auf die hohe Lebensqualität in der Stadt abstellt, so sollte man vielleicht auch mal darlegen, wie man diese auf lange Sicht zu finanzieren gedenkt. Leider ist die Enteignung der Bürger über immer höhere Steuern und Abgaben ja zu einfach.
Uwe Klasen:
Sehr geehrter Herr Müller, vielen Dank dass Sie mit jeder Zeile ihrer Kommentare meinen Eindruck, den ich von ihnen gewonnen habe, bestätigen! Zum Leidwesen der meisten anderen Menschen scheinen Sie sehr Intolerant zu sein und Andersdenkende lieber zu diffamieren anstatt sich mit diesen Menschen auseinanderzusetzen bzw. auch deren Meinung gelten zu lassen!
juergen mueller:
Ich müsste mich eigentlich glücklich schätzen erfahren zu dürfen, dass es Menschen wie Sie gibt, die nie interpretieren, dafür aber aus dem Belehren nicht mehr herauskommen, was wie eine Zwangsjacke sein muss, deren Leben wohl nur aus Sachlichkeit und Objektivität besteht, Menschen, die andere, die nicht Ihre Meinung vertreten, in eine Schublade stecken und ihnen geistige Grundlagen unterstellen, die unsere Demokratie gefährden. Mein lieber Herr Klasen, nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich habe mein Leben lang mit Klugscheissern wie Ihnen zu tun gehabt und dies auch noch heil und geistig frisch überstanden u. mir meine persönliche, demokratisch verordnete Gedankenwelt erhalten. Und was mein Recht ist oder nicht, das können Sie selbst in Erfahrung bringen, wenn Sie sich einmal mit dem Wort Demokratie auseinandersetzen. Hierzu interpretiere ich z.B. WIKIPEDIA.
Uwe Klasen:
Her Mueller, Sie interpretieren anstatt sachlich und objektiv zu beurteilen! Es ist ihr gutes Recht ihre Ansichten bzgl. anderen Parteien kund zu tun, aber damit einhergehend ist es NICHT ihr Recht, Andersdenkenden etwas Vorzuwerfen was nicht ihrer persönlichen Gedankenwelt entspricht und dafür noch geistige Konstrukte zu bemühen die in dieser Art und Weise nicht existieren! Von welcher Partei werden die Autos der Mitglieder verbrannt oder die Hauswände ihrer Wohnhäuser (bestenfalls) mit Farbe beschmiert, welcher Partei werden regelmäßig die Büros zerstört? Das solche, undemokratischen (!), Handlungen, die auch auf solch geistigen Grundlagen wie z.B. ihren Kommentaren beruhen, wird die Demokratie MEHR gefährdet als durch die "AfD" oder "Die Linke"! Übrigens, eine direkte Demokratie, wie z.B. die, seit Jahrhunderten, funktionierende und sich daraus immer weiter entwickelnde Schweiz ist, entgegen ihren Ansichten, eine durchaus gute funktionierende Demokratie!

Brückenkopf-Kongress

Wolfgang aus dem Hause G r e i b:
Wolfgang Huste - Solche Leute wie Sie sind der Untergang einer jeden Nation ! Jeder der sein Land liebt darf das tun - nur wir Deutschen sind dann alle rechts. Lesen Sie die Gesetze !!! Keine Ahnung was in der BRiD vorgeht und nur dummes Zeug von sich geben ! Weiowei
Wolfgang Huste:
MarKo hat recht: Hier handelt es sich um rechtsradikale Esoteriker. Das findet man leicht heraus, wenn man die Referenten "googelt". In dem Hotel Vier Jahreszeiten, Bad Breisig, haben sich schon öfter Rechtsradikale getroffen, auch die AfD.
Conny:
Offensichtlich handelt es sich um einen fingierten Kommentar, den der Schreiber Marko verfasst hat, um real denkende Menschen mit verlogenen Ausführungen zu diffamieren und ins Abseits zu stellen, weil er anscheinend aus der faschistischen Antifa stammt. Das lassen sein Briefstil und seine mangelhafte Grammatik erkennen! Diese Gruppe verübt seit 2 Jahren Attacken mit Kreide, Farbe, zerschlagenen Fensterscheiben, brennenden Autos und Prügeleien auf christlich demokratisch Andersdenkende.Wahrscheinlich haben er und seine Freunde die Kreide-Verunglimpfungen selber geschrieben, um einen Grund zu haben, der Presse etwas vorzuspielen! Conny
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