BLICKwinkel - Ihre Meinung bitte!

Streich oder Straftat?

Sollte man bei Traditionen ein Auge zudrücken, oder hat der Schabernack keinen Platz mehr in unserer Gesellschaft?

10.11.2017 - 13:33

Region. Ein brennendes Martinsfeuer sorgt in Niederlützingen in der Verbandsgemeinde Bad Breisig und darüber hinaus für Aufruhr. Die Netzgemeinde ist empört. Warum? Nun ja, das Feuer wurde in mühsamer Handarbeit von Ehrenamtlichen aufgebaut und dann in der Nacht von Unbekannten angezündet. „Dieser Schabernack hat Tradition“, sagen die Einen, „dreiste Brandstiftung!“, rufen die anderen – „ganz schön gefährlich“, wissen die Brandschützer. Der Fall ist keine Seltenheit, vielerorts wurden bereits Feuer vorzeitig angezündet.

Dass Schabernack zwar vielerorts Tradition hat, aber sich auch häufig auf einem schmalen Grat zwischen „harmlos-lustig“ und „gefährlich-strafbar“ bewegt, ist weithin bekannt. Ein Blick in unser Archiv zeigt: Auch im BLICKaktuell-Gebiet wird ganz schön viel Unfug getrieben, der teilweise schon als Sachbeschädigung und Gefährdung gelten kann.

Dass Junggesellenvereine den Maibaum des Nachbarortes absägen, ist zum Beispiel eine Sachbeschädigung mit Tradition. Von Kottenheim (hier waren’s traditionell die Ettringer) bis Lantershofen werden im gesamten BLICKaktuell-Land Fälle gemeldet. In Mendig wurde der Kindermaibaum 2015 sogar inklusive der eigens dafür angefertigter Aufstellvorrichtung gestohlen, was die Geschädigten verständlicherweise sehr ärgerte. Was 1969 in Ramersbach noch ein lustiger Junggesellen-Streit mit den Burschen aus Insul war, die Kabbelei darum, wer wo einen Baum stellen darf, wird heute von Einigen ganz und gar nicht mehr als lustig empfunden.

Auch an Halloween werden mittlerweile immer mehr Streiche verübt. Halloween ist ein Brauchtum, das seinen Weg aus Irland über die USA und nun auch nach Deutschland gefunden hat. Mittlerweile gibt die Polizei vor dem 31. Oktober Pressemitteilungen heraus, die mahnen, nicht allzu viel Unfug zu treiben, denn nicht selten wird hier die Schwelle zum Tatbestand einer Straftat überschritten. Den mahnenden Worten zum Trotz wurde 2013 in Mülheim-Kärlich eine Informationstafel und weitere Flächen mit dem Schriftzug „Happy Halloween“ versehen. Weit verbreitet ist auch das im selben Jahr in Linz gemeldete Werfen von Eiern gegen Haustüren und Autos, gemäß dem Spruch „Süßes sonst gibt’s Saures“. Streich oder Sachbeschädigung? Juristisch gesehen ist die Sache klar: Sachbeschädigung.

Besonders brenzlig wird es, wenn verärgerte Mitmenschen an einem Schabernack-Tag jemandem etwas zurückzahlen möchten und dabei deutlich übertreiben. Da gibt es Geschichten von ganzen Wagenladungen voller Mist, die auf Hausdächern verteilt wurden oder die des Ortsvorstehers von Heimerzheim, dessen Haustür mit Bauschaum verschmiert wurde... -MX-


Ihre Meinung ist uns wichtig!


Was meinen Sie, wo hört der Spaß auf? Ist es in Ordnung, Streiche zu spielen, wenn sie der Dorftradition entsprechen? Wie sieht es mit „importiertem“ Schabernack wie dem in der Halloween-Nacht aus?

Schreiben Sie uns ihre Meinung rund um das Thema „Streich oder Straftat“. Schicken Sie uns Ihren Kommentar ganz einfach per E-Mail an: blickwinkel@kruppverlag.de. Ausgewählte Lesermeinungen können ganz oder in Auszügen ohne gesondertes Einverständnis in einer der kommenden Ausgaben veröffentlicht werden.

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Kommentare
Tobias Schneider:
Ich bin Hofmann-Göttig dankbar, dass er schweren Schaden in Millionenhöhe von der Stadt abgewendet hat. 2010/2011 wollte Walterpeter Twer als der Herausgeber der Rheinzeitung die Stadt drängen, der TUS Koblenz für viele Millionen ein neues Stadion zu bauen. (Die TUS war damals kurz in der 2. Bundesliga.) Das hätte die Stadt viele Millionen gekostet. Hofmann-Göttig war standhaft und hat der TUS erklärt, dass die Stadt sich das nicht leisten kann. Hätte sich Walterpeter Twer durchgesetzt, hätte die Stadt jetzt ein riesiges Stadion für einen unterklassigen Verein und Millionen zusätzlicher Schulden am Hals. Daher: Danke JoHo, dass Sie trotz der publizistischen Macht von Herrn Twer Rückgrat bewiesen haben. Die RZ hat den OB danach lange nicht mehr im Bild abgedruckt oder wohlwollend über ihn berichtet. Ich vermute, dass das aktuelle Herumreiten auf den Verfehlungen von Herrn Hofmann-Göttig gerade in der Rheinzeitung ein spätes Nachtreten von Herrn Twer ist.
juergen mueller:
Ihren Einkommensvergleich kann ich weder nachvollziehen noch akzeptieren. Es ist mir bekannt was in der Wirtschaft, Ärzte- u. Apothekerschaft verdient wird, aber auch, welchem Verantwortungs- u. Entscheidungsbewußtsein z.B. letztere unterliegen. Hat es negative Folgen, dann hat es strafrechtliche Konsequenzen - ein Politiker bestreitet erst einmal, tritt dann zurück, kassiert dennoch automatisch Übergangsgeld (für jedes Jahr als MdB einen Monat in voller Höhe - derzeit 9542 Euro bis zu 1 1/2 Jahre). Langzeitabgeordnete kassieren defacto bis zu 171.756 Euro. Dazu kommt ein bereits für jedes Jahr als MdB fälliger Pensionsanspruch von 239 Euro monatlich. DAS alles zahlt der STEUERZAHLER. Eine solch generöse Altersversorgung gibt es nur bei uns. Das ist KEIN Ärgernis, sondern eine Sauerei hoch 3. Ich wüsste nicht, dass die von Ihnen angesprochenen mittelständischen Unternehmen oder Radiologen in diesen Genuss kommen, sondern vielmehr für ihr Geld hart "arbeiten" müssen.
Thomas Schmitz:
Hallo Herr Müller, klar, kann man die Bezahlung jetzt nicht mit der Bezahlung eines durchschnittlichen Angestellten vergleichen. Aus meiner Tätigkeit als Steuerberater weiß ich, was so manch Inhaber eines mittelständischen Unternehmens oder zum Beispiel ein Radiologe an Einkommen hat. Zum Teil übersteigt das die von Ihnen genannten Beträge deutlich. Wenn man dann sieht, welche Bedeutung die Entscheidungen eines Abgeordneten für uns alle haben kann, halte ich die Bezahlung nicht für unangemessen.
juergen mueller:
Es gibt Zeitgenossen, die einen auf der Straße unaufgefordert anquatschen - JA, ich habe diesen Artikel zum Anlass genommen mich zu der Finanzierung der MdB durch den Steuerzahler zu äussern. Vergessen habe ich zu erwähnen, dass diese 2014 mal so einfach beschlossen, ihre Einkünfte an den sogen. Nominallohnindex zu koppeln (durchschnittliche Entwicklung der Bruttomonatsverdienste der Beschäftigten), um einer öffentlichen, strittigen Debatte, verbunden mit der Diätenerhöhung, zu entgehen. Desweiteren, sich unsere sogen. Volksvertreter neben ihrem "regulären Politikersalär" eine Reihe versteckter Nebenleistungen gönnen. Auch die Frage bleibt, warum die MdB nicht selbst für ihre Pension privat vorsorgen müssen, sondern der Steuerzahler? Warum bekommen diese eine STEUERFREIE Kostenpauschale von monatl. 4318 Euro? Warum muss der Steuerzahler für diese ungerechtfertigte Vollalimentation mit seiner Arbeitskraft aufkommen um selbst nachher Altersarmut genießen zu dürfen?

Den Rücken der Gläubigen stärken

Thorsten Meier:
Guten Tag Herr Hambürger, ich verstehe nicht, was Sie unter UNSERE Kollekten und Kirchensteuer verstehen. Wenn Sie aus der Kirche ausgetreten sind, wird von Ihrem Gehalt doch keine Kirchensteuer eingezogen. Es zwingt Sie doch auch keiner, Geld für eine Kollekte zu geben. Warum sprechen Sie Kirche das Recht ab, frei über die Nutzung Ihrer Gelder zu entscheiden? Die Kirche maßt sich doch auch nicht an, Ihnen vorzuschreiben, was Sie mit ihrem Geld machen. Liebe Grüße Thorsten Meier
juergen mueller:
Die jetzige Aufregung kann ich beim besten Willen als einer derjenigen nicht verstehen, der bereits vor 38 Jahren seinen Kirchenaustritt begründet vollzogen hat. Limburg und Södertälje gab es zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schon - auch, dass kirchlicherseits Spenden z.B. für ein Kinderhilfswerk eingefordert wurden, Spenden, von denen ein kirchlicher Würdenträger seine "PENTHOUSWOHNUNG" renovieren ließ. An der Scheinheiligkeit und der Macht des Geldes hat sich auch nach Jahrhunderten kirchlicherseits NICHTS geändert, im Gegenteil, es gehört nach wie vor dazu. Der Slogan:"Den Rücken der Gläubigen stärken" ist genauso vermessen u. penetrant heuchlerisch scheinheilig, wie, als wenn ein Politiker "der Gläubigen" mit ersetzt "der Bürger" hinausposaunt. Wem bekannt ist, welcher "Reichtümer (Bares inkl. Immobilien, Ländereien)" sich die Kirche erfreuen darf, der sollte sich doch fragen:"WARUM stärkt man den Rücken der Gläubigen u. Hilfsbedürftigen nicht davon?" WARUM immer "DIE ANDEREN?"
Armin Linden:
Ich kann Sie sehr gut verstehen M. Hambürger. Wer sich mit Kirchen, mit beiden - i.d. Tiefe beschäftigt, stellt fest, was für ein Partyzug mit Riesem Anhang seit Jahren unterwegs ist. Party all over the world. Bonifatius - Caritas ..egal wer. Am besten ist die Partymeile der Evangelisten. Die nehmen direkt Familie u. Partner mit. Ordentlich abfüttern. Dieses ganze unkultivierte Verhalten, wurde hier bei uns massiv durch Deutsche Bischöfe gefördert. Nichts anderes. Da fällt auch "Benedetto" als Türöffner Kirche ist kein Vorbild mehr. Pfarrer vor Ort müssen ran. Trier - München - Berlin feiert Party. Jetzt bauen wir erst mal in Schweden-
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