Innenminister Roger Lewentz übergab drei Förderbescheide über je 150.000 Euro

Auf dem Maifeld tut sich was

11.10.2017 - 08:58

Polch. Roger Lewentz, rheinland-pfälzischer Minister des Innern und für Sport, hat am Alten Krankenhaus in Polch im Rahmen des Programms „Ländliche Zentren - kleinere Städte und Gemeinden“ drei Förderbescheide über je 150.000 Euro an den Polcher Stadtbürgermeister Gerd Klasen, an die Ochtendunger Ortsbürgermeisterin Rita Hirsch und an Walter Meurer, den Zweiten Beigeordneten der Stadt Münstermaifeld, übergeben. Meurer nahm den Bescheid stellvertretend für die in Urlaub weilende Münstermaifelder Stadtbürgermeisterin Claudia Schneider entgegen.

Dem Betrag von 150.000 Euro liegen zuwendungsfähige Gesamtkosten von 200.000 Euro zugrunde. Auf das Haushaltsjahr 2017 entfallen lediglich 7500 Euro, die restliche Summe wird in unterschiedlichen Teilbeträgen für die Jahre 2018 bis 2022 ausgewiesen. In dem gesamten Zuwendungsbetrag sind Bundesmittel von 66.650 Euro enthalten.

Die Städte Münstermaifeld und Polch waren zusammen mit der Ortsgemeinde Ochtendung in das Förderprogramm aufgenommen worden. Das Programm ist darauf ausgelegt, Gemeinden, die im ländlichen Raum zentrale Funktionen für ihr Umland erfüllen, in der zukünftigen Entwicklung ihrer Stadt- und Ortskerne zu unterstützen.

Anders als in der „klassischen“ Stadtsanierung hat der Projektansatz nicht nur funktionale und gestalterische Aufwertungen in den einzelnen Kernbereichen zum Ziel. Vielmehr geht es aber (auch) darum, in einer gemeinsamen Strategie Ziele und Maßnahmen zu formulieren, mit denen die drei Grundzentren der Verbandsgemeinde Maifeld auch in Zukunft Dienstleistungen der Daseinsvorsorge auch für ihr Umland erhalten beziehungsweise an sich verändernde Rahmenbedingungen anpassen können.


Herausforderung annehmen


Es geht in erster Linie darum, die Herausforderungen des demografischen Wandels und der hohen und weiter wachsenden finanziellen Belastung der kommunalen Haushalte anzunehmen und die Verbandsgemeinde Maifeld auch in Zukunft als attraktiven Wohn- und Gewerbestandort in der Region zu sichern. Maximilian Mumm, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Maifeld, meinte scherzhaft in Richtung Innenminister: „Nirgendwo ist Geld besser aufgehoben als hier bei uns in der Verbandsgemeinde Maifeld.“

Dem Polcher Stadtbürgermeister war wichtig, dass das Alte Krankenhaus als Übergabeort ausgesucht worden war, ursprünglich sollten die Bescheide auf dem Petersplatz in Münstermaifeld an den Mann beziehungsweise an die Frau gebracht werden. „Ich bin sicher, dass sich der Innenminister einen guten Einblick verschaffen konnte“, erklärte Klasen. Dem früheren Hospital gilt in den nächsten Jahren schließlich das Hauptaugenmerk. Zudem wird über ein neues Mobilitätskonzept nachgedacht. „Die Straßen sowie die Geh- und Radwege haben ihren Ursprung größtenteils in den achtziger Jahren“, so Klasen. „Heute müssen sich hier 7000 Menschen bewegen.“

Der Zeitpunkt für den Besuch hätte nicht günstiger gewählt werden können. Es herrschte Hochbetrieb auf dem Parkplatz und im Gebäude selbst. Im Alten Krankenhaus drängten sich die Besucher der Tafel, im Ausgaberaum hatten die ehrenamtlichen Helfer alle Hände voll zu tun, um den riesigen Ansturm zu bewältigen. Bevor Lewentz die Bescheide übergab, warf er einen Blick in das Alte Krankenhaus, das zu einem multifunktionalen Haus für die Einwohner ausgebaut werden soll. Im Freizeitpark konnte sich der Minister von den Möglichkeiten überzeugen, die das Areal für die geplante Entwicklung der Stadt darstellt. Dabei haben alle Verantwortlichen die Bedürfnisse der Senioren und die Barrierefreiheit im Blick, meinte Architekt Jürgen Sommer.

In Münstermaifeld ist die Beschilderung der historischen Gebäude bereits abgeschlossen. „Nun werden wir uns dem Petersplatz sowie der Obertor- und der Untertorstraße widmen und die Förderung von privaten Modernisierungen intensivieren“, verdeutlichte Meurer als Zweiter Beigeordneter der Stadt und Mitglied der Projektgruppe in Personalunion. „Bei einem Kernbereich von zehn bis 15 Hektar ist das eine Mammutaufgabe.“

Ähnlich sieht es in Ochtendung aus. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Kreuzungsbereich Koblenzer Straße/Hauptstraße/ Plaidter Straße/Polcher Straße, in naher Zukunft soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. Zudem soll der Raiffeisenplatz so neu gestaltet werden, dass Kinder und Senioren dort gefahrlos die Straße überqueren können. Private Modernisierungen dürfen auch in der 5500 Einwohner zählenden Gemeinde nicht fehlen. In der Zwischenzeit gibt es vier Projekte, wo Leute in alte Gebäude investieren. Was Förderbescheide nicht alles möglich machen…

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Kommentare

Der Landrat brachte 500 Euro mit

Gudrun Kast :
Sehr schöner Bericht, liebe Monika Fuchs
Uwe Klasen:
Nun ja, abgesehen von den positiven Auswirkungen der Renaturierung des Bächelsbaches und den negativen Erfahrungen der Betroffenen, so kann der BUND vielleicht die Aussage ("eher mit einem Ja zu beantworten") mit Daten des Umweltbundesamtes (Monitoringbericht 2015) neu beurteilen, worin "es keine erkennbare Zunahme von Starkregen in Deutschland gebe; das Ergebnis gelte auch für den Sommer: "Die Zahl der Tage mit einer Niederschlagssumme von 20 Millimeter und mehr im Sommer ist seit 1951 nahezu unverändert geblieben". Und, lt. den Prognosen der Computermodelle zum (anthroprogonen) Klimawandel sollen ja die Sommer in Deutschland trockener werden. Wie immer, nichts genaues ist bekannt!
Kugelmann:
Demokratie lebt vom WANDEL! Macht zu lange ausgeübt, führt zu Selbstüberschätzung derer, die sie glauben zu haben. „Siegessicherheit macht nämlich leichtsinnig und TRÄGE!“ Von 49. 359 Wahlberechtigten wählten 37.653 (76,28%) den CDU-Kandidaten nicht! Das bedeutet, dass sich der neue OB in den kommenden Jahren auch wieder auf eine Mehrheit von Mitbürgern abstützen muss, die sich wenig für Kommunalpolitik interessiert sowie politisch anders orientiert ist. Das macht wie so oft deutlich, welchen Stellenwert das Amt und die Person für die Bürger Neuwieds mittlerweile (40,1 % Wahlbeteiligung) besitzen. Bei einer Wahlbeteiligung (Stichwahl) von nur noch 40,41 % wurden dann aus 11.706 Stimmen 59,56 % für ihn, was letztlich heißt, dass der zukünftige Oberbürgermeister sich auf eine ihn gewählte Minderheit/Wahlberechtigte abstützt, die in naher Zukunft auch wieder unter „Artenschutz“ gestellt wird. „Wer trägt denn nun die Verantwortung für dieses „Desinteresse? Zweifelsohne Politiker mit ihrem Auftreten und Verhalten selbst.“ Wenn die negativen Erfahrungen der Bürger beim direkten Kontakt mit Politikern und Staat überwiegen, formt sich ein Bild des Versagens, des Rückzugs und der Verärgerung. Dagegen muss die Politik vorgehen - durch das Handeln vor Ort. Insofern ist es richtig, Probleme zu benennen, die der Bürger wirklich hat. Noch besser ist es, diese auch lösen zu wollen – ohne Kompetenzgerangel. Deshalb muss es heute und zukünftig lauten „Mehr Staat wagen“. Nicht, um die Wirtschaft zu reglementieren oder die Bürger zu überwachen, sondern um dort besser zu funktionieren, wo es einen berechtigten Anspruch an den Staat gibt. Im Klartext: „Dort, wo der Bürger den Staat wirklich braucht. Das kostet Geld – für die Verwaltung, Lehrer, Polizisten, Schulgebäude, Krankenhäuser etc.. Aber es ist gut angelegtes Geld. Weil Vertrauen in den Staat auch Vertrauen in die Demokratie bedeutet. Und das sollte auf keinen Fall verloren gehen.“ „BEGEISTERN durch VORBILD!“ Dem neuen Oberbürgermeister sind viel Glück und Stehvermögen zu wünschen, auf das er nicht zu einem Getriebenen und Erfüllungsgehilfen einer siegestrunkenen CDU wird, die doch schon jahrelang mit den „Hufen“ gescharrt hatte.
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