Die Sanierung des Unkeler Hallenbades

Beginn frühestens Mitte nächsten Jahres

Der Unkeler VG-Rat votierte einstimmig dafür, die Chancen einer höheren Förderung wahrzunehmen

11.07.2017 - 13:36

Unkel. Wegen der vom Planer Oliver Martin empfohlenen Anschaffung eines neuen Hubbodens im Unkeler Hallenbad hatte der Hauptausschuss keinen Empfehlungsbeschluss hinsichtlich eines neuen Förderantrags gefasst, sondern für eine Beratung in den Fraktionen gestimmt. „Kurzfristig haben sich zwei neue Möglichkeiten zur Förderung der Baumaßnahme ‚Hallenbad‘ ergeben. Auch wenn es sich bisher nur um mögliche Förderungen handelt, ist es meiner Ansicht nach aufgrund der angespannten Finanzlage der VG Unkel und der ihr angehörigen Kommunen geboten, diese Chancen zu nutzen“; hob VG-Chef Karsten Fehr auf der jüngsten Sitzung des VG-Rates hervor. Nachdem der Planer Oliver Martin Ende März das mit dem Arbeitskreis „Hallenbad“ erarbeitete Sanierungskonzept im Rat vorgestellt hatte, war im Mai zunächst ein Antrag auf Schulbauförderung im Mai auf den Weg gebracht worden. „Den Beratungsgesprächen mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) zufolge wären von den kalkulierten Gesamtbaukosten in Höhe von 873.900 Euro anteilige lediglich knapp 287.000 Euro zuwendungsfähig, da Unterhaltungs- oder reine Ersatzmaßnahmen nicht förderfähig sind, sondern nur Kosten, die dem Schulbau zuzurechnen sind“, so Karsten Fehr. Demnach hatte die VG 143.563 Euro als Zuwendung beantragt, sodass die VG-Kasse und über diese die der vier Kommunen mit über 730.000 Euro belastet worden wären. Mittels des Sonderprogramms „Investitionspaket Soziale Integration im Quartier“ oder des aufgestockten Kommunalinvestitionsprogramms KI 3.0 „Schulinfrastruktur“ wäre aber eine 90-prozentige Förderung möglich. Würde diese beantragt, wäre der Beginn der Baumaßnahmen in den Sommerferien nicht zu halten. „Die Sanierung ist zwar unbedingt notwendig und dringend erforderlich, vor dem genannten Hintergrund fehlender Finanzen erscheint eine Verzögerung bis zur endgültigen Entscheidung, über die Bewilligung einer Förderung durchaus vertretbar“, erklärte der VG-Chef.

Das sah auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Schmitz so. „Den Baubeginn können wir unter diesen Voraussetzungen durchaus bis Mitte 2018 zurückstellen. Einer Erneuerung des Hubbodens stimmen wir aber nur zu, wenn auch dieser zu 90 Prozent gefördert wird“, hob er hervor. Ohne Förderung müsse man es bei dem, 42 Jahre alten, aber noch funktionstüchtigen Hubboden belassen. Der interessierte seinen Parteifreund Günter Küpper weniger, der sich dagegen aussprach, im Falle einer großzügigeren Förderung auch die Sauna wieder in das Sanierungsprogramm aufzunehmen. „Gründe für die äußerst knappe Entscheidung, bei der Sanierung auf die Sauna zu verzichten, waren die Kosteneinsparung und der zusätzliche Raumgewinn“, erinnerte er. Bei einer 90-prozentigen Förderung würde die Sauna die VG aber nur noch 6.400 Euro kosten. „ Kein Gast kommt zusätzlich in das Hallenbad, nur weil der Umkleidebereich geräumiger gestaltet worden ist, die Sauna aber würde eine Qualitätssteigerung der gesamten Anlage darstellen und mit Sicherheit weitere Besucher anlocken“, gab er zu bedenken. Außerdem hätte die Unkeler mit der Schließung des Freibades schon auf ein wichtiges Freizeitangebot verzichten müssen.


14 Gegenstimmen für eine Sauna


Untermauert wurde er in seiner Argumentation von seinem Parteifreund Stefan Heinrichs (CDU), insgesamt folgten ihm aber nur acht Ratsmitglieder, während sich übrigen 14 gegen die Sauna aussprachen. „Dem Arbeitskreis und dann mit knapper Mehrheit auch diesem Gremium war ein geräumiges Raumprogramm wichtiger als eine doch sehr schlichte Sauna-Anlage“, folgte Ralf Hillen (SPD). Wie Stefan Schmitz sprach auch er sich gegen einen neuen Hallenboden aus, wenn dieser nicht unter die 90-prozentige Förderung falle. „Gut 225.000 Euro für einen neuen Hubboden, das ist schon ein ‚Hammer‘, den uns Oliver Martin da wieder ganz plötzlich präsentiert“, monierte er. Was habe der Planer dem VG-Rat nicht schon alles scheibchenweise aufgebürdet, nachdem er auf die Frage nach weiteren Überraschung zuvor immer wieder beteuert habe, hinsichtlich der Kosten sei das Ende der Fahnenstange erreicht. „Ich traue ihm nicht mehr und will jetzt wissen, ob mit den 227.000 Euro wirklich alle Kosten vom Einbau bis zum Stromkasten und möglichen zusätzlichen Forderungen für die Planung abgedeckt sind“, fragte er die Verwaltung. Nachdem dies bejaht worden war, sprach sich Karsten Fehr für eine Erneuerung des Hubbodens unabhängig von der Höhe einer Förderung aus. „Über dessen tatsächliche Restnutzungsdauer kann keine sichere Aussage getroffen werden. Da die Maßnahme irgendwann ohnehin ansteht ist abzuwägen, ob man diesen unbekannten Zeitpunkt aufschiebt, obwohl dann mit höheren Baukosten zu rechnen ist“, gab er zu bedenken. Da der Hubboden noch funktionstüchtig sei, sollte man es im Förderantrag bei der gut 847.000 Euro teuren Sanierung des reinen Schulhallenbades belassen, forderte Marie-Luise Becker (CDU) auch bei Fördermitteln sparsam zu sein. Damit konnte wie sich aber ebenso wenig durchsetzen wie Hermann-Josef Sich (FDP), der sich entschieden für den Einbau eines neuen Hubbodens aussprach, um so optimale Voraussetzungen für den Schwimmunterricht kleinerer Kinder zu gewährleisten. Mit 17 Stimmen bei einer Enthaltung sprach sich der VG-Rat dagegen aus, den 42 Jahre alten Hubboden zu ersetzen, falls dieser nicht gefördert würde. Mehrheitlich bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen votierten die Mandatsträger dafür, diesen in den Förderantrag mit einem Volumen von dann gut 1,1 Millionen Euro aufzunehmen, aber eben nur, wenn die 227.000 Euro teure Anschaffung auch mit 90-Prozent gefördert werden sollte, nachdem sie zuvor einstimmig beschlossen hatten, eine bis zu 90-prozentige Förderung mittels des Sonderprogramms „Investitionspaket Soziale Integration im Quartier“ oder des aufgestockten Kommunalinvestitionsprogramms KI 3.0 „Schulinfrastruktur“ zu beantragen.

DL

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Motocross Fahrer schlägt einen Spaziergänger

juergen mueller:
Hallo m.m, schon gelesen (ich meine die Zeitung - oder liest man keine?). Nur zur Richtigstellung. Die Prügelattacke geht auf das Konto einer Spezie, die zu dem Typ Zweibeiner gehört, der seine Frustration und sein Gewaltpotenzial so auslebt, wie es ihm genehm ist und sich einen Scheiß darum schert, ob bei seinem unnatürlichen Verhalten andere zu Schaden kommen können, sondern dies eher bewusst in Kauf nimmt. Hinzukommt, dass er nicht den Arsch in der Hose hat sich bei der Polizei zu melden, um seine Version dieses Vorfalles abzugeben. Wäre mir dieses Geschehen widerfahren, versprochen, wäre dies anders ausgegangen und gewiss nicht zu meinem Nachteil, da auch ich die traurige Erfahrung machen musste, dass man mit Reden alleine nichts bewirken kann, sondern nur mit Handeln.
m.m:
ob die da fahren durften hin oder her ,geht ja um die Körperverletzung und die ging anscheinend vom Wanderer aus ,der Motorradfahrer hat sich verteidigt. vielleicht ist die Gegendarstellung ja auch längst bei der Polizei eingetroffen ...
juergen mueller:
Fakt ist erst einmal, dass die Motocross-Fahrzeuge NICHTS dort zu suchen hatten. Und was die Gegendarstellung auf Facebook betrifft, so würde es mich interessieren, von wem diese Gegendarstellung abgegeben wurde - warum auf Facebook und nicht bei der Polizei. Desweiteren, ich gehe mal davon aus, dass die beteiligten Motocross-Fahrer auch auf Facebook präsent sind - WARUM melden sich diese nicht bei der Polizei um zu einer Klärung beizutragen?
juergen mueller:
"Das kann so nicht weitergehen". Große Worte von einem, der OB unserer Stadt werden will und, egal was so nicht weitergehen kann, immer wieder betont, sich dafür einzusetzen, wenn er denn OB geworden ist. Mir fehlt alleine schon an den Worten der Glaube, da nie die Rede davon ist, wie das alles und wovon bezahlt werden soll. Das in "vielen" Fällen (und das sind viele) dies auch mit geringem Aufwand möglich sei, daran dürfte Herr Langner wohl nur selbst glauben, zumal ER das alleine auch NICHT entscheiden kann. Es sind immer wieder diese gleichlautenden, wiederholten Beteuerungen und Versprechungen, die es in ihrer Vielzahl (zumindest mir) unmöglich machen, darin auch nur einen Funken von Wahrheit u. Umsetzungsvermögen zu erkennen bei der ebensolchen Vielzahl eigentlicher Probleme, die die STADT wie in einer Art Zwangsjacke einengen und Träumereien ausschliessen müsste. Aber im WAHLKAMPF gelten nunmal andere Maßstäbe und da kommt es auch nicht unbedingt auf Wahrheiten an.
Manuela Keck:
Das ist ganz großartig. Die Facebookgruppe behind the police dankt ihnen dafür. http://www.facebook.com/groups/behindthepolice
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