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Neue Sicherheitsanwendung „DIKE-App“ in Holzweiler vorgestellt

Bürger können künftig selbst auf mögliche Gefahren hinweisen

Initiative „Aufmerksamer Nachbar“ um Elke Wolber hat die Anwendung ein halbes Jahr lang intensiv getestet

Bürger können künftig selbst
auf mögliche Gefahren hinweisen

In Holzweiler wurde die neue Sicherheits-App vorgestellt. Foto: JOST

30.12.2016 - 14:45

Holzweiler. Die neu entwickelte Sicherheits-App „DIKE“ bietet ihren Nutzern im Sinne eines Frühwarnsystems die Möglichkeit, schneller auf Gefahren hinzuweisen und die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten. Nach der erfolgreichen Erprobung in der Gemeinde Grafschaft (Kreis Ahrweiler) soll „DIKE“ jetzt in einer größer angelegten Beta-Phase im Großraum Bonn sowie in Frankfurt und Hamburg in Betrieb genommen werden. Mitmachen können alle Interessenten, die sich zuvor auf der Website www.dikeapp.de registriert haben. Im Gegensatz zu bisherigen Warnsystemen, wie etwa Katwarn, mit dem die Behörden beispielsweise die Bevölkerung beim Münchener Amoklauf gewarnt hatten, funktioniere die Informationsverbreitung der neuen Technik in beide Richtungen. Mit „DIKE“ könnten Informationen über Ereignisse und mögliche Gefahren direkt von der Bevölkerung an Behörden gemeldet werden. Die beiden Erfinder Dr. Thomas Gnirs und Christian Landgrebe stellten die App jetzt in der Alten Schule in Holzweiler vor, denn hier war sie ein halbes Jahr lang von den Mitgliedern der Initiative „Aufmerksamer Nachbar“ um Elke Wolber intensiv getestet worden. Mit ihrem Nachbarschaft-Projekt war Elke Wolber schon in der Talkshow von Maybrit Illner zu Gast und stellte dort ihre Erfahrungen vor. So wurden die DIKE-Gründer aus Darmstadt auf sie aufmerksam und erkoren die Grafschaft zu ihrem ersten Testgebiet.


Familienmitglieder, Nachbarn und die Polizei warnen


Mit der neuen App könnten erstmals Bürger ihre Familienmitglieder, Nachbarn und Personen im Umkreis oder auch Einsatzkräfte wie Polizei und Feuerwehr über lokale Vorfälle und potentielle Gefahren schnell informieren, so Gnirs. Dabei sei es über eine standardisierte Maske in wenigen Sekunden möglich, Eingaben wie Textinformationen, aber auch Töne und Bilder in Echtzeit zu verbreiten. So könnten sich Nutzer und Behörden umgehend ein erstes Bild über die aktuelle Sicherheitslage verschaffen und geeignete Maßnahmen zur Gefahrenabwehr einleiten. Deshalb lautet das Motto der „DIKE“-Macher:: „Mach Dein Leben sicherer. Und das der anderen. Jederzeit. Überall.“ „Es geht bei Weitem nicht nur um Einbrüche, sondern um die Transparentmachung von Straftaten, bei denen die Polizei im Nachhinein oft das Problem der Beweissicherung hat“, so Gnirs. Mittels DIKE und seiner Video-Upload-Funktion könnten Hot-Spots wie etwa die Kölner Silvesternacht nahezu in Echtzeit auch von den Behörden aus der Entfernung besser eingeschätzt werden. Mit einer solchen Sicherheits-App hätten Straftäter aus der Silvesternacht schneller überführt werden können, ist er sicher. „In der Vergangenheit wurde immer wieder kritisiert, dass mutmaßliche Täter und Verdächtige aus Mangel an Beweisen und wegen der zu Recht geltenden Unschuldsvermutung wieder freigelassen wurden.“


Noch effektiver gegen Einbrüche schützen


Seit Ende Oktober hatten Bürger aus Esch und Umgebung im Rahmen eines Pilotprojekts die neue Sicherheits-App getestet. Sie soll die Nachbarschaft digital vernetzen und sicherer machen. An der Pilotphase haben sich bislang etwa 200 Nutzer beteiligt. Die App ermöglicht beispielsweise das Teilen auffälliger Beobachtungen, Ereignisse oder Vorfälle und soll auch die Wachsamkeit in der Nachbarschaft schärfen, um sich durch die digitale Vernetzung noch effektiver gegen Einbrüche zu schützen. Die Ergebnisse stimmen die Entwickler zuversichtlich, da sich schon nach kurzer Zeit ein positiver Trend beobachten lasse.

Ausführliche Nutzerbefragungen sowie die Analyse des Anwendungsverhaltens belegten, dass Bürger ein hohes Bedürfnis hätten, in Echtzeit über Vorfälle informiert zu werden, um gegebenenfalls sofort reagieren zu können. Ein weiteres Ergebnis aus der Pilotphase zeige: „Für Nutzer ist es sehr wichtig, dass sie selbst Meldungen veröffentlichen und kommentieren können. Sie wollen nicht nur selbst benachrichtigt werden, sondern sind auch bereit, andere zu informieren.“


Bürger über mehrere Ortschaften hinweg vernetzen


Mit der neuen Sicherheits-App sei es gelungen, Bürger über mehrere Ortschaften hinweg miteinander zu vernetzen. „Wir würden es begrüßen, wenn künftig auch die Polizei solche neuen Entwicklungen anwenden würde“, betont Elke Wolber, die gemeinsam mit weiteren Bürgern die Vernetzung der Nachbarschaft zu mehr Information und mehr Sicherheit und letztlich auch zur Vermeidung von möglichen Straftaten fordert. Dies, so Wolber, bestätige sich zudem in der uneingeschränkten Bereitschaft der Bürger, die Polizeiarbeit durch aktives Meldeverhalten gezielt zu unterstützen. Die Polizei vor Ort in Bad Neuenahr-Ahrweiler habe das Engagement der Bürger, durch das bereits eine tendenziell niedrigere Einbruchsquote erreicht worden sei, mehrfach gelobt.

In der „DIKE-App“ findet der Nutzer selbst auch alle aktuelle Sicherheitsmeldungen, die von anderen Personen oder der Polizei im Umkreis veröffentlicht wurden. Die Meldungen werden ortsbezogen auf einer Karte und zeitbezogen in einem Meldungs-Feed angezeigt und können kommentiert werden. Ebenso kann jeder Nutzer eigene Meldungen erstellen, wenn er etwas Verdächtiges beobachtet. Bei gemeldeten Ereignissen wird zwischen Beobachtungen, Vorfällen und Notfällen differenziert. Den Meldungen können Fotos und Videos mit Zeit- und Ortsangabe beigefügt werden. Community-Regeln, ein Verifikationsprozess sowie ein Bewertungssystem durch die Nutzer sollen künftig dafür sorgen, dass Falschmeldungen, Spam und Denunziationen von vornherein unterbunden werden.

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Kommentare
16.01.2017 12:33 Uhr
Florian Landenberger schrieb:

Liebe Frau Koslik, vielen Dank für Ihre Anmerkung. Bei der Entwicklung der DIKE-App steht für uns das Thema Prävention im Vordergrund. Es dreht sich also nicht vorrangig um Situationen, bei denen Sicherheitskräfte wie Polizei, Feuerwehr o.ä. hinzugezogen werden müssen. Vielmehr geht es darum Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen, Beobachtungen zu melden und dadurch Gefährdungssituationen zu vermeiden bzw. auf ein Minimum zu reduzieren. Wenn Einsätze von Polizei oder Feuerwehr dennoch unvermeidbar sind, so werden die Einsatzkräfte zukünftig auch von den in der DIKE-App durch die Nutzer gegebenen Informationen profitieren, da sie durch die zusätzlichen Hinweise noch gezielter und effektiver eingreifen können. Das ist die zentrale Zielsetzung unserer App. Zweifelsohne ist die Vernetzung mit Polizei und Feuerwehr also absolut sinnvoll und über kurz oder lang absolut wünschenswert. Genau daran arbeiten wir aktuell!



07.01.2017 15:16 Uhr
Heike Koslik schrieb:

Blöd nur, dass die Behörden, Polizei und Feuerwehr diese App nicht nutzen. Damit verschwindet auch der Einzige Nutzen der App. Wozu also dann registrieren???
99,9 Prozent der angemeldeten Nutzer werden diese App wohl nie brauchen. Aber sehr gut, dass sie da ist!



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1. Juden-Deportation vor 75 Jahren

Udo Klein:
Ich teile diese Meinung nicht. Ich persönlich ,Jahrgang 1954 , trage nicht eine direkte Verantwortung der Verbrechen der Nazi Gewaltherrschaft aber ich trage eine Verantwortung dafür, dass so etwas sich niemals wiederholt. Und es ist unsere Verantwortung immer wieder an diese Verbrechen zu erinnern und zu mahnen.
Counsel :
Es waren schlimme Zeiten. Aber: Die Allermeisten, und zumal die vielen Bürger mit Migrationshintergrund, angeblich 25 %, haben das Dritte Reich nicht erlebt. Es leben nur noch wenige Opfer, die als Kinder ins KZ kamen, und praktisch keine Täter mehr. Die Personen, die überhaupt noch eine Erinnerung haben können, über 80 Jahre alt. Und wenn Sie theoretisch an den Verbrechen beteiligt sein könnten, sind sie höchstens Jahrgang 1929 (bei Kriegsende 16Jahre alt) und heute 87 und älter. Da könnte man sich auch an die Verbrechen im 30jährigen Krieg "erinnern". Heutige Deutsche haben mit dem Holocaust so wenig zu tun wie mit der Ausrottung der Indianer oder den laut Altem Testament göttlich angeordneten Völkermorden an den Amalekitern, (Amoriter), Hethitern, Perissitern, Jebusitern und Hiwwitern. Heute wohnt der Tod vor allem im Nahen Osten.
 
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