Leserbrief zum Kommentar von Chefredakteur Hermann Krupp, Blick aktuell Nr. 45, S. 3

Der Oberbürgermeister von Koblenz und seine Verdienste

14.11.2017 - 13:37

Vorab: Ich habe 30Jahre in der Bundeswehr gedient und anschließend 11 Jahre in einer internationalen Organisation in Brüssel als Angestellter gearbeitet. Aus beiden Arbeitsverhältnissen beziehe ich eine Pension bzw. Rente, aber anders als bei unserem Oberbürgermeister (OB) , addieren sich die bei mir nicht, sondern werden gegeneinander aufgerechnet. Was lernen wir daraus? Für Politiker gelten andere Regeln als für normale Sterbliche…..sympathisch ist das nicht.

Darüber hinaus sehe ich die Leistungen unseres OB durchweg kritischer. Da ist z.B. die Nordtangente: Seit 50 Jahren geplant, hat er zusammen mit dem Minister Lewentz am 19. Oktober 2015 zum Spaten gegriffen, um den Baubeginn der Nordtangente zu feiern. 2,5 Jahre sollte die Bauzeit betragen. Und wo stehen wir heute? Wie viele Meter sind gebaut worden? Hat sich der OB um diese, für viele Menschen wichtige Verbindung gekümmert? Die Stadtverwaltung erweckt den Eindruck, die Verzögerung sei dem LBM geschuldet, dabei ist es die Stadt, die beispielsweise für den Durchbruch der Winninger Straße verantwortlich ist.

Oder der Lärmaktionsplan: Im Jahre 2011 im Rat verabschiedet mit eindeutigen Prüfungsaufträgen an die Verwaltung. Darunter der Vorschlag, 30 km/h auf der Trierer Straße einzuführen. Das war vor 6 Jahren. Was ist aus diesem Auftrag geworden? Diese Frage wurde gerade öffentlich diskutiert. Die Antwort : Nix!

Oder: Da beschließt der Rat am 17.3.2016 unter Vorsitz des OB, „die kurzfristige Inbetriebnahme der Ortsumgehung“ für Rübenach. Und was passiert ? Nix!

Oder: Da beschließt der Rat ein Lkw Verbot zwischen Rübenach und dem GVZ auf der L 125. Und was passiert? Sie können es sich sicher denken: Nix!

Oder: Da gammelt hier in Rübenach seit 30 Jahren eine ehemalige Eisenbahnstrecke vor sich hin, die in anderen Gemeinden in einen Radweg umgewandelt wurde oder wird. Alle reden von Radwegen, aber wie viel Kilometer Radwege sind in Koblenz entstanden?

Der OB hat sich unzweifelhaft für das Tierheim in der Rübenacher Gemarkung eingesetzt, aber leider nicht für die Kinderspielplätze in Rübenach. Einen Platz haben wir, aber drei müssten es aufgrund der Einwohnerzahl sein.

Ich könnte die Liste fortführen. Das hätte ich normalerweise für mich behalten, aber Ihre Lobhudelei in „Blick Aktuell“ vom 9. November geht mir zu weit.

Rüdiger Neitzel,

Koblenz-Rübenach

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Kommentare
16.11.2017 19:07 Uhr
juergen mueller schrieb:

Ihren Einkommensvergleich kann ich weder nachvollziehen noch akzeptieren.
Es ist mir bekannt was in der Wirtschaft, Ärzte- u. Apothekerschaft verdient wird, aber auch, welchem Verantwortungs- u. Entscheidungsbewußtsein z.B. letztere unterliegen. Hat es negative Folgen, dann hat es strafrechtliche Konsequenzen - ein Politiker bestreitet erst einmal, tritt dann zurück, kassiert dennoch automatisch Übergangsgeld (für jedes Jahr als MdB einen Monat in voller Höhe - derzeit 9542 Euro bis zu 1 1/2 Jahre).
Langzeitabgeordnete kassieren defacto bis zu 171.756 Euro.
Dazu kommt ein bereits für jedes Jahr als MdB fälliger Pensionsanspruch von 239 Euro monatlich.
DAS alles zahlt der STEUERZAHLER.
Eine solch generöse Altersversorgung gibt es nur bei uns.
Das ist KEIN Ärgernis, sondern eine Sauerei hoch 3.
Ich wüsste nicht, dass die von Ihnen angesprochenen mittelständischen Unternehmen oder Radiologen in diesen Genuss kommen, sondern vielmehr für ihr Geld hart "arbeiten" müssen.



15.11.2017 20:43 Uhr
Thomas Schmitz schrieb:

Hallo Herr Müller,

klar, kann man die Bezahlung jetzt nicht mit der Bezahlung eines durchschnittlichen Angestellten vergleichen.

Aus meiner Tätigkeit als Steuerberater weiß ich, was so manch Inhaber eines mittelständischen Unternehmens oder zum Beispiel ein Radiologe an Einkommen hat. Zum Teil übersteigt das die von Ihnen genannten Beträge deutlich.

Wenn man dann sieht, welche Bedeutung die Entscheidungen eines Abgeordneten für uns alle haben kann, halte ich die Bezahlung nicht für unangemessen.



15.11.2017 18:48 Uhr
juergen mueller schrieb:

Es gibt Zeitgenossen, die einen auf der Straße unaufgefordert anquatschen - JA, ich habe diesen Artikel zum Anlass genommen mich zu der Finanzierung der MdB durch den Steuerzahler zu äussern.
Vergessen habe ich zu erwähnen, dass diese 2014 mal so einfach beschlossen, ihre Einkünfte an den sogen. Nominallohnindex zu koppeln (durchschnittliche Entwicklung der Bruttomonatsverdienste der Beschäftigten), um einer öffentlichen, strittigen Debatte, verbunden mit der Diätenerhöhung, zu entgehen. Desweiteren, sich unsere sogen. Volksvertreter neben ihrem "regulären Politikersalär" eine Reihe versteckter Nebenleistungen gönnen.
Auch die Frage bleibt, warum die MdB nicht selbst für ihre Pension privat vorsorgen müssen, sondern der Steuerzahler? Warum bekommen diese eine STEUERFREIE Kostenpauschale von monatl. 4318 Euro? Warum muss der Steuerzahler für diese ungerechtfertigte Vollalimentation mit seiner Arbeitskraft aufkommen um selbst nachher Altersarmut genießen zu dürfen?




14.11.2017 18:53 Uhr
juergen mueller schrieb:

Politik u. VERDIENST

- MdB Diät monatl 9542 Euro
- Kostenpauschale " 4318
- Mitarbeiter " " 20870
- Krankenvers Zuschuss " 250
- Sachleistung jährl 12000
(Schreibmaterial,Papier,Notebook,iPad,Navi
auch f. privat)
- Reisekosten:alle Verkehrsmittel DB kostenfrei
Netzkarte auch für Urlaubsreisen,Inlandsflüge
kostenfrei,Dienstwagenflotte Bundestag
- KEINE Beiträge Altersverso
- nach 1 Jahr Pensionsanspruch 239
- nach 8 Jahren 1908,40
- Übergangsgeld f. jedes Jahr MdB monatl 9542

SYMPHATISCH ???



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Kommentare
Tobias Schneider:
Ich bin Hofmann-Göttig dankbar, dass er schweren Schaden in Millionenhöhe von der Stadt abgewendet hat. 2010/2011 wollte Walterpeter Twer als der Herausgeber der Rheinzeitung die Stadt drängen, der TUS Koblenz für viele Millionen ein neues Stadion zu bauen. (Die TUS war damals kurz in der 2. Bundesliga.) Das hätte die Stadt viele Millionen gekostet. Hofmann-Göttig war standhaft und hat der TUS erklärt, dass die Stadt sich das nicht leisten kann. Hätte sich Walterpeter Twer durchgesetzt, hätte die Stadt jetzt ein riesiges Stadion für einen unterklassigen Verein und Millionen zusätzlicher Schulden am Hals. Daher: Danke JoHo, dass Sie trotz der publizistischen Macht von Herrn Twer Rückgrat bewiesen haben. Die RZ hat den OB danach lange nicht mehr im Bild abgedruckt oder wohlwollend über ihn berichtet. Ich vermute, dass das aktuelle Herumreiten auf den Verfehlungen von Herrn Hofmann-Göttig gerade in der Rheinzeitung ein spätes Nachtreten von Herrn Twer ist.
juergen mueller:
Ihren Einkommensvergleich kann ich weder nachvollziehen noch akzeptieren. Es ist mir bekannt was in der Wirtschaft, Ärzte- u. Apothekerschaft verdient wird, aber auch, welchem Verantwortungs- u. Entscheidungsbewußtsein z.B. letztere unterliegen. Hat es negative Folgen, dann hat es strafrechtliche Konsequenzen - ein Politiker bestreitet erst einmal, tritt dann zurück, kassiert dennoch automatisch Übergangsgeld (für jedes Jahr als MdB einen Monat in voller Höhe - derzeit 9542 Euro bis zu 1 1/2 Jahre). Langzeitabgeordnete kassieren defacto bis zu 171.756 Euro. Dazu kommt ein bereits für jedes Jahr als MdB fälliger Pensionsanspruch von 239 Euro monatlich. DAS alles zahlt der STEUERZAHLER. Eine solch generöse Altersversorgung gibt es nur bei uns. Das ist KEIN Ärgernis, sondern eine Sauerei hoch 3. Ich wüsste nicht, dass die von Ihnen angesprochenen mittelständischen Unternehmen oder Radiologen in diesen Genuss kommen, sondern vielmehr für ihr Geld hart "arbeiten" müssen.
Thomas Schmitz:
Hallo Herr Müller, klar, kann man die Bezahlung jetzt nicht mit der Bezahlung eines durchschnittlichen Angestellten vergleichen. Aus meiner Tätigkeit als Steuerberater weiß ich, was so manch Inhaber eines mittelständischen Unternehmens oder zum Beispiel ein Radiologe an Einkommen hat. Zum Teil übersteigt das die von Ihnen genannten Beträge deutlich. Wenn man dann sieht, welche Bedeutung die Entscheidungen eines Abgeordneten für uns alle haben kann, halte ich die Bezahlung nicht für unangemessen.
juergen mueller:
Es gibt Zeitgenossen, die einen auf der Straße unaufgefordert anquatschen - JA, ich habe diesen Artikel zum Anlass genommen mich zu der Finanzierung der MdB durch den Steuerzahler zu äussern. Vergessen habe ich zu erwähnen, dass diese 2014 mal so einfach beschlossen, ihre Einkünfte an den sogen. Nominallohnindex zu koppeln (durchschnittliche Entwicklung der Bruttomonatsverdienste der Beschäftigten), um einer öffentlichen, strittigen Debatte, verbunden mit der Diätenerhöhung, zu entgehen. Desweiteren, sich unsere sogen. Volksvertreter neben ihrem "regulären Politikersalär" eine Reihe versteckter Nebenleistungen gönnen. Auch die Frage bleibt, warum die MdB nicht selbst für ihre Pension privat vorsorgen müssen, sondern der Steuerzahler? Warum bekommen diese eine STEUERFREIE Kostenpauschale von monatl. 4318 Euro? Warum muss der Steuerzahler für diese ungerechtfertigte Vollalimentation mit seiner Arbeitskraft aufkommen um selbst nachher Altersarmut genießen zu dürfen?

Den Rücken der Gläubigen stärken

Thorsten Meier:
Guten Tag Herr Hambürger, ich verstehe nicht, was Sie unter UNSERE Kollekten und Kirchensteuer verstehen. Wenn Sie aus der Kirche ausgetreten sind, wird von Ihrem Gehalt doch keine Kirchensteuer eingezogen. Es zwingt Sie doch auch keiner, Geld für eine Kollekte zu geben. Warum sprechen Sie Kirche das Recht ab, frei über die Nutzung Ihrer Gelder zu entscheiden? Die Kirche maßt sich doch auch nicht an, Ihnen vorzuschreiben, was Sie mit ihrem Geld machen. Liebe Grüße Thorsten Meier
juergen mueller:
Die jetzige Aufregung kann ich beim besten Willen als einer derjenigen nicht verstehen, der bereits vor 38 Jahren seinen Kirchenaustritt begründet vollzogen hat. Limburg und Södertälje gab es zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schon - auch, dass kirchlicherseits Spenden z.B. für ein Kinderhilfswerk eingefordert wurden, Spenden, von denen ein kirchlicher Würdenträger seine "PENTHOUSWOHNUNG" renovieren ließ. An der Scheinheiligkeit und der Macht des Geldes hat sich auch nach Jahrhunderten kirchlicherseits NICHTS geändert, im Gegenteil, es gehört nach wie vor dazu. Der Slogan:"Den Rücken der Gläubigen stärken" ist genauso vermessen u. penetrant heuchlerisch scheinheilig, wie, als wenn ein Politiker "der Gläubigen" mit ersetzt "der Bürger" hinausposaunt. Wem bekannt ist, welcher "Reichtümer (Bares inkl. Immobilien, Ländereien)" sich die Kirche erfreuen darf, der sollte sich doch fragen:"WARUM stärkt man den Rücken der Gläubigen u. Hilfsbedürftigen nicht davon?" WARUM immer "DIE ANDEREN?"
Armin Linden:
Ich kann Sie sehr gut verstehen M. Hambürger. Wer sich mit Kirchen, mit beiden - i.d. Tiefe beschäftigt, stellt fest, was für ein Partyzug mit Riesem Anhang seit Jahren unterwegs ist. Party all over the world. Bonifatius - Caritas ..egal wer. Am besten ist die Partymeile der Evangelisten. Die nehmen direkt Familie u. Partner mit. Ordentlich abfüttern. Dieses ganze unkultivierte Verhalten, wurde hier bei uns massiv durch Deutsche Bischöfe gefördert. Nichts anderes. Da fällt auch "Benedetto" als Türöffner Kirche ist kein Vorbild mehr. Pfarrer vor Ort müssen ran. Trier - München - Berlin feiert Party. Jetzt bauen wir erst mal in Schweden-
Regionale Kompetenzen

 
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