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72. Gedenken der schweren Luftangriffe vom 2. Januar 1945

Die Erinnerung daran ist wichtig

Feier in der Heilig-Geist-Kapelle Mayen

07.01.2017 - 09:30

Mayen. Am vergangenen 2. Januar jährten sich zum 72. Mal die Geschehnisse aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges, die die Stadt über alle Maßen trafen. Weil die Bahnlinie Andernach-Gerolstein einen der wichtigsten Nachschubwege während der Ardennenoffensive im Dezember 1944 darstellte, wurde das Viadukt im Nettetal Ziel zahlreicher Luftattacken. Nachdem Mayen bereits wegen des besonderen Ziels stark gelitten hatte, legten 68 Bomber der ersten und zweiten amerikanischen Air Division die heutige Kernstadt mit Spreng- und Brandbomben vollständig in Schutt und Asche. Etwa 400 Menschen starben bei dem Angriff, vorwiegend aus der Zivilbevölkerung. Die Zerstörungen in der Stadt waren so verheerend, dass die militärische Leitung Mayen seinerzeit zur „toten Stadt“ erklärte, also einer Geisterstadt als Folge eines militärischen Konfliktes. In der an der Ecke Hospitalgasse/Stehbach gelegenen Heilig-Geist-Kapelle, die während und nach dem Krieg der Pfarrei St. Clemens als Notkirche diente und seit 1961 die Mayener Gedenkstätte für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft ist, fand die alljährliche städtische Gedenkveranstaltung an diesen tiefschwarzen Tag der Mayener Geschichte statt. Die Themen und die Gestaltung der Fenster stehen ganz im Dienst dieser Kirche als Gedenkort. Die Kapelle wurde weder bei dem schweren Luftangriff am 2. Januar noch während der restlichen Zeit des Weltkrieges zerstört. Auf dem Steinaltar liegt, geschützt hinter Glas, ihr Schatz: Ein Buch, in dem alle Mayener, die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft wurden, namentlich benannt sind. Auch heute noch werden die Seiten regelmäßig umgeblättert, so dass der Besucher die am jeweiligen Jahrestag Umgekommenen einsehen kann.

Oberbürgermeister Treis ging in seiner Ansprache besonders auf die jüngere Vergangenheit ein, die erneut von Gewalt, Krieg und Vertreibung gekennzeichnet ist. „Lernen Sie unsere neuen Mitmenschen kennen, damit können Sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass sich unsere Geschichte nicht wiederholt und wir gemeinsam in Frieden leben können“ forderte das Stadtoberhaupt abschließend nicht nur die anwesenden Gedenkenden der Feierstunde auf, um das Wort an Oberst Bader weiter zu reichen. Oberst Christian Bader ist als Kommandeur des in der Kürrenberger „Oberst-Hauschild-Kaserne“ beheimateten Zentrums Operative Kommunikation ein in vielen Auslandseinsätzen erfahrener Soldat, dem das Grauen von Kriegsereignissen aus eigener Erfahrung bekannt ist, was sich in den Gedanken seiner Ansprache spiegelte. Eingebettet zwischen den geistlichen Worten von Altpastor Ludwig Müller und einem Gebet mit Pfarrer Thorsten Hertel trug Alina Braun das Gedicht „Frieden?“ von Sonja Rabaza vor. Die Auszubildende der Stadtverwaltung Mayen war mit deutlichem Abstand die jüngste Beteiligte der Gedenkzeremonie, die musikalisch vom Chor der St. Matthias-Bruderschaft unter der Leitung von Lorenz Harig umrahmt wurde. WE

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juergen mueller:
Rechte und Möglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger, Politik mitzugestalten und zu "Entscheiden"? Dies dürfte ein frommer Wunsch bleiben. Visualisieren und Verblenden sind hierfür keine guten Voraussetzungen. Ein guter Schritt dahin wäre ein "Bürger-Stadtrat", den ich mir vor allem für KOBLENZ wünschen würde, in dem aktive, politisch interessierte u. engagierte Bürger/innen tatsächlich mitgestalten u. "entscheiden" dürfen, somit oft desaströsen u. unverantwortlichen, steuerverschwendenden u. hoch verschuldenden Entscheidungen endlich ein Riegel vorgeschoben werden kann. Was für UNS gut und was nicht gut ist, sollte alleine Grund genug sein,Bürger/innen in Gremien wie z.B. einen BÜRGER-STADTRAT zu integrieren, die an der Quelle sitzen, keiner Partei angehören u. wissen, wo der Schuh drückt u. was abseits der Politik läuft.
 
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