UWG fordert Blührasenstreifen und Blühwiesen auf geeigneten kommunalen Flächen

Gegen das Insektensterben

10.01.2018 - 11:51

Rheinbach. Auch wenn es viele Leute nicht kümmert, Fakt ist, dass die Zahl der Insekten in den letzten Jahren um mehr als 70 Prozent abgenommen hat. Seit 1989 sind über drei Viertel der Insekten verloren gegangen. Dies hat nicht nur den positiven Effekt immer seltener gewordener Mückenstiche, es bedeutet vor allen Dingen, dass es immer weniger Insekten für die Bestäubung der Pflanzen und damit weniger Nahrung für die Tiere und letztendlich für die Menschen gibt. Dabei sind die Fluginsekten besonders wichtig, denn ohne deren Bestäubungsfunktion nehmen die Erntemengen drastisch ab.


Was sind die Gründe?


Es gibt viele Gründe für das Insektensterben. Zu den Hauptgründen zählt sicher der verstärkte Einsatz von Pestiziden zur Erhöhung der Erträge, aber die massive Versiegelung der Landschaft und der oft gedankenlos bequeme Einsatz von Pestiziden auf privaten Grundstücken sind ebenfalls wichtige Faktoren. Der dramatische Rückgang der Insekten betrifft das gesamte Ökosystem und muss dringend gestoppt werden.


Was kann getan werden?


Es gibt hierfür eine Vielzahl von geeigneten Maßnahmen. Nach Auffassung der UWG Fraktion Rheinbach kann und sollte jeder dazu beitragen, etwas gegen das Insektensterben zu tun. So kann zum Beispiel jeder Hausbesitzer die Insekten unterstützen, in dem er seinen Vorgarten arten- und blütenreich gestaltet und auf den auf zwei Zentimeter gestutzten schnittfesten Golfrasen verzichtet. Aber auch die Kommune kann und sollte Beiträge leisten; sie kann bei der Gestaltung der Grünstreifen an den Straßen mit gutem Beispiel vorangehen, zum Beispiel auf geeigneten kommunalen Flächen Blührasenstreifen oder Blühwiesen anlegen.

Die UWG Fraktion hat deshalb zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung: Umwelt, Planung und Verkehr am Dienstag, 20. Februar den Antrag gestellt, dass die Stadt Rheinbach auf geeigneten kommunalen Flächen Blühwiesen mit einjährigen Pflanzen anlegt.

„In Anbetracht der Berichte über den gravierenden Bestandsrückgang bei Insekten sollte jede hilfreiche Maßnahme getroffen werden, die Aussichten auf Erhöhung der Population zu verbessern; die Stadt Rheinbach muss ein Beispiel für private Grundstückseigentümer geben“, begründete der Fraktionsvorsitzende der UWG Rheinbach,

Dieter Huth, den Antrag. Zu solchen Maßnahmen gehören neben den bereits bestehenden Förderprogrammen für die Landwirtschaft ohne Zweifel auch die kommunalen Initiativen.

Pressemitteilung der

UWG Fraktion Rheinbach

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Kommentare
11.01.2018 18:13 Uhr
Christian K. schrieb:

Das kann man so nicht ganz stehen lassen, denn dies ist kein Einzelfall. Denn an weiteren 88 Standorten in NRW wurde untersucht, inwieweit die Masse der Insekten zurückgegangen ist. Im Vergleich zu 1995 haben wir heute bis zu 80% weniger Insektenmasse. Und das im Schnitt aller 88 Standorte! Somit kann als sicher angenommen werden, was jeder Mensch auch selber feststellen kann, Insekten sind ziemlich selten geworden.

Dazu mal eine Frage: Warum wird in Reinbach aber auch Meckenheim auch grade jetzt wieder im grossem Ausmaß Hecken und Gebüsche zurückgeschnitten? Somit gibt es neben der fehlenden Nahrung auch keine Winterverstecke für Insekten mehr. Auch nicht für Igel und Kleinvögel... Über das Artensterben in unseren Städten braucht sich niemand mehr zu wundern.
Wie hiessen eigentlich nochmal diese kleinen schwarz-gelben Fluginsekten, denen wir früher immer ihren Honig geklaut haben?



11.01.2018 17:35 Uhr
juergen mueller schrieb:

Der Typ ist eine einzige ökologische Katastrophe. Egal, ob es um Klimawandel, Klimaschutz, Insektensterben, Herbizide etc. - alles falsch - nur er als Sachdatenpapst ist das Non-Plus-Ultra. So wurden z.B. in 63 Gebieten mit unterschiedlichem Schutzstatus in NRW, Rhld-Pfalz, Brandenburg seit 1989 in sogen. Malaise-Fallen kiloweise (über 54 Kilo) Insekten gesammelt, Daten ausgewertet mit dem Ergebnis, dass innerhalb 27 Jahren die jährliche Masse um 76% abgenommen hat. Die Ursachen sind bekannt. Sogen. Schutzgebiete sind teilweise wirkungslos, weil hier bei der Ausbringung von Herbiziden der WIND eine große Rolle spielt u. diese quasi dadurch überflüssig macht. Über Gründe kann man immer diskutieren, sie haben aber einen weit verheerenderenden Effekt als bisher bekannt. Der Schwund ist ein "großflächiges" Problem und fortschreitend. Dieses ewige Augenverschließen nervt (genauso wie meine Kommentare, ich weiß).



10.01.2018 15:19 Uhr
Uwe Klasen schrieb:

So begrüßenswert das Projekt an sich ist, so darf die Begründung "Fakt ist dass die Zahl der Insekten in den letzten Jahren um mehr als 70% abgenommen hat" als Falsch angesehen werden! Vielmehr verhält es sich so, dass diese Zahl aus einer einzigen Datenquelle stammt, den Entomologischen Verein Krefeld und seiner Publikation „Ermittlung der Biomassen flugaktiver Insekten im Naturschutzgebiet Orbroicher Bruch mit Malaise Fallen in den Jahren 1989 und 2013“. In diesem Artikel wird tatsächlich ein starker Rückgang (über 75%) der flugfähigen Insekten beschrieben. Diese Untersuchung ist aber nicht auf ganz Deutschland übertragbar, denn das untersuchte Naturschutzgebiet ist mit nur 100 Hektar ein relativ kleines, um das herum intensiv Landwirtschaft betrieben wird. Wie sich der, im Zuge der Energiewende, vermehrte Anbau von Mais auf die Insektenpopulation auswirkt wird aktuell erforscht. Nachweisbar positiv wirken sich Flächenstilllegungen aus, die Mittel dafür wurden aber 2007 gestrichen.



 
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Uwe Klasen:
Es sprach am Wahlabend, Mister 100%, Martin Schulz von einem „schweren und bitteren Tag für die deutsche Sozialdemokratie“ und versicherte, es werde keine Fortsetzung der Großen Koalition mit der Union geben, jedenfalls nicht mit ihm und nicht mit Angela Merkel. Wenn die SPD-Genossen noch einen Rest an Glaubwürdigkeit vermitteln möchten, dann muss eine GroKo abgelehnt werden! Denn das, was derzeit stattfindet, ist doch nur noch ein Totentanz um das goldenen Kalb "Merkel"!
Claus:
"Dabei legte der Bürgermeister auch dar, warum die VG-Weißenthurm einen solchen Aufschwung hat." Letztlich immer noch deshalb, weil man sich bei der Einrichtung des Gewerbegebietes nichts um die Bedenken aus Koblenz (und auch nicht unbedingt was um das geltende Recht, Planverfahren und so...) geschert hat. Damit hat man den Grundstein für die finanzielle Situation der heutigen Verbandsgemeinde gelegt, vielleicht nicht ganz fair, aber auf jeden Fall erfolgreich.
Claus:
Eine sehr schöne Idee, mal so einen Rückblick mit eher regionalen/lokalen Persönlichkeiten zu füllen. Welche ehemaligen Stars gehen mussten, kommt in zig Sendungen und Zeitungen vor. Der gesellschaftliche Nutzen der hier genannten ist wahrscheinlich noch höher zu bewerten. Danke dafür.
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