Städtischer Bauausschuss beschäftigte sich mit geplanter Betriebserweiterung

Hochregallager von Coca-Cola wird nicht als Belastung gesehen

Die Fraktionen haben allerdings noch Detailfragen und wollen die Bevölkerung mit einbezogen wissen –

Hochregallager von Coca-Cola
wird nicht als Belastung gesehen

So wie auf dieser Visualisierung der Krones AG soll das geplante Hochregallager von Coca-Cola auf dem Apollinaris-Werksgelände zwischen Heppingen und Bad Neuenahr, von der Kapelle auf der Landskrone aus gesehen, aussehen.Foto: Jost

17.06.2017 - 13:00

Kreisstadt. Mit den Plänen der Berliner Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH (CCEP), am Standort Heppingen auf dem vorhandenen Werksgelände des ehemaligen Apollinaris-Brunnens ein 23 Meter hohes Hochregallager zu errichten, beschäftigte sich der städtische Bau- und Planungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Auf einem 100 mal 80 Meter großen Rechteck mit 8000 Quadratmetern Grundfläche soll auf neun Ebenen Platz für 50.000 Getränkepaletten entstehen, erläuterte Projektmanager Axel Nerlich von CCEP.

Notwendig geworden sei das Vorhaben aufgrund der Erfolge des Werkes in den vergangenen Jahren. Doch mit dem Erfolg habe man auch erkannt, dass die derzeitigen Lagerflächen einfach zu klein seien für den Standort. Hier produzieren heute 320 Mitarbeiter auf 118.000 Quadratmetern Betriebsfläche mit fünf Produktionslinien jährlich rund 631.000 Paletten mit Getränkekisten, 116 Lastwagen pro Tag sorgen für den An- und Abtransport.


Entwicklungsmöglichkeiten des Standorts absichern


Nerlich betonte mehrmals, dass es sich nicht um eine fertige Planung handle, die schon bald umgesetzt werden solle, sondern um einen langfristigen Ausblick, mit dem man die Entwicklungsmöglichkeiten des Standorts auf Dauer absichern wolle. So sei auch die Option zu verstehen, neben dem geplanten Hochregallager eine weitere, hochmoderne Produktionslinie aufzubauen, mit der man die Produktion auf insgesamt 1,1 Millionen Kisten pro Jahr fast verdoppeln könne. Derzeit sei die noch nicht notwendig, doch wenn die Zuwachsraten so blieben, müsse man über kurz oder lang darüber nachdenken. In einer solchen Endausbaustufe würde sich auch der Lkw-Verkehr auf 200 Lastwagen pro Tag fast verdoppeln, weshalb fünf weitere Lkw-Warteplätze auf dem Betriebsgelände errichtet werden sollen.

Zehn bis fünfzehn Mitarbeiter würden nach der Erweiterung zusätzlich einstellen, versprach Nerlich.

Wann das sein wird, steht allerdings noch in den Sternen. Es sei weder eine Bauvoranfrage noch ein Bauantrag gestellt worden, erklärte der Erste Beigeordnete Detlev Koch. Dass man mit dem Projekt schon jetzt in den Ausschuss gehe, geschehe auf Wunsch des Unternehmens, um so früh wie möglich die Bevölkerung und die Behörden in Kenntnis zu setzen und an den weiteren Planungen zu beteiligen. Bevor man eine zweistellige Millionensumme investiere, wolle man erst alle Probleme gelöst haben, ergänzte Nerlich.


Umweltverträglichkeitsuntersuchung sieht keine Probleme


Stadtplanerin Gabriele Schaub stellte die Umweltverträglichkeitsuntersuchung vor, die das Unternehmen im Vorfeld freiwillig gemacht hatte. Beim Thema Lärm gebe es zumindest tagsüber weder durch das Hochregallager selbst noch durch den damit zusammenhängenden Verkehr nennenswerte Probleme, anders sehe es nachts aus. Da würden an vier Stellen die Richtwerte um bis zu 1,6 Dezibel überschritten, deshalb seien lärmmindernde Maßnahmen notwendig. So soll es statt der geplanten acht Lkw-Bewegungen pro Stunde nur vier geben, außerdem sollen die beiden bestehenden Schallschutzwände jeweils um zwei Meter erhöht werden.

Die Auswirkungen auf Flora und Fauna sowie Boden und Wasser seien zu vernachlässigen, denn auf der Planfläche stünden bereits zwei Lagerhallen. Dass ein so großes Gebäude von verschiedenen Standorten aus sichtbar sei, liege auf der Hand, doch das Landschaftsbild werde nach Meinung der Gutachter nicht beeinträchtigt.

Zumal das Hochregallager einen organischen Anstrich und eine begrünte Dachterrasse erhalten soll. Kleinklimatische Auswirkungen seien aufgrund des 23 Meter hohen Gebäudes ebenfalls nicht zu befürchten.


Höhere Verkehrsbelastung durch mehr Lkw-Fahrten befürchtet


Dr. Jürgen Lorenz (Wählergruppe Jakobs) fand, das 23 Meter hohe Hochregallager passe wesentlich besser in das Ahrtal als das fast doppelt so große Haribo-Gebäude, das die Landschaft weithin dominiere.

Auch Wolfgang Schlagwein (Grüne) konnte das Projekt nicht als Verschlechterung der Situation erkennen, zumal der Standort ohnehin durch die Gewerbehallen und die Autobahnbrücke vorbelastet sei. Ortsvorsteher Klaus Kniel hingegen sah das Orts- und Landschaftsbild durchaus beeinträchtigt und befürchtete eine höhere Verkehrsbelastung durch die zusätzlichen Lkw-Fahrten. Für die CDU machte Andreas Geschier deutlich, dass man noch einige offene Fragen haben, die geklärt werden müssten, bevor seine Fraktion dem Projekt seine Zustimmung geben könne. Vor allem müsse klar sein, dass die Bürgerschaft von Heppingen mit einbezogen werde, und auch die optische Wirkung müsse noch genauer untersucht werden. Das sahen auch die anderen Fraktionen so.

Deshalb nahm der Ausschuss die Projekterläuterungen nur zur Kenntnis und beauftragte die Stadtverwaltung, die Konkretisierung der Planungen sowie die nachfolgenden Genehmigungsverfahren weiter zu begleiten.

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