Bericht aus der gemeinsamen Sitzung des Bau- und Umweltausschusses

Industriepark Kottenforst soll grün werden

Meckenheim kann sich Betriebe aussuchen

07.02.2018 - 10:49

Meckenheim. Es hat etwas von Luxusproblem, womit sich Mitglieder der Ausschüsse für Stadtentwicklung und Umwelt sowie Bau, Vergabe, Wirtschaftsförderung und Tourismus in der vergangenen Woche beschäftigten. Wirtschaftsförderer Dirk Schwindenhammer betonte in einer kurzen Bemerkung, dass ganz viele Regionen in Deutschland damit Werbung machen, dass sie im Herzen Europas liegen und über eine günstige Verkehrsanbindung verfügen. In Meckenheim ist das allerdings gelebte Realität, denn die Nachfrage nach Gewerbegrundstücken ist ungebremst hoch und auch Grundlage dafür, dass man den Industriepark Kottenforst nun erweitert. Zu Beginn der gemeinsamen Sitzung ergriff Bürgermeister Bert Spilles das Wort und betonte, dass die Stadt hier zwei große Stellschrauben habe, zum einen die Erweiterung des Unternehmerpark Kottenforst, was viel Arbeit für die Verwaltung bedeutete, um überhaupt hier alle Grundstücke zu bekommen, zum anderen aber auch die Verwirklichung eines Klimaschutzkonzeptes. Bert Spilles wörtlich „Dies sind Herausforderungen, die global sind, aber lokal gelöst werden müssen.“ Die nun anstehenden Entscheidungen betreffen Generationen und müssen daher auch dem Grundsatz der Nachhaltigkeit entsprechen, dies bedeutet, auch immer das Ende mitzudenken. Über Legislaturperioden hinaus auch die Folgekosten im Blick zu haben. In diesem Zusammenhang wurde auch noch einmal das Cluster „bio innovation park“ vorgestellt und welche Möglichkeiten sich hieraus für die Stadt bilden. Eine Maßnahme ist die Fokussierung auf die Stärken der Region und dies betrifft alle Aufgabenbereiche, der Wirtschaftsförderung der Stadt, so unter anderem die Netzwerksarbeit, den Unternehmensservice, das Standortmarketing, die Tourismusförderung und neu auch das Gewerbeflächenmanagement. So soll der Industriepark Kottenforst mit seinen ca. 45 ha. Fläche in drei Bauabschnitte aufgeteilt werden und es sollen bevorzugt Unternehmen aus dem „agro business“ angesiedelt werden. Der 1. Bauabschnitt mit rund 31 ha Fläche wird Anfang dieses Jahres Rechtskraft erlangen und Hermann-Josef Nöthen ließ später in der Diskussion auch seinen Unmut darüber erklingen, dass es hier einen Konflikt zwischen benötigter Fläche für Gewerbeansiedlungen gibt und der überaus guten Qualität der Böden, welche vor allem auch von den Landwirten für ihre Erzeugnisse benötigt werden. Dies soll auch in das neue Konzept miteinfliessen, denn der ressourcensparende Umgang mit wertvollen Böden ist hier genauso ein Ziel wie die Reduktion von CO2-Emissionen.


Das Image der Stadt „Gerne im Grünen leben und arbeiten“


Auch der Baustil ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, dass alles soll sich in das Image der Stadt „Gerne im Grünen leben und arbeiten“ nahtlos einfügen. Die Stadt sieht sich hier auch in der Lage dies durchzusetzen, denn es gibt einen nach wie vor starken Flächendruck in die gesamte Region hinein und man will sich mit einem gelebten Image auch ein Alleinstellungsmerkmal verpassen. Daher ist das Ziel eine qualitativ hochwertige Entwicklung der Gewerbeflächen mit einer ansprechenden Architektur. Das bedeutet, dass die neuen Unternehmen sich vorrangig mit den Themen „Lebensmittel/Ernährung; Nachwachsende Rohstoffe; Grüne Technologien, Klimaschutz oder Gesundheit beschäftigen sollen. Eines der Kriterien wird es sein, dass Arbeitsplätze in eine Relation zu der in Anspruch genommenen Betriebsfläche stehen. Auch sollen die Gebäude modernsten Ansprüchen genügen, und zum Beispiel in Holzbauweise errichtet werden oder mit einer Dach- und Fassadenbegrünung aufweisen, der Einsatz von erneuerbarer Energie ist da dann fast eine Selbstverständlichkeit. Aber auch andere Kriterien der Nachhaltigkeit können da Berücksichtigung finden, so zum Beispiel ob man den ÖPNV mit einem Jobticket unterstützt, der Einsatz von E-Fahrzeugen oder ob man in das Konzept einer fahrradfreundlichen Stadt passt. Was auf den ersten Blick durchaus anspruchsvoll klingt, hat auch für die Unternehmen handfeste Vorteile. Neben Kostenvorteilen durch Energieeinsparung wird ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet, was in der Regel für die Firmen von großem Imagegewinn begleitet ist und entsprechend vermarktet werden kann. Da dies für den gesamten Standort gelten soll, ergibt sich somit eine hohe Dichte von gleichartigen Betrieben, was auch für eine Gesamtvermarktung nach außen vorteilhaft ist. Grundlage hierfür ist der weitere politische Diskussionsprozess, die Verwaltung wurde mehrheitlich in beiden Ausschüssen beauftragt hier die entsprechenden Planungen umzusetzen und voranzubringen. STF

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Kommentare
Christoph Wagner:
Gute Sache!
Andreas Nöthen:
Die ewig gestrigen dürfen nicht gewinnen. Die Aussage eines Dr. Fleischer der Marktplatz sei belebt genug ist dumm und hat mit städtischer Entwicklung nun gar nichts zu tun. Diese im Fernsehen von Fleischer geäußerte Meinung ist kontraproduktiv. Der Marktplatz kann nach meiner Meinung nicht belebt genug sein. Dies zum Wohle aller Bürger und so ist der "Fleischer Beitrag" mehr als nur zu vernachlässigen. Genau die Leute, die in anderen Städten die Ratsstuben bewundern wollen sie in Mayen nicht und lehnen Investoren ab um die sich jede andere Gemeinde wohl ein Bein ausreißen würde. Wer soll denn dies verstehen.
juergen mueller:
Ich finde es gut, dass es so etwas wie die AG-60-Plus gibt und damit ältere Menschen (wie auch meine Wenigkeit), die ihr politisches Interesse offen aufzeigen, auch wenn man einen Tagesordnungspunkt wie GroKo (mit berechtigten Bauchschmerzen) nur "abhaken" kann. Bauchschmerzen sind angesagt, wenn man sich den Koalitionsvertrag mit seinen über 170 Seiten einmal reingezogen hat, in dem das Wörtchen "SOLLEN" gleich hundertfach vorkommt, denn ... SOLLEN ... heisst NICHT WOLLEN, sondern nur, dass man beabsichtigt oder in Erwägung zieht, dass es so umgesetzt wird wie es "gesollt" wurde. Was letzten Endes für UNS dabei positiv herauskommt, dürfte nicht so wichtig gewesen sein, sondern nur, dass es zu einer Regierungsbildung und natürlich zu einer Verteilung lukrativer, politischer Posten gekommen ist. Letzten Endes ging es nur um ein Kämpfen gegen Verlust von Amt u. Mandat, von Posten, Diäten, Bezüge, von Macht, Anerkennung u. (vermeintlichem) Ansehen. Alles andere ist blauäugiges Denken.
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