Politiker informierten sich im Gespräch mit den Caritasverbänden Koblenz und Rhein-Mosel-Ahr

Integrationsarbeit stand im Mittelpunkt

16.06.2017 - 13:58

Andernach. Bundesarbeitsministerin und SPD-Bundestagsabgeordnete Andrea Nahles, Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil und Bundestagsabgeordneter Detlev Pilger informierten sich im Gespräch mit den Caritasverbänden Koblenz und Rhein-Mosel-Ahr über die Integrationsarbeit in ihren Wahlkreisen. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern Michael Schneider vom Büro Heil, Karin Küsel (Büro Nahles) und Peter Staudt (Büro Pilger) waren sie der Einladung ins Bischof-Bernard-Stein-Haus nach Andernach gefolgt.

In den beiden Gesprächen ging es besonders um die Arbeit der Jugendmigrationsdienste (JMD) sowie der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE), die durch den Bund gefördert und im Integrationsgesetz verankert sind. Die Caritas-Mitarbeiterinnen Katharina Bel (MBE Koblenz), Ruth Fischer (JMD Rhein-Mosel-Ahr), Eva Pestemer (MBE Rhein-Mosel-Ahr) und Birgit Eich-Weddeling (JMD-Koblenz) sowie Caritas-Direktorin Martina Best-Liesenfeld (Koblenz), Caritas-Geschäftsführer Richard Stahl (Ahrweiler) und Caritas-Geschäftsführer Werner Steffens (Mayen und Andernach) informierten über die Kernaufgaben der beiden Caritasdienste: individuelle Integrationsförderung, Netzwerkarbeit, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit, Initiierung und Begleitung von interkultureller Öffnung und Projektarbeit. Als Fachstellen für migrationsspezifische Fragen bieten JMD und MBE Beratung und unterstützen bei Fragen der Sprachförderung und zu Integrationskursen, im Übergang Schule/Integrationskurs zu Ausbildung/Studium/Beruf, bei der Anerkennung von Qualifikationen oder zu aufenthaltsrechtlichen Fragen.

In Vergleich zum Vorjahr stellten die Caritas-Mitarbeiterinnen im Jahr 2016 erneut eine deutliche Zunahme an Klienten fest, bei der MBE um 30 Prozent und beim JMD um 41 Prozent. 2016 wurden 584 Personen von der MBE betreut, 1320 waren es beim JMD. „Die Zahl der Klienten ist gestiegen, nicht aber das Personal“, führte Ruth Fischer aus. „1,4 Personalstellen sind es in der MBE, 7,78 wären nötig“, konstatierte Katharina Bell eine bundesweit festzustellende personelle Schieflage: Trotz gesteigerten Anforderungen sind auch die bundesweit vorhandenen 600 JMD-Personalstellen seit 2006 nicht aufgestockt worden, ein Zustand, der die Caritas-Mitarbeiter in Koblenz und Rhein-Mosel-Ahr an die Grenzen des zeitlich Machbaren führt.

Früher fiel kaum einer durchs Netz, ergänzte Eva Pestemer: „Das schaffen wir heute nicht mehr, zumal weitere Netzwerke und viele Schulungen Ehrenamtlicher hinzugekommen sind.“ Die Zahlen würden für sich sprechen. „Hier besteht großer Handlungsbedarf“, so Mechthild Heil.

Bei allem Mangel sind die MBE- und JMD-Mitarbeiterinnen bemüht, für alle Zugewanderten erreichbar zu sein. Deshalb gehen die Dienste auch in die Fläche und bieten neben ihren Beratungsangeboten in den Geschäftsstellen Ahrweiler, Andernach, Koblenz und Mayen auch Sprechstunden in Adenau, Bad Breisig, Bendorf, Sinzig und Weißenthurm an. Ruth Fischer: „Auch ist es uns ein großes Anliegen, alle Migrantengruppen im Blick zu behalten.“ So haben zum Beispiel viele der EU-Bürger, die die Beratung aufsuchen, Probleme und leben oft ohne Krankenversicherung in teilweise sehr prekären Verhältnissen. „Auch können sich viele EU-Bürger die Integrationskurse finanziell nicht leisten“, beschrieb Birgit Eich-Weddeling ein weiteres Problem. In allen Bereichen, etwa bei den frühen Hilfen und in der Schwangerenberatung, habe eine „interkulturelle Öffnung“ stattgefunden, betonte Martina Best-Liesenfeld. Und Werner Steffens benannte das große Plus der Caritas-Struktur: „Wir können den Menschen einen tollen Verbund anbieten.“ Richard Stahl ergänzte: „Aber auch Projektarbeit braucht die personellen Ressourcen der Regeldienste.“

Die Politiker bedankten sich für die umfassende Information und die anregenden Gespräche. „Ich bin froh, in diesem Kreis neue Impulse bekommen zu haben“, so Andrea Nahles, die wie Mechthild Heil und Detlev Pilger die gewonnenen Erkenntnisse mit in ihre politische Arbeit nehmen wird, um dort zu helfen, wo Politik den Menschen helfen kann.

Pressemitteilung

Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V.

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Hallo m.m, schon gelesen (ich meine die Zeitung - oder liest man keine?). Nur zur Richtigstellung. Die Prügelattacke geht auf das Konto einer Spezie, die zu dem Typ Zweibeiner gehört, der seine Frustration und sein Gewaltpotenzial so auslebt, wie es ihm genehm ist und sich einen Scheiß darum schert, ob bei seinem unnatürlichen Verhalten andere zu Schaden kommen können, sondern dies eher bewusst in Kauf nimmt. Hinzukommt, dass er nicht den Arsch in der Hose hat sich bei der Polizei zu melden, um seine Version dieses Vorfalles abzugeben. Wäre mir dieses Geschehen widerfahren, versprochen, wäre dies anders ausgegangen und gewiss nicht zu meinem Nachteil, da auch ich die traurige Erfahrung machen musste, dass man mit Reden alleine nichts bewirken kann, sondern nur mit Handeln.
m.m:
ob die da fahren durften hin oder her ,geht ja um die Körperverletzung und die ging anscheinend vom Wanderer aus ,der Motorradfahrer hat sich verteidigt. vielleicht ist die Gegendarstellung ja auch längst bei der Polizei eingetroffen ...
juergen mueller:
Fakt ist erst einmal, dass die Motocross-Fahrzeuge NICHTS dort zu suchen hatten. Und was die Gegendarstellung auf Facebook betrifft, so würde es mich interessieren, von wem diese Gegendarstellung abgegeben wurde - warum auf Facebook und nicht bei der Polizei. Desweiteren, ich gehe mal davon aus, dass die beteiligten Motocross-Fahrer auch auf Facebook präsent sind - WARUM melden sich diese nicht bei der Polizei um zu einer Klärung beizutragen?
juergen mueller:
"Das kann so nicht weitergehen". Große Worte von einem, der OB unserer Stadt werden will und, egal was so nicht weitergehen kann, immer wieder betont, sich dafür einzusetzen, wenn er denn OB geworden ist. Mir fehlt alleine schon an den Worten der Glaube, da nie die Rede davon ist, wie das alles und wovon bezahlt werden soll. Das in "vielen" Fällen (und das sind viele) dies auch mit geringem Aufwand möglich sei, daran dürfte Herr Langner wohl nur selbst glauben, zumal ER das alleine auch NICHT entscheiden kann. Es sind immer wieder diese gleichlautenden, wiederholten Beteuerungen und Versprechungen, die es in ihrer Vielzahl (zumindest mir) unmöglich machen, darin auch nur einen Funken von Wahrheit u. Umsetzungsvermögen zu erkennen bei der ebensolchen Vielzahl eigentlicher Probleme, die die STADT wie in einer Art Zwangsjacke einengen und Träumereien ausschliessen müsste. Aber im WAHLKAMPF gelten nunmal andere Maßstäbe und da kommt es auch nicht unbedingt auf Wahrheiten an.
Manuela Keck:
Das ist ganz großartig. Die Facebookgruppe behind the police dankt ihnen dafür. http://www.facebook.com/groups/behindthepolice
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