Prozess um Brandstiftung in 19 Fällen fortgesetzt -

Julian E. mit widersprüchlichen Aussagen

Psychiater Dr. Thomas Meyer befindet: „Keine psychisch gestörten Pyromanen“

Julian E. mit widersprüchlichen Aussagen

(V.l.) Die beiden Angeklagten mit ihren Verteidigern: Pascal F. mit Rechtsanwalt Michael Hürth und Julian E. mit Rechtsanwalt Prof. Dr. jur. Dirk Simon. Foto H. Hünerfeld

07.04.2017 - 11:18

Koblenz/Region. Nachdem am 20.03.2017 eröffneten Verfahren gegen die beiden Brandstifter, Pascal F. und Julian E., aus der Pellenz wurde die Hauptverhandlung am 04. und 05. April in Koblenz fortgesetzt.

Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Frage, wer den Anstoß für den Beginn dieser Brandserie gab. Beide Täter, die sich aus Grundschulzeiten her kannten und befreundet waren, machten an diesem Tag widersprüchliche Aussagen. Während der 19-jährige Pascal F. seine polizeiliche Aussage auch vor Gericht wiederholte, wich der 20-jährige Julian E. doch gravierend von der ersten Aussage ab. „Sie haben sich in jeder Vernehmung weiter vom Feuer weggestellt“, diesen Satz hielt der Vorsitzende Richter Andreas Groß dem 20 jährigen vor, nachdem dieser sich selbst in einer passiven Rolle gesehen hat.

In der Nacht auf den 13. September habe der 19-Jährige ohne sein Wissen den ersten Strohballen bei Thür in Brand gesteckt. Der Gedanke von Pascal F. durch Verkauf von solchen Fotos Geld zu erhalten, hätte ihn letztendlich zum Komplizen werden lassen. Selbst von dem Linienbus, der am 26. September in der Laacher-See-Straße in Mendig ausbrannte, wollte er erst hinterher erfahren haben. Genauso auch in der Nacht danach, als fünf Autos in Weißenthurm von Pascal F. mit Grillanzünder angesteckt worden seien, will er erst später Kenntnis erlangt haben.

Auf die Frage des Richters, warum er seine Aussage der Selbstbelastung gegenüber der Polizei nun vor Gericht ändert, meinte Julian E.: „Ich habe es so erzählt, wie ich dachte, dass ich am einfachsten und schnellsten wieder rauskomme“. Weil ihm das letztlich nichts eingebracht hat, deshalb er sich deshalb nun an die Wahrheit halten.

Das Aussageverhalten von Pascal F. wirkte jedoch geradliniger. Er sprach auch vor Gericht von gemeinsam gefassten Tatvorsatz, allerdings konnte er nicht mehr sagen, wer wann und welchen Strohballen angezündet hat.

Auf die Frage nach der Idee mit dem Bus und den Autos sagte er nur, die Idee stamme nicht von ihm, er habe jedoch auch nicht widersprochen. „Es war immer interessant, dabei zu sein“, erklärte er und es sei darum gegangen, „Presseeinsätze zu bekommen.“ Auf Geld sei er nicht aus gewesen, jedoch spiegelte er seinem Komplizen laut dessen Aussage lukrative Verdienstmöglichkeit durch das Filmen und Fotografieren der selbst ausgelösten Feuerwehreinsätze vor.

Die von beiden ausgelegte Feuerspur beginnt am 13. September in Thür - zweimal brennen hier Strohballen - und führte über Wehr, Wassenach, Glees, Ober- und Niederdürenbach, Niederich, Birresdorf, Kruft, Kretz, Plaidt, Miesenheim, Andernach bis nach Mendig. Dort werden sie beschuldigt, am 26. September einen Linienbus in Brand gesetzt zu haben.

In Weißenthurm sollen sie danach ein Fahrzeug entflammt haben.

Aber auch auf der anderen Rheinseite trieben sie laut Anklage in Dinkelbach, Malberg, Neustadt (Wied) und in Niederbreitbach ihr Brandstifter-Unwesen. Für ihre Taten nahmen sie mehrere hundert Kilometer in Kauf, wobei sie anfangs die Strecke dem Auto von Julian E. nutzten, später das von Pascal F.


Der forensische Psychiaters Dr. Thomas Meyer sagte aus


Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Zeugenbefragung, die mit der Aussage des forensischen Psychiaters Dr. Thomas Meyer begann. Laut seiner Aussage passt das Klischeebild eines psychisch gestörten Pyromanen auf beide Straftäter nicht zu und sie seien daher als voll schuldfähig einzustufen. Seine weitere Ausführung war, dass „eine pyromanische Veranlagung oftmals mit Impulskontrollstörung, Intelligenzminderung und Alkohol- oder Drogensucht einhergehe. Von all dem könne bei den 19 und 20 Jahre alten Angeklagten aber nicht die Rede sein. Lediglich könnte man eine Reifeverzögerung bei beiden attestieren“. Dies unterstrich anschließend auch der Vertreter der Jugendgerichtshilfe in seinem Bericht und empfahl die Anwendung von Jugendstrafrecht.

Der als Zeuge geladene Leiter der gegründeten Sonderkommission der Mayener Kripo, Stefan Linder, erklärte, dass man schon davon ausgegangen ist, dass es sich hierbei nicht um Serientäter handelte, da diese eigentlich nicht so mobil und meistens Einzeltäter seien. Die rechtsrheinisch gelegten Brände habe man daher auch am Anfang nicht auf dem Schirm gehabt.

Was nun zur Überführung und Verhaftung der beiden geführt hat, war laut Linder die Kontrolle des Autos der Täter nach dem Fahrzeugbrand in Weißenthurm am 27. September, bei der Beamte der Polizei Andernach ihre Handys beschlagnahmten. Durch intensive Funkzellenabfrage konnte ihnen dann nachgewiesen werden, dass sie sich jeweils kurz vor Alarmierung in der Nähe aller 19 Tatorte aufgehalten haben. Außerdem konnte ihnen die Polizei belastende Sprachnachrichten und Chatverläufe vorlegen.

Aufgrund der starken Belastungsmaterialien klickten dann am Morgen des 30. Septembers gleichzeitig die Handschellen in Mendig sowie in einem benachbarten Ort.

Ein weiterer als Zeuge geladener Kripobeamter der ebenfalls beide Täter vernommen hat, sowie Stefan Linder berichteten, dass beide ohne langes Zögern auf der Dienststelle in Mayen die gemeinsame Begehung der Straftaten einräumten.


Nächster und wahrscheinlich letzter Verhandlungstag ist der 12. April


Am abschließenden letzten Verhandlungstag am kommenden Mittwoch, wenn es zum Urteil kommt, erhofft sich der Vorsitzende Richter Andreas Groß Klarheit über die genaue Höhe des angerichteten Schadens.

Klar ist aber auch: Eine angemessene Entschädigung für die enorme Aufregung werden die geschädigten Landwirte sowie die Feuerwehrleute in der Region nicht erhalten. Durch diese Straftaten lagen die Nerven der Feuerwehrleute blank, weil auch noch mehrere Fehlalarme hinzukamen.

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Motocross Fahrer schlägt einen Spaziergänger

juergen mueller:
Hallo m.m, schon gelesen (ich meine die Zeitung - oder liest man keine?). Nur zur Richtigstellung. Die Prügelattacke geht auf das Konto einer Spezie, die zu dem Typ Zweibeiner gehört, der seine Frustration und sein Gewaltpotenzial so auslebt, wie es ihm genehm ist und sich einen Scheiß darum schert, ob bei seinem unnatürlichen Verhalten andere zu Schaden kommen können, sondern dies eher bewusst in Kauf nimmt. Hinzukommt, dass er nicht den Arsch in der Hose hat sich bei der Polizei zu melden, um seine Version dieses Vorfalles abzugeben. Wäre mir dieses Geschehen widerfahren, versprochen, wäre dies anders ausgegangen und gewiss nicht zu meinem Nachteil, da auch ich die traurige Erfahrung machen musste, dass man mit Reden alleine nichts bewirken kann, sondern nur mit Handeln.
m.m:
ob die da fahren durften hin oder her ,geht ja um die Körperverletzung und die ging anscheinend vom Wanderer aus ,der Motorradfahrer hat sich verteidigt. vielleicht ist die Gegendarstellung ja auch längst bei der Polizei eingetroffen ...
juergen mueller:
Fakt ist erst einmal, dass die Motocross-Fahrzeuge NICHTS dort zu suchen hatten. Und was die Gegendarstellung auf Facebook betrifft, so würde es mich interessieren, von wem diese Gegendarstellung abgegeben wurde - warum auf Facebook und nicht bei der Polizei. Desweiteren, ich gehe mal davon aus, dass die beteiligten Motocross-Fahrer auch auf Facebook präsent sind - WARUM melden sich diese nicht bei der Polizei um zu einer Klärung beizutragen?
juergen mueller:
"Das kann so nicht weitergehen". Große Worte von einem, der OB unserer Stadt werden will und, egal was so nicht weitergehen kann, immer wieder betont, sich dafür einzusetzen, wenn er denn OB geworden ist. Mir fehlt alleine schon an den Worten der Glaube, da nie die Rede davon ist, wie das alles und wovon bezahlt werden soll. Das in "vielen" Fällen (und das sind viele) dies auch mit geringem Aufwand möglich sei, daran dürfte Herr Langner wohl nur selbst glauben, zumal ER das alleine auch NICHT entscheiden kann. Es sind immer wieder diese gleichlautenden, wiederholten Beteuerungen und Versprechungen, die es in ihrer Vielzahl (zumindest mir) unmöglich machen, darin auch nur einen Funken von Wahrheit u. Umsetzungsvermögen zu erkennen bei der ebensolchen Vielzahl eigentlicher Probleme, die die STADT wie in einer Art Zwangsjacke einengen und Träumereien ausschliessen müsste. Aber im WAHLKAMPF gelten nunmal andere Maßstäbe und da kommt es auch nicht unbedingt auf Wahrheiten an.
Manuela Keck:
Das ist ganz großartig. Die Facebookgruppe behind the police dankt ihnen dafür. http://www.facebook.com/groups/behindthepolice
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