„Bistum Trier will Pfarreien auflösen“

Rückzug der Kirche aus der Fläche

20.03.2017 - 09:33

Zu unseren Zeiten, da allüberall immer mehr Menschen ihre Kirchenzugehörigkeit aufgeben, fragt offenbar niemand, welchen Grund es für die massenhaften Kirchenaustritte geben könnte. Eine Ursache könnte dieser sein: „Glaube ist Privatsache“ - war lange Zeit die Überzeugung vieler unserer Mitbürger. Dem widerspreche ich auf das Schärfste: Unser Glaube ist nicht „Privatsache“ sondern Teil unserer kulturellen Herkunft, unserer erethischen Einstellung, unseres Lebens. Wenn wir eines von den Muslimen in unserem Land lernen können, so ist es, den Glauben durch unser Auftreten in der Öffentlichkeit kenntlich zu machen. Geeignet ist dafür z.B. unsere Kleidung oder auch Schmuck. Aus diesem Grund, Glauben öffentlich zu machen, trage ich das Kreuz Jesu an einer Kette um den Hals. Ein anderer Grund mag auch in den unzeitgemäßen Regelungen für die Lebensweise der öffentlichen Kirchenvertreter vor Ort, den Pfarrern. Was soll im 21. Jahrhundert noch das Eheverbot für Priester? Der Zölibat wurde im finstersten Mittelalter zum Grundsatz priesterlichen Lebens. Er war zu dieser Zeit revolutionär: Mit seiner Hilfe konnte man die Unsitte ausmerzen, dass kirchliche Ämter an die eigenen Nachfahren vererbt wurden. Heute will die Synode nach dem einige Jahre zurückliegenden Kahlschlag in den Ortsgemeinden die 172 verbliebenen Pfarreien und Pfarrgemeinschaften auflösen. Statt dessen sollen - je nach Vorschlag - 45 bis 60 „Pastorale Räume“ mit jeweils einem „Geistlichen Zentrum“ geschaffen werden. Im Herbst dieses Jahres will das Bistum entscheiden, welche Gotteshäuser aufgegeben und welche erhalten werden. Ich halte dies für den falschen Weg, den Problemen der Gegenwart zu begegnen: Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, dann muss Berg zum zum Propheten gehen! Dieses Wort würde ich gerne unserem Bischof in Trier und der Synode ins Tagebuch schreiben. Ein Beispiel: Noch in den 1960er Jahren besuchte der örtliche Pfarrer zwei bis drei Mal im Jahr unsere Familie. Bei diesem Seelsorger fühlten wir uns gut aufgehoben. Also besuchten wir auch öfters die Gottesdienste in unserer Kirche. Seit 1982 lebe ich in Neuwied. In diesen 45 Jahren habe ich noch nicht einen Besuch unseres Pfarrers erlebt. Noch einmal: Keinen! Mein Alternativrezept: Nicht Rückzug aus der Fläche, sondern offensiv an die Öffentlichkeit gehen und unseren Glauben erkennbar machen.

Hans Bachus, Neuwied

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Kommentare
Gudrun Freier:
Schön, dieser Bericht von dem großen Ereignis
Michael Daum:
Es ist wirklich unfassbar! Jetzt wo das bestellte Gutachten nicht das erhoffte Ergebnis zeigt, ist es plötzlich nicht aussagekräftig bzw. war nicht umfangreich genug. Da man sich ja offenbar so in die alternativlose Einschätzung verrannt hat, dass Bad Breisig ohne Therme nicht vorstellbar ist, fragt man sich doch, warum man dann Geld (ich meine mal etwas von 30.000€ gelesen zu haben) für ein Gutachten verschwendet. Offenbar sind nur Gutachten, die die eigene Weltsicht unterstützen, ordentliche Gutachten. Und wenn die Ergebnisse erst dann vorliegen, nachdem die Weichen für eine Sanierung schon gestellt sind, spricht das auch für sich. Eine merkwürdige Einstellung und sicherlich eine gute Erklärung für die vielen Probleme der Stadt. Wenn man auf die hohe Lebensqualität in der Stadt abstellt, so sollte man vielleicht auch mal darlegen, wie man diese auf lange Sicht zu finanzieren gedenkt. Leider ist die Enteignung der Bürger über immer höhere Steuern und Abgaben ja zu einfach.
Uwe Klasen:
Sehr geehrter Herr Müller, vielen Dank dass Sie mit jeder Zeile ihrer Kommentare meinen Eindruck, den ich von ihnen gewonnen habe, bestätigen! Zum Leidwesen der meisten anderen Menschen scheinen Sie sehr Intolerant zu sein und Andersdenkende lieber zu diffamieren anstatt sich mit diesen Menschen auseinanderzusetzen bzw. auch deren Meinung gelten zu lassen!
juergen mueller:
Ich müsste mich eigentlich glücklich schätzen erfahren zu dürfen, dass es Menschen wie Sie gibt, die nie interpretieren, dafür aber aus dem Belehren nicht mehr herauskommen, was wie eine Zwangsjacke sein muss, deren Leben wohl nur aus Sachlichkeit und Objektivität besteht, Menschen, die andere, die nicht Ihre Meinung vertreten, in eine Schublade stecken und ihnen geistige Grundlagen unterstellen, die unsere Demokratie gefährden. Mein lieber Herr Klasen, nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich habe mein Leben lang mit Klugscheissern wie Ihnen zu tun gehabt und dies auch noch heil und geistig frisch überstanden u. mir meine persönliche, demokratisch verordnete Gedankenwelt erhalten. Und was mein Recht ist oder nicht, das können Sie selbst in Erfahrung bringen, wenn Sie sich einmal mit dem Wort Demokratie auseinandersetzen. Hierzu interpretiere ich z.B. WIKIPEDIA.
Uwe Klasen:
Her Mueller, Sie interpretieren anstatt sachlich und objektiv zu beurteilen! Es ist ihr gutes Recht ihre Ansichten bzgl. anderen Parteien kund zu tun, aber damit einhergehend ist es NICHT ihr Recht, Andersdenkenden etwas Vorzuwerfen was nicht ihrer persönlichen Gedankenwelt entspricht und dafür noch geistige Konstrukte zu bemühen die in dieser Art und Weise nicht existieren! Von welcher Partei werden die Autos der Mitglieder verbrannt oder die Hauswände ihrer Wohnhäuser (bestenfalls) mit Farbe beschmiert, welcher Partei werden regelmäßig die Büros zerstört? Das solche, undemokratischen (!), Handlungen, die auch auf solch geistigen Grundlagen wie z.B. ihren Kommentaren beruhen, wird die Demokratie MEHR gefährdet als durch die "AfD" oder "Die Linke"! Übrigens, eine direkte Demokratie, wie z.B. die, seit Jahrhunderten, funktionierende und sich daraus immer weiter entwickelnde Schweiz ist, entgegen ihren Ansichten, eine durchaus gute funktionierende Demokratie!
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