Leserbrief zum Bierhaus im Alten Rathaus

Viel Lärm um nichts?

08.01.2018 - 09:45

Die gute Nachricht zuerst: Unser Altes Rathaus bleibt uns auch in Zukunft erhalten. Wenn man so manchen Leserbrief der letzten Wochen zum Bierhaus im Alten Rathaus liest, könnte man den Eindruck gewinnen, dass viele davon ausgehen, dass Rathaus würde abgerissen und stattdessen eine neue Kneipe geplant. Nein so ist es nicht!

Äußerlich bleibt ohnehin ALLES so, wie es war. Die Änderungen im Innenraum erfolgen unter strengster Überwachung des Denkmalschutzes. So bleiben die Decken und die Böden unverändert. Keine Veränderungen, die nicht wieder völlig zurückgebaut werden können. Die repräsentativen Räume des ersten Stocks bleiben auch weiterhin für die Stadt und die Bürger für Trauungen oder Veranstaltungen erhalten.

Solche Nutzungsänderungen sind nichts Neues für Mayen. Bedenkt man die langjährige Geschichte der Stadt, so hat sich vieles verändert und dass zum Positiven. Und das ist auch gut so. Ohne diesen Fortschritt wäre Mayen zum Beispiel nach dem katastrophalen Bombenangriff und die komplette Zerstörung der Stadt im 2. Weltkrieg nicht mehr zu dem „blühenden Städtchen“ gewachsen, dass es heute ist.

Mir scheint auch, dass einige im GAV nicht wissen, wenn sie den Begriff Geschichtsklitterung verwenden, woher und welche Bedeutung dieser Begriff hat. Spätestens nach den 1930er Jahren sollte er nicht mehr in den Sprachgebrauch demokratischer Diskussionen gehören.

Geschichtsklitterung ist die bewusste Verdrehung historischer Fakten zur Untermauerung der eigenen Sicht. Ich empfehle denjenigen, die kritisch dem Bierhaus gegenüber stehen, mal das aktuelle Buch „ZeitSprünge Mayen“ durchzulesen. Dort kommen sie zur Erkenntnis, dass es sogar nichts Neues ist, was geplant ist. So ist dort zum Alten Rathaus zu lesen: „Im Erdgeschoss befanden sich eine Halle, eine kleine Ratsstube, eine Küche und ein Gefängnis...“ (S.83). Auch der Vorgängerbau, das Spielaus, wurde für Ratsgelage, Fest- und Tanzveranstaltungen der Bürgerschaft genutzt. Also viel Lärm um nichts!

Matthias Kaißling,

Stadtratsmitglied Mayen

(Bündnis 90/Die Grünen)

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Kommentare
M.Hambürger:
Wenn Herr Schulz am Wahlabend öffentlich gesagt hätte das "wir die Möglichkeit einer eventuellen Koalition mit der CDU/CSU prüfen werden" - dann hätte es dieses Drama nicht gegeben. Eine Absage hätte man man der CDU immernoch nachher geben können.. Das alle beteiligten Parteien keine Neuwahlen möchten kann ich nachvollziehen, auch im Hinblick darauf das bei Neuwahlen die AfD noch mehr Wähler anziehen würde die ihren "alten" Parteien aus Protest den Rücken zuwenden! Tja - "Mutti" hat schon einige "mitregierende" Parteien ins Abseits geschossen (wie zuletzt die FDP). Es ist echt traurig das sich unsere gewählten Politiker nicht der Verantwortung stellen unser Land regieren zu WOLLEN sondern sich lieber auf die Oppositionsbank "flüchten". Und kann es ihnen irgendjemand übelnehmen bei Frau Merkels Kommentar: "ich weiß nicht was wir hätten anders machen sollen" ? Nur die Hände rautenförmig zu halten und alles für das Land Wichtige aussitzen reicht Ihren Wählern nicht mehr Frau Merkel !
Uwe Klasen:
Es sprach am Wahlabend, Mister 100%, Martin Schulz von einem „schweren und bitteren Tag für die deutsche Sozialdemokratie“ und versicherte, es werde keine Fortsetzung der Großen Koalition mit der Union geben, jedenfalls nicht mit ihm und nicht mit Angela Merkel. Wenn die SPD-Genossen noch einen Rest an Glaubwürdigkeit vermitteln möchten, dann muss eine GroKo abgelehnt werden! Denn das, was derzeit stattfindet, ist doch nur noch ein Totentanz um das goldenen Kalb "Merkel"!

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juergen mueller:
Das Bemühen um den Erhalt von Streuobstwiesen bzw. das Anpflanzen von alten Apfel- u. Kirschsorten darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es Obstbauern schwer haben, sich gegen Auslandsimporte und damit Preisschwund eigener Produkte zu behaupten. Die Pflege von Apfel-, Kirsch-, Pflaumenplantagen ist mit einem erheblichen Aufwand verbunden, der in keinem Verhältnis zum finanziellen Nutzen steht. Desweiteren sind oft Nachwuchsprobleme der Grund, dass aus Obstanbauflächen reine Ackerflächen werden, was sich wiederum ökologisch negativ auf die Artenvielfalt der Insektenpopulation (Bienen, Hummeln etc.) niederschlägt. Wie man es dreht oder wendet, es ist nichts mehr so wie es früher einmal war.
juergen mueller:
Ob Veranstaltung SPD "Was nun", Neujahrsempfang in gemütlicher Runde, kontroverse Debatten etc., die immerwährenden Durchhalteparolen, Erneuerungswünsche, Selbstlobhudelei und Wortspielchen "Auf vielen Wegen zum Erfolg" täuschen nicht darüber hinweg, dass sich die SPD selbst abschafft. Selbstlob stinkt bekanntlich und das scheinen diverse sogen. Gastredner noch nicht verinnerlicht zu haben. Von den ersten Anzeichen abgesehen, die nach der verheerenden Wahlschlappe zu früh von Herrn Schulz hinaus posaunten Worte "Mit uns keine Große Koalition mehr, Wir gehen in die Opposition", das darauf folgende Einknicken waren weitere Anzeichen dafür, dass die Ära einer großen Partei faktisch keinen Bestand mehr haben wird und in der Folge die Zeit für eine grundlegende Erneuerung gekommen ist. Herr Pilger hat letztlich noch den Aufsprung auf den lukrativen Bundestagszug für weitere 4 Jahre geschafft, was ihm ebenso lukrative Ruhestandsbezüge (wofür 8 Jahre als MdB nötig sind) gewährleistet.
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