SV Rot-Weiß Merl, C-Juniorinnen-Bezirksliga

Dieses Abenteuer haben sich alle verdient

18.10.2017 - 11:41

Merl. Nachdem die C-Juniorinnen des SV Rot-Weiß Merl in der vergangenen Saison gut in der Bezirksliga mitgehalten hatten, konnten sie sich für die Spielzeit 2017/2018 nun höhere Ziele stecken. Mit einem weitgehend unveränderten Stamm, verstärkt durch insgesamt sieben Neulinge, war die Qualifikation für die Mittelrheinliga nicht mehr unrealistisch. Hierzu musste die Mannschaft bis zu den Herbstferien in einer Vorrunde mit sechs Mannschaften mindestens den zweiten Platz erreichen.

Die ersten drei Spiele gegen etwas leichtere Gegner wurden allesamt souverän gewonnen. Ein 11:0 gegen den VfL Kommern, ein 3:0 bei der SG Erfthöhen sowie ein 19:0 gegen den 1. FC Rheinbach sprechen für sich. Hier war schon sehr deutlich zu sehen, dass mit den Neuzugängen aus Buschdorf viel spielerische Qualität zur Mannschaft gestoßen war. Diese Spiele dienten vor allem dazu, sich als Team zu finden und der Mannschaft eine gewisse taktische Grundordnung zu vermitteln, was bis dahin schon ganz gut gelungen zu sein schien.

Da sich die schärfsten unmittelbaren Konkurrenten, die Sportfreunde Ippendorf und der Oberkasseler FV, zwischenzeitlich 0:0 getrennt hatten, hätte der SV im vorletzten Spiel mit einem Sieg bei den Sportfreunden Ippendorf bereits alles klar machen können. Dementsprechend engagiert gingen die Amselstädterinnen hier zu Werk. Eine Angriffswelle nach der anderen rollte auf das Ippendorfer Tor zu. Mal über die Flügel über Sarah und Rana, gern aber auch durch die Mitte über Maya.

Wenn nur nicht die gute alte Merler Schwäche im Abschluss gewesen wäre. Da beste Chancen nicht genutzt wurden, war es denn auch folgerichtig, dass stattdessen die Ippendorfer Mädchen mit 1:0 in Führung gingen. Ein stramm geschossener Freistoß aus 25 Metern, noch unglücklich von Jule abgefälscht, landete in Valerias Tor. Doch die Merler Mädchen ließen die Köpfe nicht hängen. Unbeirrt berannten sie weiter das gegnerische Tor. Und es war Toni, die sich, aus dem Mittelfeld kommend, auf der linken Seite mit viel Kraft und Tempo gegen drei Gegnerinnen durchsetzte und aus zwölf Metern den Ball in die Maschen knallte. Ein tolles Zeichen an die Mannschaft, ein wichtiger Ausgleichstreffer kurz vor der Pause.


Ein ähnliches Bild


Nach Wiederanpfiff ein ähnliches Bild. Nach einer schönen Vorarbeit von Rana über links schob Spielführerin Nicola den Ball von der Strafraumgrenze sehr überlegt zum 2:1 ins lange Eck. Die Mittelrheinliga schien zum Greifen nah. Allerdings dauerte die Freude nicht lange. Einen scheinbar harmlosen Freistoß aus der gegnerischen Hälfte konnte die Abwehr nicht unter Kontrolle bringen, und eine ungedeckte Ippendorfer Spielerin nutzte die Gelegenheit, den Ball aus 18 Metern volley unter der Latte zu versenken.

Jetzt standen die Vorzeichen wieder anders, die Ippendorfer Mädchen standen mit einem Bein in der Verbandsliga. Sie verteidigten diesen Punkt teils mit neun Spielerinnen im eigenen Strafraum. Den Merler Mädchen fiel nach diesem erneuten Rückschlag nun auch nicht mehr viel ein. Zu viel ging durch die Mitte, was dem Gegner das Verteidigen erleichterte. Am Ende trennten sich beide Teams mit einem 2:2, Merl konnte den Ippendorferinnen zum vorzeitigen Aufstieg gratulieren. Die Amselstädterinnen hingegen, obwohl in diesem Spiel das klar bessere Team, mussten eine weitere Woche zittern.

So kam es gegen den Oberkasseler FV zu einem echten Endspiel um den Einzug in die Verbandsliga. Die Konstellation war einfach: Oberkassel musste für den Aufstieg gewinnen, Merl genügte ein Unentschieden. Trotzdem stellten sich die Amselstädterinnen nicht hinten rein, sondern spielten ihrerseits auf Sieg, getreu dem Motto: Wenn der Ball in der gegnerischen Hälfte ist, kann kein Gegentor fallen.

Vor allem über die rechte Angriffsseite machten die Merlerinnen eine Menge Druck. So ging Sarah mehrfach nach tollem Zusammenspiel mit Mittelfeldregisseurin Aylin zur Grundlinie und brachte den Ball gut vors Tor. Auch mit Ecken und Freistößen waren die Merler Mädchen brandgefährlich. Aber wie schon gegen Ippendorf brachte die Misere im Torabschluss auch in diesem Spiel die Merler Trainer und Zuschauer an den Rand des Wahnsinns. Und spätestens, als Sarah kurz vor und kurz nach der Pause jeweils mit tollem Distanzschuss nur die Latte traf, musste befürchtet werden, dass der Fußballgott an diesem Tag eine böse Überraschung für die Amselstädterinnen bereithielt.

Doch dem war letztlich nicht so. Oberkassel wurde eigentlich nur durch lange Abschläge der Torhüterin auf die einzige Sturmspitze gefährlich, die aber von der Paradeabwehr um Ella, Anthea, Jule und Achi, manchmal noch unterstützt durch die Sechser Nicola, Toni und Lara, „liebevoll“ betreut wurde. So verlebte Jenny im Tor einen doch sehr geruhsamen Nachmittag.

Am Ende stand ein definitiv nicht leistungsgerechtes 0:0 zu Buche. Aber egal, das genügte, um die Qualifikationsrunde mit elf Punkten und 35:2 Toren als Tabellenerster abzuschließen und gemeinsam mit den Sportfreunden Ippendorf in die Mittelrheinliga aufzusteigen.


Klangvolle Namen


Dort wird sich Merl nach den Herbstferien mit solch klangvollen Namen wie dem 1. FC Köln, Bayer Leverkusen oder Fortuna Köln messen dürfen. Dieses Abenteuer haben sich die Merler Mädels mit großartigen Auftritten mehr als verdient. Und wenn sie vor dem gegnerischen Tor noch etwas energischer zu Werke gehen und seine Nerven etwas besser in den Griff bekommen, kann das für die Merler C-Juniorinnen eine ganz tolle Saison werden.

Der SV Rot-Weiß Merl ist einer von nur sechs Vereinen im Verbandsgebiet, der in beiden Altersklassen, also der U17 und der U15, auf der Ebene Mittelrheinliga oder höher spielen. Ein toller Erfolg nicht nur für die beiden Mannschaften, sondern für den ganzen Verein, der damit noch mehr als bisher seinen guten Ruf im Mädchenfußball untermauert.

Für den SV Rot-Weiß Merl spielten in der Qualifikationsrunde: Achi, Anthea, Arianna, Aylin, Dania, Ella, Emilia, Jenny, Jule, Lara, Maya, Nicola, Noemi, Rana, Sarah, Toni und Valeria. Trainiert wird das Team von Sascha Petzold und Daniel Nitsch.

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Kommentare
Tobias Schneider:
Ich bin Hofmann-Göttig dankbar, dass er schweren Schaden in Millionenhöhe von der Stadt abgewendet hat. 2010/2011 wollte Walterpeter Twer als der Herausgeber der Rheinzeitung die Stadt drängen, der TUS Koblenz für viele Millionen ein neues Stadion zu bauen. (Die TUS war damals kurz in der 2. Bundesliga.) Das hätte die Stadt viele Millionen gekostet. Hofmann-Göttig war standhaft und hat der TUS erklärt, dass die Stadt sich das nicht leisten kann. Hätte sich Walterpeter Twer durchgesetzt, hätte die Stadt jetzt ein riesiges Stadion für einen unterklassigen Verein und Millionen zusätzlicher Schulden am Hals. Daher: Danke JoHo, dass Sie trotz der publizistischen Macht von Herrn Twer Rückgrat bewiesen haben. Die RZ hat den OB danach lange nicht mehr im Bild abgedruckt oder wohlwollend über ihn berichtet. Ich vermute, dass das aktuelle Herumreiten auf den Verfehlungen von Herrn Hofmann-Göttig gerade in der Rheinzeitung ein spätes Nachtreten von Herrn Twer ist.
juergen mueller:
Ihren Einkommensvergleich kann ich weder nachvollziehen noch akzeptieren. Es ist mir bekannt was in der Wirtschaft, Ärzte- u. Apothekerschaft verdient wird, aber auch, welchem Verantwortungs- u. Entscheidungsbewußtsein z.B. letztere unterliegen. Hat es negative Folgen, dann hat es strafrechtliche Konsequenzen - ein Politiker bestreitet erst einmal, tritt dann zurück, kassiert dennoch automatisch Übergangsgeld (für jedes Jahr als MdB einen Monat in voller Höhe - derzeit 9542 Euro bis zu 1 1/2 Jahre). Langzeitabgeordnete kassieren defacto bis zu 171.756 Euro. Dazu kommt ein bereits für jedes Jahr als MdB fälliger Pensionsanspruch von 239 Euro monatlich. DAS alles zahlt der STEUERZAHLER. Eine solch generöse Altersversorgung gibt es nur bei uns. Das ist KEIN Ärgernis, sondern eine Sauerei hoch 3. Ich wüsste nicht, dass die von Ihnen angesprochenen mittelständischen Unternehmen oder Radiologen in diesen Genuss kommen, sondern vielmehr für ihr Geld hart "arbeiten" müssen.
Thomas Schmitz:
Hallo Herr Müller, klar, kann man die Bezahlung jetzt nicht mit der Bezahlung eines durchschnittlichen Angestellten vergleichen. Aus meiner Tätigkeit als Steuerberater weiß ich, was so manch Inhaber eines mittelständischen Unternehmens oder zum Beispiel ein Radiologe an Einkommen hat. Zum Teil übersteigt das die von Ihnen genannten Beträge deutlich. Wenn man dann sieht, welche Bedeutung die Entscheidungen eines Abgeordneten für uns alle haben kann, halte ich die Bezahlung nicht für unangemessen.
juergen mueller:
Es gibt Zeitgenossen, die einen auf der Straße unaufgefordert anquatschen - JA, ich habe diesen Artikel zum Anlass genommen mich zu der Finanzierung der MdB durch den Steuerzahler zu äussern. Vergessen habe ich zu erwähnen, dass diese 2014 mal so einfach beschlossen, ihre Einkünfte an den sogen. Nominallohnindex zu koppeln (durchschnittliche Entwicklung der Bruttomonatsverdienste der Beschäftigten), um einer öffentlichen, strittigen Debatte, verbunden mit der Diätenerhöhung, zu entgehen. Desweiteren, sich unsere sogen. Volksvertreter neben ihrem "regulären Politikersalär" eine Reihe versteckter Nebenleistungen gönnen. Auch die Frage bleibt, warum die MdB nicht selbst für ihre Pension privat vorsorgen müssen, sondern der Steuerzahler? Warum bekommen diese eine STEUERFREIE Kostenpauschale von monatl. 4318 Euro? Warum muss der Steuerzahler für diese ungerechtfertigte Vollalimentation mit seiner Arbeitskraft aufkommen um selbst nachher Altersarmut genießen zu dürfen?

Den Rücken der Gläubigen stärken

Thorsten Meier:
Guten Tag Herr Hambürger, ich verstehe nicht, was Sie unter UNSERE Kollekten und Kirchensteuer verstehen. Wenn Sie aus der Kirche ausgetreten sind, wird von Ihrem Gehalt doch keine Kirchensteuer eingezogen. Es zwingt Sie doch auch keiner, Geld für eine Kollekte zu geben. Warum sprechen Sie Kirche das Recht ab, frei über die Nutzung Ihrer Gelder zu entscheiden? Die Kirche maßt sich doch auch nicht an, Ihnen vorzuschreiben, was Sie mit ihrem Geld machen. Liebe Grüße Thorsten Meier
juergen mueller:
Die jetzige Aufregung kann ich beim besten Willen als einer derjenigen nicht verstehen, der bereits vor 38 Jahren seinen Kirchenaustritt begründet vollzogen hat. Limburg und Södertälje gab es zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schon - auch, dass kirchlicherseits Spenden z.B. für ein Kinderhilfswerk eingefordert wurden, Spenden, von denen ein kirchlicher Würdenträger seine "PENTHOUSWOHNUNG" renovieren ließ. An der Scheinheiligkeit und der Macht des Geldes hat sich auch nach Jahrhunderten kirchlicherseits NICHTS geändert, im Gegenteil, es gehört nach wie vor dazu. Der Slogan:"Den Rücken der Gläubigen stärken" ist genauso vermessen u. penetrant heuchlerisch scheinheilig, wie, als wenn ein Politiker "der Gläubigen" mit ersetzt "der Bürger" hinausposaunt. Wem bekannt ist, welcher "Reichtümer (Bares inkl. Immobilien, Ländereien)" sich die Kirche erfreuen darf, der sollte sich doch fragen:"WARUM stärkt man den Rücken der Gläubigen u. Hilfsbedürftigen nicht davon?" WARUM immer "DIE ANDEREN?"
Armin Linden:
Ich kann Sie sehr gut verstehen M. Hambürger. Wer sich mit Kirchen, mit beiden - i.d. Tiefe beschäftigt, stellt fest, was für ein Partyzug mit Riesem Anhang seit Jahren unterwegs ist. Party all over the world. Bonifatius - Caritas ..egal wer. Am besten ist die Partymeile der Evangelisten. Die nehmen direkt Familie u. Partner mit. Ordentlich abfüttern. Dieses ganze unkultivierte Verhalten, wurde hier bei uns massiv durch Deutsche Bischöfe gefördert. Nichts anderes. Da fällt auch "Benedetto" als Türöffner Kirche ist kein Vorbild mehr. Pfarrer vor Ort müssen ran. Trier - München - Berlin feiert Party. Jetzt bauen wir erst mal in Schweden-
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