Basis für weitere Gestaltung der Energiewende soll geschaffen werden

Der Regionale Energiewende-Kompass

Der Regionale
Energiewende-Kompass

17.03.2017 - 09:21

Kreis Neuwied. Private Verbraucher entscheiden mit dem eigenen Verhalten in ihrem Lebensumfeld, ob die Energiewende erfolgreich ist oder ob sie ein politischer Beschluss bleibt. Kommunen und Bürger bestimmen maßgeblich Geschwindigkeit, Reichweite und Konsequenz dieser Wende. Der Regionale Energiewende-Kompass dient dazu, ein ganzheitliches Bild der Situation zu gewinnen. Die Ergebnisse aus objektiven Daten wie Wertschöpfung, Zubau an regenerativen Energien und Reduktion des Kohlendioxidausstoßes werden ergänzt durch subjektive Daten der Bevölkerung. Ziel ist es, die Basis für die weitere Gestaltung der Energiewende in der Region zu schaffen und damit einen konkreten regionalen Bezug sowie eine größere Relevanz herzustellen. Der Energiewende-Kompass, dessen zentraler Bestandteil eine Online-Bürgerbefragung ist, wurde von der Beratungsgesellschaft Energiewende-Index GmbH (EWI) entwickelt. Die Analyse basiert auf vier Dimensionen: Die objektive Dimension „Ökologie“ erfasst den Stand der regenerativen Energieerzeugung und der Energieeffizienz in der Region. Die objektive Dimension „Ökonomie“ misst die dadurch ausgelöste Steigerung der Wertschöpfung am Standort. Die subjektive Dimension „Verantwortung“ analysiert die Akzeptanz der Energiewende und die Bereitschaft zur Beteiligung der Bürger. Die subjektive Dimension „Lebensqualität“ ermittelt den Zusammenhang zwischen Energiewende und gefühlter Lebensqualität. Die Daten zu Bevölkerung und Infrastruktur stammen mitunter aus Erhebungen von Landratsämtern, Statistischen Landesämtern, Energie-Agenturen und Umweltministerien von Bund und Land. Die subjektiven Daten werden durch Umfragen erhoben; gefragt wird nach der persönlichen Einstellung zur Energiewende, dem konkreten persönlichen Verhalten und dem Einfluss der Energiewende auf die persönliche Lebensqualität. Mit der Verbindung objektiver und subjektiver Daten bietet sich die Möglichkeit, den Stand der Energiewende im Sinne eines ganzheitlichen Monitorings zu erfassen. Dadurch lassen sich für die Zukunft Handlungsfelder besser ermitteln. Durch bisherige Monitoring-Verfahren konnten diese nicht abgebildet werden. Die Partner des Energiewende-Kompass sind die EWI GmbH und die Forschungsgruppe Lebensqualität der Ludwig-Maximilians-Universität München, geleitet von Professor Anton Meyer. Die EWI GmbH ist auf die Erhebung von Energiewende-Indizes spezialisiert; Professor Meyer beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit Kundenorientierung, Lebensqualität sowie ressourcen- und marktorientierter Unternehmensführung.


Fazit aus der Bürgerumfrage


Die Energiewende in der Region ist auf einem guten Weg. Der Nutzen und die Akzeptanz der Energiewende werden auf einem hohen Niveau bewertet. Trotz einer erhöht wahrgenommenen ungerechten Verteilung der Kosten der Energiewende sind die Bürger bereit, die Kosten mitzutragen und für lokal erzeugten, regenerativen Strom mehr zu bezahlen. Die Bürger wissen gut über die Energiewende Bescheid und engagieren sich auch für ihre Ziele. Das sind gute Voraussetzungen, um weitere Bürger zu mobilisieren und für die Energiewende zu motivieren. Am häufigsten engagieren sich die Bürger für die Energiewende, indem sie Strom und Heizungswärme sparen sowie Ökostrom-Tarife wählen. Die größten Hindernisse zur Beteiligung an der Energiewende sind ein zu geringes Budget, der erhebliche Bürokratismus, mangelnde Mitspracheoptionen sowie zu wenige Möglichkeiten, sich zu beteiligen, und Zeitmangel. Transparente und ehrliche Informationen, einfachere Möglichkeiten der Partizipation, stärkere Umsetzung in der eigenen Gemeinde und höhere finanzielle Förderungen sind wichtige konkrete Wünsche der Bürger.

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Kommentare
Uwe Klasen:
Um die Kloake, genannt Fußgängerunterführung unter der B42, vor dem (ehemaligen) Bahnhofsgebäude sollte sich auch einmal jemand kümmern! Ein vollkommen verwahrloster Bereich und damit bekommen Besucher, die mit Bus oder Bahn anreisen, von Vallendar einen ersten Eindruck, und nicht den besten!
 
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