-Anzeige- Scharfmacher mit Herz: Thomas Holz

Der letzte Schliff

Es mag schwierig sein, Nicht-Messerbegeisterten das Ausmaß des Könnens und der Erfolge des 45-jährigen Schleifers Thomas Holz aus dem mittelfränkischen Marktbergel klar zu machen. Eine Kostprobe: Gelernt hat er bei den großen japanischen Meistern, Kunden aus der ganzen Welt bis hinunter nach Neuseeland, Chile und Australien vertrauen ihm heute ihre Messer zum Schleifen an, Frisöre und Köche stellen 90 Prozent seiner Aufträge, bei der Weltmeisterschaft 2005 in Japan schliff er sich zum Titel und er kann auf wenige Atom-lagen Dicke schleifen, was sich nur noch mit einem Elektronen-Mikroskop messen lässt. Noch Fragen?

24.06.2016 - 10:06

Vom Tafelmesser bis hin zu Rundklingen, wertvolle Damastklingen und hochwertigste Friseurscheren – bei Thomas Holz sind sie buchstäblich in besten Händen. Denn der Franke ist absolut der Schärfste. Er schleift die Heiligtümer aus Küchen und Salons nicht einfach nur, er begegnet ihnen mit viel Respekt und Ehrfurcht und ist sich der Ehre, die Gerätschaften von Martin Baudrexel & Co. anvertraut zu bekommen, durchaus bewusst. „Messerschärfen ist absolut Perfektion“, erklärt Holz. „Und die braucht viele Jahre Übung und Erfahrung.“ Und die hat er.


Götter der Scharfen Klingen


Dabei fing alles ganz anders an. Fast jedenfalls. Denn eigentlich hatte Thomas Holz seinen beruflichen Weg in Richtung Krankenpflege eingeschlagen. Dann sattelte er um auf Maler und Verputzer. Doch mit Mitte 20 hängte er Blutdruckmessgerät und Pinsel an den Nagel, ging in das Land der Messerkunst schlechthin, nach Japan, und ließ sich dort auf eigene Kosten zweieinhalb Jahre lang bei einem der wenigen noch lebenden großen Meistern in den Geheimnissen des Schleifens ausbilden. „Die Japaner“, so schwärmt Holz noch heute, „haben in dieser Kunst eine jahrhundertelange Tradition. Für mich sind sie die Götter die scharfen Klingen.“ Und so ist es eigentlich nur konsequent, dass Thomas Holz heute zu den besten und gefragtesten seiner Zunft gehört. Er schärft Scheren von Friseuren aus aller Welt – unter ihnen gar der Figaro, der dem japanischen Kaiserpaar, Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko, die Haare in Form bringt. Gleiches gilt für Messer – wie beispielsweise die von Fernsehkoch Tim Mälzer, dem er auch einen repräsentativen Messerschrank gebaut hat und den er zweimal jährlich in seinen Hamburger Gourmettempeln besucht, um ihm die Küchenmesser zu schärfen. Spitzenköche und Star-Coiffeure sind sich da übrigens sehr gleich, weiß der Meister der Klingen. „Sie sehen ihre Messer und Scheren als verlängerten Arm. Ein gutes Messer ist fast so etwas wie die Seele des Kochs, die Schere das Heiligtum des Friseurs.“


Meister aus Leidenschaft


Und das aus gutem Grund! Denn eine perfekt geschliffene Klinge schneidet unvergleichbar akkurat. So sind die von Thomas Holz geschärften Messer sogar in der Lage, Flaum und Härchen auf seinem Arm zu entfernen, wie es präziser keine Rasierklinge hinbekommen würde. Auch ein Blatt Papier durchtrennen seine Klingen zart wie ein Windhauch und nahezu ohne Widerstand. Im Laufe eines Jahres gehen mehrere Tausend Messer und Scheren durch seine Hände. Beim Blick unter dem Mikroskop sieht sein Profi-Auge nicht nur, ob sie vom monatelangen Einsatz stumpf geworden sind, er erkennt sogar, ob die Klinge zu Boden gefallen oder gar deformiert ist. Mit seinem untrüglichen Instinkt schleift er sie dann an seinen Wasserschleifsteinen – bis sie wieder perfekt geschärft und spiegelblank in seinen Händen liegen und der letzte prüfende Blick darüber gleitet. „Ich bekomme noch heute Gänsehaut, wenn ich eine absolut scharfe Klinge mit meinen Fingerkuppen berühre“, verrät der Schleifer aus Leidenschaft. Vielleicht ist dies alles sein Großvater schuld?! Der schenkte dem 7-jährigen Thomas nämlich ein Taschenmesser – das der Beginn einer lebenslangen Liebe zu Schneiden, Klingen und Schleifen werden sollte. Welch ein Segen!


Der Scharfmacher kommt – zu GLOBUS nach Lahnstein und Koblenz-Bubenheim


Am 1. und 2. Juli ist Thomas Holz zu Gast bei GLOBUS in Lahnstein, von 9. bis 22 Uhr und am 4. Juli von 9 bis 20 Uhr. Bei BLOBUS in Koblenz-Bubenheim kann man ihm am 5. und 6. Juli von 9 bis 22 Uhr und am 7. Juli von 9 bis 20 Uhr begegnen. Dort können Interessierte zum einen Messer kaufen – aber natürlich auch ihre eigenen Klingen mitbringen und vom Meister persönlich schärfen lassen oder deren Qualität und Beschaffenheit unter dem Mikroskop des Schleif - Profis begutachten.

EMB

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Kommentare
Gudrun Freier:
Schön, dieser Bericht von dem großen Ereignis
Michael Daum:
Es ist wirklich unfassbar! Jetzt wo das bestellte Gutachten nicht das erhoffte Ergebnis zeigt, ist es plötzlich nicht aussagekräftig bzw. war nicht umfangreich genug. Da man sich ja offenbar so in die alternativlose Einschätzung verrannt hat, dass Bad Breisig ohne Therme nicht vorstellbar ist, fragt man sich doch, warum man dann Geld (ich meine mal etwas von 30.000€ gelesen zu haben) für ein Gutachten verschwendet. Offenbar sind nur Gutachten, die die eigene Weltsicht unterstützen, ordentliche Gutachten. Und wenn die Ergebnisse erst dann vorliegen, nachdem die Weichen für eine Sanierung schon gestellt sind, spricht das auch für sich. Eine merkwürdige Einstellung und sicherlich eine gute Erklärung für die vielen Probleme der Stadt. Wenn man auf die hohe Lebensqualität in der Stadt abstellt, so sollte man vielleicht auch mal darlegen, wie man diese auf lange Sicht zu finanzieren gedenkt. Leider ist die Enteignung der Bürger über immer höhere Steuern und Abgaben ja zu einfach.
Uwe Klasen:
Sehr geehrter Herr Müller, vielen Dank dass Sie mit jeder Zeile ihrer Kommentare meinen Eindruck, den ich von ihnen gewonnen habe, bestätigen! Zum Leidwesen der meisten anderen Menschen scheinen Sie sehr Intolerant zu sein und Andersdenkende lieber zu diffamieren anstatt sich mit diesen Menschen auseinanderzusetzen bzw. auch deren Meinung gelten zu lassen!
juergen mueller:
Ich müsste mich eigentlich glücklich schätzen erfahren zu dürfen, dass es Menschen wie Sie gibt, die nie interpretieren, dafür aber aus dem Belehren nicht mehr herauskommen, was wie eine Zwangsjacke sein muss, deren Leben wohl nur aus Sachlichkeit und Objektivität besteht, Menschen, die andere, die nicht Ihre Meinung vertreten, in eine Schublade stecken und ihnen geistige Grundlagen unterstellen, die unsere Demokratie gefährden. Mein lieber Herr Klasen, nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich habe mein Leben lang mit Klugscheissern wie Ihnen zu tun gehabt und dies auch noch heil und geistig frisch überstanden u. mir meine persönliche, demokratisch verordnete Gedankenwelt erhalten. Und was mein Recht ist oder nicht, das können Sie selbst in Erfahrung bringen, wenn Sie sich einmal mit dem Wort Demokratie auseinandersetzen. Hierzu interpretiere ich z.B. WIKIPEDIA.
Uwe Klasen:
Her Mueller, Sie interpretieren anstatt sachlich und objektiv zu beurteilen! Es ist ihr gutes Recht ihre Ansichten bzgl. anderen Parteien kund zu tun, aber damit einhergehend ist es NICHT ihr Recht, Andersdenkenden etwas Vorzuwerfen was nicht ihrer persönlichen Gedankenwelt entspricht und dafür noch geistige Konstrukte zu bemühen die in dieser Art und Weise nicht existieren! Von welcher Partei werden die Autos der Mitglieder verbrannt oder die Hauswände ihrer Wohnhäuser (bestenfalls) mit Farbe beschmiert, welcher Partei werden regelmäßig die Büros zerstört? Das solche, undemokratischen (!), Handlungen, die auch auf solch geistigen Grundlagen wie z.B. ihren Kommentaren beruhen, wird die Demokratie MEHR gefährdet als durch die "AfD" oder "Die Linke"! Übrigens, eine direkte Demokratie, wie z.B. die, seit Jahrhunderten, funktionierende und sich daraus immer weiter entwickelnde Schweiz ist, entgegen ihren Ansichten, eine durchaus gute funktionierende Demokratie!
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