Allgemeine Berichte | 20.06.2016

Nach anfänglichem Bibbern und Bangen kam die Sonne zu „Jedem sayn Tal“ und mit ihr Tausende von Besuchern

Petrus ist ein Radler!

Startschuss am Sonntagmorgen um 10 Uhr in Selters mit den Bürgermeistern der beteiligten Kommunen.KER

Selters/Bendorf. 25 Kilometer autofreie Straße durch eins der idyllischsten Flusstäler der Region: Der Raderlebnistag „Jedem sayn Tal“ von Selters nach Ellenhausen, Deesen und Breitenau im Westerwaldkreis über Kausen und Isenburg im Kreis Neuwied bis nach Bendorf (Kreis Mayen-Koblenz) zog auch in diesem Jahr wieder Scharen von Besuchern an.

Schöne Erlebnisse entlang der Wegstrecke

Auf Fahrrädern, Inlinern, Tandems und mit Kinder- oder Hundeanhängern nahmen sie das Motto „Raderlebnistag“ wörtlich und sammelten auf Rädern oder Rollen schöne Erlebnisse entlang der Wegstrecke. Alle im Tal gelegenen Orte beteiligten sich mit Kinderbelustigungen, musikalischer Unterhaltung sowie einem reichhaltigen Essens- und Getränkeangebot an der Veranstaltung. Den Startschuss hatten am Sonntagmorgen in Selters die Bürgermeister Klaus Müller (Selters), Michael Merz (Ransbach-Baumbach), Michael Kessler (Bendorf) und Horst Rasbach (Dierdorf) nach einer ökumenischen Andacht auf dem Marktplatz gegeben. Nachdem der erste Schwung Radfahrer mit den Prominenten Selters verlassen und Kurs aufs Sayntal genommen hatte, unterhielt die Maxsainer Blaskapelle die Gäste auf dem immer voller werdenden Marktplatz. Hier hatte auch der Förderverein des Flohkindergartens Wölferlingen einen Stand, wo frisches Obst mit Schokolade überzogen wurde. Der Westerwaldverein bot Einkehr in eine Weinstube an, wie auch viele weitere kulinarische Angebote auf dem Platz zu finden waren, darunter auch Reibekuchen „nach Omas Rezept“.

Interkultureller Austausch

Dem interkulturellen Austausch widmete sich der Stand der jungen Chinesinnen Jinying Bohr-Bai und Li Wen. Zusammen mit Li Wens Söhnen Yu Xuan und Vincent informierten sie über die Arbeit des Vereins AECCEE, der den europäisch-chinesischen Kultur-, Bildungs- und Wirtschaftsaustausch zum Ziel hat. Der Verein wurde 2013 von Jinying in Selters gegründet. Hier wohnt sie auch mit ihrem Mann. Sie hat in Bochum studiert und lebt schon seit 16 Jahren in Deutschland. Sie sagt: „Unser Ziel ist die Förderung des Austauschs zwischen Deutschland und China in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht. Vor zwei Jahren konnte ich ein chinesisches Fernsehteam nach Selters holen, das anschließend in China über die IGS Selters und das Schulsystem in Deutschland berichtet hat.“ Aktuell betreut Jinying ein Projekt der Handwerkerschaft in Essen mit China und kümmert sich um Möglichkeiten, dass junge Leute aus China in Deutschland studieren können. Außerdem gibt sie seit sieben Jahren im Westerwald für die VHS Chinesischunterricht. Auf dem Stand beim Raderlebnistag boten die beiden jungen Frauen unter anderem leckere frisch frittierte Frühlingsrollen an.

In Selters hatte Heike Leonhart ihren Stand mit Deko- und Geschenkartikeln sowie Handarbeiten aufgebaut. Sie kommt aus Ellenhausen und ist zum dritten Mal als Anbieterin bei „Jedem sayn Tal“ dabei. Nach anfänglicher Skepsis wegen des kaltfeuchten Wetters am Morgen konnte sie sich über Umsatz durch zahlreiche Kundschaft im Verlauf des wärmer werdenden Tages nicht beklagen. Im Herbst will sie in Ellenhausen ein kleines Kunstlädchen mit Werkstatt eröffnen.

Bedeutung für Selters und die Region

Die Hoffnungen von Marion Meuer, der Touristik-Chefin der Verbandsgemeinde Selters, auf besseres Wetter im Verlauf des 23. Raderlebnistages erfüllten sich. Die Bedeutung des Raderlebnistages für Selters und die Region ist nicht zu unterschätzen: „Er zieht Leute hierhin, besonders von der Rheinschiene. Heute Morgen wurde mir berichtet, dass sogar aus Marburg Besucher gekommen sind. Auch aus dem Raum Altenkirchen kommen immer sehr viele Gäste. Viele informieren sich über den Westerwaldsteig und die sonstigen Freizeitangebote bei uns.“ Zum späteren Bühnenprogramm in Selters trugen - dem Charakter der Veranstaltung entsprechend - die Jazzband „Schräglage“ bei sowie die „Velo-Musiker“, die aus einem zum Pedalomat umgebauten Auto heraus musizierten.

Buntes Programm

Programm wurde auch auf dem Gelände der Gebrüder Freesemann („andersayn“) in der Saynstraße angeboten, mit der Ausstellung „Farbbotschaften“ von Sigrid Wilbois, mit Ponyreiten, einem Streichelzoo, der Sammlung „rare Unikate“ und Livemusik der Blues- und Rockband „Ohne Filter“. Derweil erwarteten bereits die saynabwärts liegenden Orte ihre Gäste mit besonderen Attraktionen. In Ellenhausen: Ponys bei der Therapiearbeit, Ziegen zum Streicheln, Kaffee und Kuchen, Getränke, Bratwürste und Steaks. In Deesen: Live-Musik der Chorgemeinschaft Haiderbach, Hüpfburg, Planwagenfahrten, frische Forellen und Fischgerichte der Angelfreunde Haiderbach sowie Softeis von Ludwig Freisberg. In Breitenau: Getränke und Imbiss der Familien Frank und Spang. In Kausen: Live-Musik der Rentner-Band aus Ochtendung, Kinderhüpfburg, original Kausener Döppekuchen, Gegrilltes und Getränke. In Isenburg: Mett- und Fleischwurst aus der Gulaschkanone, einer original NVA-Feldküche aus Baujahr 1962, Eis, Getränke, Kaffee und Kuchen, eine Hüpfburg sowie Infostände der VG Dierdorf und des Naturparks Rhein-Westerwald. In Bendorf-Sayn endete die 25-Kilometer-Tour. Hier erholten sich die Radler im schattigen Biergarten bei kühlen Getränken und der Live-Musik von Becker & Becker. Das Funkencorps Blau-Weiss der KG Sayn servierte selbstgemachten Kuchen, der am Nachmittag nahezu ausverkauft war. Über das große touristische Angebot in Sayn informierte Margret Heinrich von der Tourist-Information der Stadtverwaltung Bendorf: „Wir hatten heute extrem viele Besucher. Im Schlosspark, im Schmetterlingsgarten, in den Seitenstraßen in den Cafés, überall gehen und sitzen die Radfahrer. Heute Morgen hatte ich aufgrund des schlechten Wetters noch befürchtet, dass gar niemand kommt. Aber zum Glück hat sich das Wetter so gut entwickelt, dass wir jetzt mit der Resonanz sehr zufrieden sein können. Hier in Bendorf-Sayn fängt der Betrieb meistens etwas später an. Die Leute radeln morgens erst einmal los. Gegen Mittag füllt sich dann der Biergarten.“

Zahlreiche touristische Highlights

An touristischen Highlights hat Sayn viel zu bieten. Margret Heinrich beschreibt sie mit Begeisterung: „Der Kulturpark Sayn ist der Zusammenschluss der Sehenswürdigkeiten: Der Schmetterlingsgarten, der Schlosspark, das Schloss mit dem rheinischen Eisenkunstguss-Museum, die fürstlichen Salons im Schloss, die Burg Sayn und die Abtei Sayn, das Mühlenmuseum am Brexbach, einen rekonstruierten Römerturm am Limes, die Pfadfinderlager im Brexbachtal, der Kletterwald und zuletzt die Sayner Hütte, die ein Kunstwerk an sich ist.“ Auch über die Essener Industriellen-Familie Krupp, die zuletzt die Sayner Hütte betrieb und im Sayntal ihre Wochenenden verbrachte, weiß Margret Heinrich einiges zu erzählen. Unter anderem, dass eine Krupp-Tochter namens Waltraud in Bendorf-Sayn das Licht der Welt erblickte. Auch wegen seiner prädestinierten Lage an zwei Premium-Wanderwegen lockt Bendorf-Sayn viele Touristen an. Margret Heinrich schätzt, dass es im Jahr 200.000 sind. „Jedem sayn Tal“ trägt einiges dazu bei.

In Selters informierten die Chinesinnen Jinying Bohr-Bai und Li Wen über Kooperationsprojekte mit ihrem Heimatland.

In Selters informierten die Chinesinnen Jinying Bohr-Bai und Li Wen über Kooperationsprojekte mit ihrem Heimatland.

In Isenburg gab’s deftige Hausmannskost aus der Gulaschkanone. Die Feldküche stammt aus Restbeständen der Nationalen Volksarmee der DDR, Baujahr 1962.

In Isenburg gab’s deftige Hausmannskost aus der Gulaschkanone. Die Feldküche stammt aus Restbeständen der Nationalen Volksarmee der DDR, Baujahr 1962.

Die Mädchen vom Funkencorps Blau-Weiss der KG Sayn servierten selbstgemachten Kuchen.

Die Mädchen vom Funkencorps Blau-Weiss der KG Sayn servierten selbstgemachten Kuchen.

Axel Holl aus Maroth dufte mit zwei PS auf die Strecke.

Axel Holl aus Maroth dufte mit zwei PS auf die Strecke.

Startschuss am Sonntagmorgen um 10 Uhr in Selters mit den Bürgermeistern der beteiligten Kommunen. Fotos: KER

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  • Karl Matheis: Eine unendliche Geschichte, alle Beteiligten sollten mal darüber nachdenken, ob sie heute ein Haus bauen würden mit Plänen aus den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts! Bei Straßen wollen wir dies offensichtich machen.
  • Rainer Hohn: Wenn man um Cannabis so nen Wind machen würde, wie man hier unreflektiert und regelmässig den Alkohol feiert, würden sich alle wieder aufregen. Ein toxisches Nervengift, welches unter allen Drogen die meisten Toten zu verantworten hat.
  • illgen: was soll der mist dann . wenn sich jeder mal an die eigene nase packt dann würde es nicht da so gefährlich sein . auch die bussfahrer sollten sichmal sn die eigene nase packen und dort langsamer fahren.
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