Zahlreiche Bürger kamen zur Stadtratsitzung

Sinziger Rat stellt Weichen für Nahversorgungszentrum

19:12 Stimmen für das Projekt auf dem Rick-Gelände

19.05.2017 - 12:26

Die Weichen für das Nahversorgungszentrum auf dem Rick-Gelände scheinen gestellt. Am Donnerstag fasste der Sinziger Stadtrat mit 19:12 Stimmen den entsprechenden Grundsatzbeschluss und schickte das Projekt in die zweite Runde der Offenlage. Und dies in einer in jeder Hinsicht denkwürdigen Ratssitzung.

Bereits eine Viertelstunde vor Beginn waren alle Zuschauerplätze im Ratssaal besetzt. Eilends wurden weitere Stühle herbeigeschafft und viele Zuschauer verfolgten die Sitzung auch vom Foyer aus. Insgesamt rund 70 Sinziger - meist Gegner des Projekts- waren zur Ratssitzung gekommen.

Sinzig Trotz des sehr emotional besetzten Themas verlief die gesamte Sitzung übrigens sehr sachlich und diszipliniert. Bürgermeister Wolfgang Kroeger aber auch SPD-Fraktionschef Hartmut Tann ebenso wie FWG- Fraktionschef Friedhelm Münch hatten mehrfach angemahnt das Prinzip der demokratischen Mehrheit zu respektieren und akzeptieren. „Ein solches Mammutverfahren hat es in den vergangenen Jahrzehnten in Sinzig nicht gegeben“, hatte Bürgermeister Wolfgang Kroeger klargestellt. 36 Behörden hatten ihre Stellungnahmen abgegeben und 162 Sinziger Bürger ihre Bedenken fomuliert.

Alleine das Aktenpaket mit allen Unterlagen und Gutachten wiegt in ausgedruckte Papierform rund 3,5 Kilo.

Und dies hatten die Stadträte intensiv durchgearbeitet. Stadtplaner Thomas Lang hatte zu Beginn der Sitzung das Projekt und die Gutachten noch einmal mit den wichtigsten Eckdaten zusammengefasst.


Ein 13-Millionen Projekt


Sein Ergebnis: „Es gibt laut Gutachten keine gewichtigen Argumente gegen das 13 Millionen-Euro-Projekt“.

Immerhin haben 3.407 Sinziger per Unterschrift gegen das Nahversorgungszentrum Stellung bezogen. In zahlreichen Stellungnahmen der Ratsmitglieder wurde deutlich, wie hart man um die Entscheidung gerungen hatte. Dies kam auch bei den mehrheitlich enttäuschten Zuschauern an. Denn letztlich stimmte keine Fraktion geschlossen ab. Ausnahme waren die Grünen, deren vier Vertreter im Rat geschlossen gegen das Nahversorgungszentrum stimmten.

In der SPD hieß es nach knapp 2 Stunden Beratung 4:2 gegen das Projekt. Ein ähnliches Bild bei der FWG. Fünf Stadträte stimmten für das NVZ drei dagegen.

Gegenstimmen bei der FWG kamen auch von Sinzigs Ortsvorsteher Gunter Windheuser und Bürgermeisterkandidat Alexander Albrecht.

In der CDU-Fraktion überwog mit 9:1 das Votum der Befürworter. Dass CDU Stadtverbandsvorsitzender Franz Hermann Deres gegen das Projekt stimmen würde, stand ebenfalls geraume Zeit fest. Eine weitere Ja- Stimme gab es von FDP-Stadtrat Dominik Graf Spee.

Viele Stellungnahmen der Stadträte, die gegen das Projekt votierten, wurden aus dem Publikum mit lang anhaltendem Beifall bedacht. Allerdings verhielten sich auch die Zuschauer demokratisch sehr diszipliniert.

Wirklich neue Argumente kamen bei der Ratssitzung eher nicht. Martin Eggert (SPD) merkte an, dass jene 8 Prozent Kaufkraftabfluss, die in den Gutachten prognostiziert werden, für den verbliebenden Metzger und die beiden verbliebenden Bäckereien in der Innenstadt durchaus schon zu viel sein könnten. Mehrfach angemahnt wurde auch, dass man sich bereits jetzt mit der Weiternutzung der dann leer stehenden Gebäude von Edeka, Aldi und Rossmann beschäftigen solle.

Ein Abstimmungsmarathon blieb dem Ratsmitgliedern übrigens erspart.

Bürgermeister Wolfgang Kroeger nutzte die rechtlich einwandfreie Möglichkeit, über die Einwendungen in großen Blöcken abstimmen zu lassen. Bei allen Entscheidungen, so auch bei dem Antrag auf die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplanes, blieb das Abstimmungsergebnis gleich bei 19:12 Stimmen.

Das Thema Nahversorgungszentrum mit seinen 5438 Quadratmetern Verkaufsfläche wird den Rat allerdings weiterhin beschäftigen. Denn das Verfahren befindet sich wie gesagt nun in der zweiten Runde der Offenlage und weitere Grundsatzentscheidungen wie etwa die Verabschiedung des Einzelhandels und Zentrenkonzeptes stehen noch aus.

Nach der Abstimmung von Donnerstag steht aber wohl auch fest, dass die Mehrheit des Sinziger Stadtrates auch weiterhin für das Projekt votieren wird.

BL

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juergen mueller:
Glaubt man den Ausführungen zum Nachdenken von Herrn Klasen, dann wäre es allen CO"-Jüngern angeraten, auch an dieser radelnden Veranstaltung zum Klima- und Umweltschutz nicht teilzunehmen, denn nach seiner These trägt auch die Ausatemluft (nicht nur vorne), insbesondere bei Dauerbelastung zu einem erhöhten Ausstoß an CO2 u. damit zur Erderwärmung bei. Das müsste dann ja auch auf z.B. sexuelle Betätigungen zutreffen, oder? Also auch einstellen. Aber WAS ist mit UNSEREM Energieverbrauch (Fabrikmaschinen, Autos, Computer, Handys, Küchengeräte etc.)? Diese Energie wird erzeugt durch Verbrennung von Kohle, Öl, Gas = CO2. Wald- Grünflächen, die CO2 speichern, schrumpfen/verschwinden - mehr Ackerland u.Viehwirtschaft, da der Mensch weltweit immer mehr Fleisch isst = mehr Rinder/Schweine, die Unmengen von Methan-/Treibhausgas in die Luft rülpsen/furzen. Ich finde - wer radelt sündigt nicht u. wenn er dabei auch mal kräftig ausatmet oder ein Fürzchen lässt - der Umwelt wird`s nicht schaden.
juergen mueller:
D.h. Mensch oben/hinten weniger Ausatmen (durchschnittl.Gasausstoß ca.600 ml pro Tag lt. Atmungs- u. Blähungsanalyse). Auch die richtige Ernährung spielt hierbei eine wichtige Rolle, da Gas hauptsächlich aus Nahrungsmitteln erzeugt wird (unverdauliche oder Übermaß an Kohlehydrate u. Proteine, die nicht vom Dickdarm verarbeitet werden können (z.b. Bohnen, Pilze, Kohl, Zwiebel - das nennt man gärungsfähige Substanzen). Vegetarier produzieren u. stoßen übrigens mehr Gas als Fleischesser aus (sind sie deshalb mehr verantwortlich für den Klimawandel/Erderwärmung als Industrie u. Landwirtschaft?). Vorteil eines Vegetariers: Er hat nur leise, gleichmäßige Blähungen, dadurch einen losen Schließmuskel - man erkennt sie nur an dem Gestank, der vom Gärungsprozeß kommt. 2.Klimakiller KUH: HOCHLEISTUNGSKUH: 700 kg/täglich 50 Kilo Grün-/Kraftfutter = "3 Tonnen" - 1er BMW 128 Gramm pro gef.KM - bei 15000 KM jährlicher Ausstoß "2" To. Wozu da noch über zusätzliche CO2-Emmissionen nachdenken?
Uwe Klasen:
Für die CO²-Jünger zum Nachdenken: Der CO²-Gehalt der Ausatemluft liegt recht konstant bei 4 Prozent (40 Milliliter CO² / Liter). Und so können in Dauerbelastung (Sport, etc.) schnell 2.040 Kilogramm CO² pro Jahr nur durch Atmen produziert werden! Da es bislang keinen wissenschaftlichen Beweis für eine Erwärmung durch zusätzliche CO²-Emmissionen gibt, ist dies eine Propagandaveranstaltung für Gläubige!
Uwe Klasen :
Das ist der richtige Weg, so wie es derzeit ist, hier sei als schlechtes (Vorbild) Beispiel der Fraktionszwang genannt, kann es einfach nicht weitergehen! Das sollten endlich auch die Politiker in Bund und Ländern erkennen und entsprechende Regelungen für die aktive Mitbestimmung der Bürger in die Wege leiten! Vorbild Schweiz!
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