Erhebliche Schuldenreduzierung durch Einigung mit Hauptgläubiger

Frank Linnig ermöglicht TuS Koblenz erneut das Überleben

„Die Zeit der Alibis ist vorbei“

Frank Linnig ermöglicht TuS Koblenz erneut das Überleben

(Vl.) Frank Linnig, Arnd Gelhard, Präsident der TuS Koblenz, und Dirk Feldhausen bei der heutigen Pressekonferenz. Foto: TuS Koblenz

24.11.2017 - 14:34

Koblenz. Die TuS Koblenz kommt der finanziellen Gesundung ein großes Stück näher. Wie der Verein heute im Rahmen einer Pressekonferenz mitteilte, machte dazu Hauptgläubiger Frank Linnig den Weg frei. Schon seit 2011 hatte er häufig das Überleben der TuS durch umfangreiche Zahlungen ermöglicht. Einige Leistungen seien als rückzahlbare Darlehen gewährt worden. Für die wesentliche Summe von 795.000 Euro war danach eine Tilgung ab dem 1. Juli 2018 vorgesehen. Für ein weiteres Darlehen über 135.000 Euro habe Linnig die Rückzahlung bereits mehrfach gestundet.

Vor dem Hintergrund der vor allem infolge der unzureichenden Einnahmen derzeit angespannten finanziellen Situation war es für den Verein und den Hauptgläubiger absehbar, dass eine Rückzahlung der gesamten Schulden im vorgesehenen Rahmen nicht möglich ist, erklärte Dirk Feldhausen. Hinzu kam, so der Vizepräsident Finanzen weiter, dass die hohen Verpflichtungen von potenziellen Sponsoren und Unterstützern „immer wieder als wesentlicher Grund“ dafür angeführt wurden, dass ein Engagement bei TuS Koblenz gegenwärtig nicht darstellbar sei.

Um die TuS Koblenz 1911 e. V. aus diesem „Dilemma“ weitgehend zu befreien, habe sich Linnig nach intensiven und besonders für ihn schwierigen Beratungen letztlich bereit erklärt, eine signifikante Entschuldung des Vereins zu ermöglichen. Durch entsprechende Vereinbarungen verringere sich die Schuldenlast um insgesamt 650.000 Euro. Dieser Betrag müsse künftig nicht an Linnig zurückgezahlt werden.

„Für uns ist das ein Riesenschritt nach vorn“, betonte Arnd Gelhard. Der Präsident der TuS Koblenz weiß, wem er dafür zu danken hat: „Damit beweist Frank Linnig zum wiederholten Male, dass er für den Verein und seine Mitarbeiter Verantwortung übernimmt. Das ist in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich.“ Gleichzeitig mahnt Gelhard

aber auch: „Das ist nur der erste Schritt. Wir brauchen jetzt jeden Unterstützer und Sponsor, der bisher mit Hinweis auf die Schuldensituation ein Engagement aufgeschoben oder abgelehnt hat. Alleine der Wegfall der größten Schuldenlast bringt uns, so elementar er ist, leider noch keinen Euro mehr in die Kasse. Wir benötigen aber zusätzliche Gelder dringend, um die von uns erwarteten sportlichen Leistungen im Jugendbereich, aber auch bei der 1. Mannschaft erfüllen zu können.“

Linnig nutzte den Anlass, um seine Position klarzustellen: „Meine erneute und definitiv letzte Rettungsaktion verhindert aus heutiger Sicht ein für den Gesamtverein höchst gefährliches Szenario. Zugleich eröffnet sie der TuS Koblenz erstmals seit über einem Jahrzehnt wirklich konkrete Zukunftsperspektiven. Mein Verlust ist also die große

Chance für den Verein, die bisher zögernden möglichen Unterstützer beim Wort zu nehmen. Ich habe die Steilvorlage geliefert, die ‚finanziellen Tore‘ müssen nun andere schießen. Fest steht jedenfalls, dass die Zeit der Alibis vorbei ist.“ mit Blick auf die anstehende Mitgliederversammlung am 30. November fügte Linnig hinzu: „Ich bin

gespannt, wie sich die Leute, die sich in der Vergangenheit gerne an meiner Person abarbeiteten, in Kenntnis der Faktenlage diesmal verhalten.“

Vizepräsident Hans-Werner van Heesch verbindet mit dem nun erreichten kräftigen Abbau der Schuldenlast große Hoffnungen: „Mit der jetzt getroffenen Vereinbarung ist das oft zitierte ‚Fass ohne Boden‘ mit einem stabilen Fundament versehen. Die Füllung werden wir jetzt auch von denen einfordern, die uns in der Vergangenheit zugesagt

haben, im Falle einer weitgehenden Entschuldung auch als finanzielle Förderer bereitzustehen.“ Ähnlich sieht es Gelhard: „Die Region muss nun zeigen, dass sie

professionellen Fußball will. Das gilt sowohl für die 1. Mannschaft als auch für den Jugendbereich.“

Der abschließende Appell des TuSPräsidenten: „Wir sind hier schlicht auf Hilfe angewiesen. Die finanzielle Last muss künftig auf viele Schultern verteilt werden. Dabei

ist uns jeder Unterstützer willkommen, der der TuS im Rahmen seiner Möglichkeiten unter die Arme greift.“

Pressemitteilung TuS Koblenz

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Claus:
"Dabei legte der Bürgermeister auch dar, warum die VG-Weißenthurm einen solchen Aufschwung hat." Letztlich immer noch deshalb, weil man sich bei der Einrichtung des Gewerbegebietes nichts um die Bedenken aus Koblenz (und auch nicht unbedingt was um das geltende Recht, Planverfahren und so...) geschert hat. Damit hat man den Grundstein für die finanzielle Situation der heutigen Verbandsgemeinde gelegt, vielleicht nicht ganz fair, aber auf jeden Fall erfolgreich.
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