Breibandausbau Cochem-Zell

Bund bewilligt Fördermittel für Nacherschließungsmaßnahmen

Bund bewilligt Fördermittel
für Nacherschließungsmaßnahmen

V.l.n.r: Landrat Manfred Schnur, Bürgermeister Helmut Probst, Bürgermeister Alfred Steimers, Beigeordneter Thomas Welter, Bürgermeister Karl Heinz Simon. Foto: Privat

09.08.2017 - 13:51

Kreis Cochem-Zell. Der Breitbandausbau im Landkreis Cochem-Zell geht weiter. Dies ist die erfreuliche Nachricht, die Landrat Manfred Schnur den Bürgermeistern Helmut Probst, Alfred Steimers, Karl-Heinz Simon und dem Beigeordneten Thomas Welter, in Vertretung für Bürgermeister Albert Jung, nun im Kreishaus bekannt geben durfte.

Der Landkreis Cochem-Zell hatte sich, gemeinsam mit allen vier Verbandsgemeinden, für den 4. Call des Breitbandförderprogramms des Bundes zum Stichtag 28. Februar 2017 beworben. Wie nun der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, im Rahmen einer Pressekonferenzi in Berlin bekannt gab, wurde auch das beantragte Breitbandprojekt im Landkreis Cochem-Zell bewilligt. Nunmehr ist auch der vorläufige Zuwendungsbescheid im Kreishaus eingetroffen. Für notwendige Nacherschließungen erhält der Landkreis insgesamt 90 Prozent der zuvor in einer Machbarkeitsstudie der TÜV Rheinland Consulting GmbH berechneten sogenannte „Wirtschaftlichkeitslücke“ von rund 16,3 Mio. Euro für notwendige Nacherschließungsmaßnahmen. Von den rund 14,7 Mio. Euro trägt der Bund 60 Prozent (rund 9,8 Mio. Euro), 30 Prozent (rund 4,9 Mio. Euro) übernimmt das Land im Rahmen der Kofinanzierung. Eine entsprechende Kostenübernahmeerklärung liegt dem Landkreis bereits vor.

Landrat Schnur ist sehr zufrieden, dass der innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums erstellte Förderantrag auf Anhieb vom Bund bewilligt wurde. „Die hohe Förderquote von 90 Prozent ermöglicht es, nun auch die Bereiche mit hochleistungsfähigen Internetanschlüssen auszustatten, die über das Geschäftsmodell der „BIG“ wirtschaftlich nicht darstellbar waren. Eine hochleistungsfähige Breitbandinfrastruktur ist die Basis für die Umsetzung unserer Digitalisierungsstrategie und trägt wesentlich zur Attraktivität des Landkreises als Wohn- und Arbeitsstandort bei.“


Wie ist die Ausgangslage?


Cochem-Zell verfügt bereits über eine vergleichsweise gute Breitbandversorgung und liegt aktuell mit einer Versorgungsquote von 84,4 Prozent mit mindestens 30 Mbit/s über den durchschnittlichen Versorgungsquoten von Land (81,9 Prozent) und Bund (80,7 Prozent). Dies ist darauf zurück zu führen, dass man in Cochem-Zell sehr frühzeitig die Zeichen der Zeit und die Bedeutung von Breitband als unverzichtbare Infrastruktur erkannt hat und gemeinsam mit allen Verbandsgemeinden und weiteren Partnern im Jahr 2011 die „Breitband-Infrastrukturgesellschaft mbH“ (BIG) gegründet hat. Die BIG hat in einem eigenwirtschaftlichen Ausbau, ohne die Einbeziehung von Fördermitteln, innerhalb von rund vier Jahren eine flächendeckende Grundversorgung in allen 108 Ortslagen errichtet. Gemäß den damaligen Anforderungen wurde ein Ausbauziel von mindestens 16 Mbit/s durch Verlegung einer zukunftsfähigen Glasfasertechnik bis zum Kabelverzweiger (KVZ) umgesetzt.


Wo erfolgen die Nacherschließungen?


Der Bedarf an Bandbreiten nimmt stetig zu, wir befinden uns auf dem Weg in eine „Gigabit-Gesellschaft“. Mittlerweile fördern Bund und Land den Breitbandausbau massiv. Nach den Förderrichtlinien des Bundes sind „unterversorgte Bereiche“ alle Gebiete, in denen private Haushalte und Unternehmen nicht bereits mit mindestens 30 Mbit/s versorgt sind. Der Landkreis hat im September 2016 eine Machbarkeitsstudie beauftragt, um die „unterversorgten Bereiche“ in Sinne der Förderrichtlinie zu ermitteln. Dabei wurde gemäß den Förderbestimmungen auch ein sog. „Markterkundungsverfahren“ durchgeführt, bei dem die Telekommunikationsunternehmen ihre Ausbauplanungen für die drei nächsten Jahre melden mussten. Die gemeldeten Bereiche dürfen beim geförderten Ausbau nicht berücksichtigt werden. Gemäß dem Förderantrag umfasst das Ausbaugebiet rund 2.900 Anschlüsse, davon rund 100 gewerbliche Anschlüsse in derzeit unterversorgten Gewerbegebieten. Eine Konkretisierung des Ausbaugebiets erfolgt im Rahmen der Ausschreibung der Nacherschließungsmaßnahmen.


Was ist das Ausbauziel?


Alle im Ausbaugebiet erreichbaren Teilnehmeranschlüsse sollen flächendeckend mit einem Erschließungsgrad von 100 Prozent mit einer Übertragungsrate von mindestens 50 Mbit/s im Downstream und wesentlich höheren Upload-Geschwindigkeiten als bei Netzen der Breitbandgrundversorgung erschlossen werden. Zudem soll für 60 Prozent der Anschlüsse eine Übertragungsrate von mindestens 100 Mbit/s zur Verfügung gestellt werden. Unterversorgte Gewerbegebiete und öffentliche Einrichtungen (z. B. Schulen) werden mittels direkten Glasfaseranschluss (FTTB) angebunden. Die Erschließung der übrigen Anschlüsse erfolgt durch einen weiteren Ausbau der Kabelverzweiger (KVZ) vor Ort (FTTC), durch die Errichtung neuer KVZ und, sofern die Errichtung neuer KVZ aufgrund der geringen Anzahl an Teilnehmeranschlüssen unwirtschaftlich ist, direkt durch Glasfaser (FTTB).


Wie wird das Projekt organisiert?


Wie bereits bei der Grunderschließung über die BIG gehen die Verbandsgemeinden und der Landkreis das Thema „Breitband“ weiterhin gemeinsam an. Der nicht durch Fördermittel gedeckte Eigenanteil von 10 Prozent (voraussichtlich rund 1,63 Mio.Euro) wird nach dem „Solidarprinzip“ zu gleichen Anteilen auf die Verbandsgemeinden und den Landkreis verteilt, sodass jeweils ein Eigenanteil in Höhe von rund 326.000 Euro zu tragen ist. Die Zusammenarbeit erfolgt auf Basis eines öffentlich-rechtlichen Vertrages. Beim für den Ausbau gewählten „Wirtschaftlichkeitslückenmodell“ wird durch die Zuwendung eine etwaige Wirtschaftlichkeitslücke, die den eigenwirtschaftlichen Ausbau dieser Gebiete durch privatwirtschaftliche Betreiber bisher verhinderte, durch einen einmaligen Zuschuss geschlossen. Im Gegenzug muss der zukünftige Betreiber dann einen durchgehenden Betrieb über sieben Jahre (Bereitstellungsverpflichtung) gewährleisten.


Wie geht es weiter?


Die Vergabe der Nacherschließungen erfolgt auf Basis eines EU-weiten Vergabeverfahrens. Um keine Zeit zu verlieren, hat die Kreisverwaltung Cochem-Zell bereits parallel zum laufenden Antragsverfahren die hierzu erforderlichen externen Beratungsleistungen ausgeschrieben, sodass der Beratungsauftrag jetzt unmittelbar nach Erhalt des Förderbescheides vergeben werden kann. Für die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen wird ein Zeitraum von rund drei Monaten einkalkuliert, sodass die EU-weite Ausschreibung voraussichtlich spätestens im November 2017 veröffentlicht werden kann. Bis zum Abschluss des Vergabeverfahrens muss dann ein Zeitraum von mindestens einem halben Jahr einkalkuliert werden, sodass der Bauauftrag voraussichtlich zu Beginn des 2. Halbjahres 2018 erteilt werden kann. Die eigentliche Ausbauphase wird dann nochmals mindestens ein bis zwei Jahres in Anspruch nehmen.

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Cochem-Zell

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
 
Weitere Artikel

SV Urmitz 1913/1970 e.V.: Abteilung Fitness, Turnen und Tanz

Yoga für Kinder

Urmitz. Der SV Urmitz bietet ab Mittwoch, 6. September speziell Yoga für Kinder an. In der heutigen schnelllebigen Zeit ist es selbst für die Eltern manchmal gar nicht so einfach „tief durchzuatmen und Kraft zu tanken“. Wie ist es dann erst für die Kinder? Da ist zum einen der Drang nach Selbstbestimmung und Persönlichkeitsentfaltung, zum anderen aber auch der Wunsch den Anforderungen der Eltern gerecht zu werden. mehr...

Nachbarn „Auf der Dahr“ Kruft

Familientag

Kruft. Auch im Jahr 2017 möchte man die uralte Tradition der Vorfahren fortführen. Der gesellige Familientag der Nachbarschaft „Auf der Dahr“ findet am Samstag, 23. September, um 19 Uhr in der Gaststätte „Tenne“ statt. Die Mitwirkung mit einem Programmbeitrag zur Unterhaltung ist gerne möglich. Auch die Verlosung wird wieder mit Spannung erwartet. Wer dazu einen Preis stiften möchte, bringe diesen am Festtag mit. mehr...

SV Urmitz 1913/1970 e.V.: Abteilung Leichtathletik

Sportfest mit Seniorenwertung

Urmitz. Am Samstag, 2. September ab 13:30 Uhr veranstaltet die Leichtathletikabteilung des SV Urmitz ein Sportfest mit Seniorenwertung und offener Kreismeisterschaft für die Jugend U14/U16 auf dem Sportplatz in 56220 Urmitz, Kaltenengerser Straße. Ausgeschrieben sind die Wettkämpfe für Kinder U12 m/w über die 800 Meter Strecke und Jugend w/m U14 für Läufe über 75 und 800 Meter, Hoch-/Weitsprung und Kugelstoßen; Jugend U16 m/w für Läufe über 100 und 3000 Meter, Hoch-/ Weitsprung und Kugelstoßen. mehr...

Weitere Artikel

TuS Kettig: unnötige Niederlage zum Saisonauftakt

Treffer von Florian Groß kam etwas zu spät

Kettig. Das erste Pflichtspiel des TuS Kettig unter dem neuen Trainer Timo Theisen fand Zuhause gegen einen alten Bekannten statt. Zu Gast war der Gegner des letzten Meisterschaftsspiels in der vergangenen Saison, der VfR Koblenz. Trotz der Tatsache, dass sich beide Mannschaften durch die vergangenen Saisons gut kannten, agierten beide Teams zunächst etwas nervös, sodass Chancen auf beiden Seiten Mangelware waren. mehr...

TV 05 Mülheim erhält Unterstützung von Griesson

Neuer Sponsor für die Handballabteilung

Mülheim-Kärlich. Den Verantwortlichen der Handballabteilung des TV 05 Mülheim ist es gelungen, mit Griesson - de Beukelaer, speziell mit dem DeBeukelaer Factory Outlet im Mülheim-Kärlicher Industriegebiet, einen neuen Unterstützer für den heimischen Handballsport zu akquirieren. Das Familienunternehmen mit Hauptsitz in Polch ist einer der bedeutendsten Süß- und Salzgebäckhersteller in Europa und produziert... mehr...

Ehrenamtsinitiative „Ich bin dabei“

Reparatur-Café öffnet wieder

Andernach. Das Reparatur-Café der Ehrenamtsinitiative „Ich bin dabei“ öffnet am Freitag, 25. August, 14.30 Uhr, im Haus der Familie, Gartenstraße. Bürgerinnen und Bürger können ihre defekten Geräte wie Kaffeemaschine, Verstärker, Mixer, Fön oder Lampe zur kostenlosen Reparatur vorbeibringen. Werden Ersatzteile benötigt, so müssen diese natürlich bezahlt werden. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.andernach.de. mehr...

Weitere Artikel

Obst- und Gartenbau Verein Mülheim war auf dem Stadtfest vertreten

Krönung der neuen Kirschblütenkönigin

Mülheim-Kärlich. Bei den Obstanbauern ist die Zwetschgenernte in vollem Gange und doch erinnern sich die Besucher des Stadtfestes gerne an die Krönung der neuen Kirschblütenkönigin Marie I. Bei der Auswahl der Kandidatin waren auch der Obstbauring Koblenz, der Obst- und Gartenbau Verein Mülheim und der Obst- und Gartenbau Verein Kärlich beteiligt. Daher ließen es sich die ersten Vorsitzenden Thomas... mehr...

SR Monreal/Düngenheim/Urmersbach

Beginn der Saison

Region. Nach fast sieben Wochen Vorbereitung beginnt endlich die Saison für die Mannschaft um Trainer Thomas Schaefer. Nach einer guten Vorbereitung hat sich ein neuer, toller Teamgeist entwickelt, der nun auch zum sportlichen Erfolg führen soll. mehr...

Pfarrei Maria Himmelfahrt

Pfarrfest

Mülheim. Am Sonntag, 3. September ist es soweit und die Pfarrei Maria Himmelfahrt Mülheim feiert Pfarrfest. Los geht es um 11 Uhr mit einem Festhochamt. Im Anschluss daran gibt es rund um die Kirche ein buntes Programm für Jung und Alt. Neben Speisen und Getränken gibt es natürlich auch wieder das beliebte Nachmittagscafé im Pfarrheim. Über den ganzen Tag verteilt wird es zahlreiche Auftritte von verschiedenen Ortsvereinen geben. mehr...

gesucht & gefunden
Kommentare

Die Weltmeisterschaft naht

Cäsario Sonilinia:
Als zugezogener Nicht-Rheinbacher las ich in der Vergangenheit einiges über den Verein. Qualität wird hier ersichtlich gross geschrieben; Zeit für mich aus der Komfortzone zu gelangen und dort ein Probetraining zu absolvieren. Ansonsten - viel Glück auf der WM!!
Bernhard Mauel:
Hervorzuheben ist das unglaubliche Engagement der Schützen aus den rund 150 Nitztalern, die ein super tolles Wochenende hingelegt haben.Alle Achtung!!! Unser Land braucht tatkräftige Vereine, die wir unterstützen müssen um die Gemeinschaft zu stärken. Allen aus den Schützenfamilien ein herzlicher Dank.

Verlorenes Benzin löst Massenkarambolage aus

schneeifler:
Nicht richtig ! verlorenes Benzin in Verbindung mit Raserei löste Massenkarambolage aus ! Es wäre mir ja egal wenn die Raserei nur auf der Nordschleife stattfinden würde. Aber die Zufahrtstraßen und letzte Woche sogar die Innenstadt von Adenau werden zu Ersatzrennstrecken auserkoren. Insbesondere auf der Anreise und Abends wenn die Nordschleife geschlossen hat ! Die Polizei tut so oder ist tatsächlich hilflos- Kontrollen wenn überhaupt - nur Montagsmorgens bei den Pendlern ! Am Wochenende ist Feuer frei um und auf dem Ring ! Das spricht sich natürlich bei den Rasern rund ....
Regionale Kompetenzen

 
Service
Lesetipps
GelesenBewertet