Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK

CDU Mittelstandsvereinigung (MIT)

Quo Vadis Deutschland

80 Mittelständler nahmen am Neujahrsempfang mit Podiumsdiskussion teil

10.01.2017 - 08:50

Dernau. Einen interessanten Einblick in das Innenleben der CDU gab es beim Neujahrsempfang der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) im Culinarium der Weinmanufaktur Dagernova in Dernau. Insbesondere bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Quo Vadis Deutschland“ wurden die Bruchlinien innerhalb der Partei deutlich. Besonders was den Umgang mit der ungeliebten politischen Konkurrenz von der AfD bei der bevorstehenden Bundestagswahl betrifft, die ohnehin eines der beherrschenden Themen der dreistündigen Veranstaltung mit etwa 80 Mittelständlern aus dem ganzen Kreis Ahrweiler war.


Annäherung oder Abgrenzung?


Dazu gab es unterschiedliche Meinungen. Dabei war es besonders der MIT-Landesvorsitzende Gereon Haumann, der mit seinem Statement für Aufregung im Saal sorgte. „Die linken Medien wollen der CDU den Kontakt mit der AfD verbieten, wir lassen uns von den linken Medien in eine Ecke drängen, dass wir mit denen nicht reden dürfen“, war er erzürnt. „Aber wo sind die strategischen Machtoptionen der Union, wenn wir so weit in die Mitte rücken, dass rechts von uns eine Lücke entsteht?“ Die AfD sei schließlich zur Wahl zugelassen und in zahlreichen Landesparlamenten bereits demokratisch gewählt, deshalb müsse es für die Union auch eine Option sein, mit denen über eine Zusammenarbeit zu reden, plädierte er „gegen Denkverbote“. Insbesondere deren Landesvorsitzender scheine recht vernünftig zu sein. „Da können wir auch gleich mit der NPD reden, denn die ist schließlich auch zur Wahl zugelassen“, rief Ingrid Näkel-Surges empört dazwischen. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil konnte einer Annäherung ebenfalls nichts abgewinnen. „Ich bin froh, in einer Partei zu sein, die nicht am rechten Rand nach Stimmen fischt, und ich will auch keinen homophoben Wahlkampf machen oder den Paragrafen 218 neu diskutieren“, machte sie klar, dass eine Annäherung für sie keine Option sei. Wenn die CDU weiter nach rechts in die Nähe der AfD rücke, „dann wäre das nicht mehr meine Partei“, sagte sie unter dem Beifall vieler Besucher. Allerdings fürchtete sie, dass sich der russische Präsident Vladimir Putin in den Bundestags-Wahlkampf einmischen werde, wie er es bereits in Amerika getan habe. „Auch die CDU ist gehackt worden, die Ergebnisse werden im Wahlkampf sicherlich Verwendung finden“, war sie pessimistisch. Der MIT-Bundesvorsitzende Dr. Carsten Linnemann plädierte ebenfalls dafür, „die AfD überflüssig zu machen anstatt die noch zu stärken.“ Der Unternehmer Dr. Karl Tack (Rhodius-Mineralwasser) riet seinerseits dazu, von den Populisten zu lernen und die vorhandenen guten Argumente stärker zu emotionalisieren und nicht so oberlehrerhaft wie bisher aufzutreten. „Abgesehen davon: Lassen Sie den Quatsch, sich mit der FDP zu fetzen, die sind nicht unser Hauptgegner“, spielte er auf die Äußerungen des CDU-Generalsekretärs Peter Tauber an.


Zukunftsthema Industrie 4.0


Bei einem ganz wichtigen Zukunftsthema „wissen wir Deutschen noch nicht, wo der Hammer hängt, nämlich bei der Industrie 4.0. Darin ist kein einziges deutsches Unternehmen ausreichend aufgestellt“, fürchtete Tack. Hier spiele die Musik nicht mehr in Deutschland, sondern in den USA, in Tel Aviv und in Shanghai, weil man hierzulande die Zeichen der Zeit nicht erkannt habe. So gebe es einen eklatanten Fachkräftemangel im IT-Bereich und bei Programmierern auf allen Ebenen. Aber besonders erschreckend sei, dass die Universität Berkeley (USA) ein größeres Bildungsbudget besitze als die ganze Bundesrepublik Deutschland. In Vertretung des erkrankten MIT-Kreisvorsitzenden Elmar Lersch hatte zuvor sein Stellvertreter Werner W. Jung (Altenahr) die etwa 80 Gäste begrüßt. „2016 – gut, dass das Jahr endlich vorbei ist“, blickte er zurück auf ein von Terror geprägtes Jahr, das das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung massiv gestört habe. Populisten griffen diese Ängste auf und gäben vor, mit einfachen Parolen Lösungen bieten zu können, die aber der Realität nicht standhielten. Er verstehe nicht, dass es Bürger gebe, die erfolgreich seien und keinesfalls dem rechten Gedankengut anhingen, und dennoch von der CDU zur AfD wechselten.


Regionaler Rückblick


Detlef Odenkirchen, ebenfalls stellvertretender MIT-Kreisvorsitzender, übernahm den regionalen Rückblick. Nach wie vor gebe es drei Voraussetzungen für das Unternehmertum: eine Geschäftsidee, Selbstbewusstsein und Mut. „Denn ohne Selbstbewusstsein und Mut gibt es keinen ersten Schritt in die Selbstständigkeit“, wusste er. Die Mittelstandsvereinigung sehe sich als Bindeglied zwischen Politik und Unternehmen, wolle politisches Sprachrohr in beide Richtungen sein. Der Kreis Ahrweiler habe jedenfalls viel Potenzial, das bei Weitem noch nicht ausgereizt sei. Der MIT-Bundesvorsitzende Dr. Carsten Linnemann fand es im Kreis Ahrweiler „viel netter als gestern bei der CSU“, bei der die Stimmung an der Basis ziemlich schlecht sei. Viele Menschen machten sich Sorgen um die Sicherheit, das Klima im Land sei gespalten. „Die Menschen wollen eine Antwort darauf, wie es möglich sei, dass ein Anis Amri mit seiner Vorgeschichte frei in Deutschland und Europa herumlaufen und dann den Anschlag in Berlin verüben konnte“, schüttelte er den Kopf. Auch die Union müsse solche Probleme benennen und zur Lösung beitragen. „Wir dürfen die Dinge nicht schönreden und nicht totschweigen, aber auch nicht so schwarz reden wie andere Parteien.“


Inhaltliche Unterschiede herausstellen


Vor allem müsse die CDU die inhaltlichen Unterschiede zu den anderen politischen Gruppierungen stärker herausarbeiten, denn das sei bislang wenig bis gar nicht unterscheidbar. So erklärte er sich auch den Erfolg der AfD. Für 80 Prozent ihrer Wähler sei das Parteiprogramm völlig egal, sie wählten die AfD rein aus Protest gegen das „Establishment in Berlin“. Hier müsse die CDU Klartext reden und deutlich machen, wofür sie stehen. Die CDU müsse stehen für Mut zu Eigenverantwortung, zur staatlichen Ausgabendisziplin, zur Generationengerechtigkeit, zu den marktwirtschaftlichen Prinzipien und zum Honorieren von Leistung.

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
 
Weitere Artikel

Wählervereinigung Bürger für Meckenheim

Neue Wohnbauflächen für Meckenheim

Meckenheim. Meckenheim wächst erfreulicherweise und Bauland ist gefragt. Auch wenn viele Häuser nach und nach frei werden, in die in den 70er und 80er Jahren junge Familien gezogen waren, so besteht doch ein kontinuierlicher Bedarf an neuen Wohnbauflächen. Zuletzt wurde der erste Teil der nördlichen Stadterweiterung („Sonnenseite“) nördlich der Bahnlinie entlang der L 163 Richtung Flerzheim bebaut.... mehr...

Hochschulpreis der Wirtschaft 2017 verliehen

IHK Koblenz zeichnet praxisnahe Studienarbeiten aus

Koblenz. Wirtschaft trifft Wissenschaft: Fünf Studienarbeiten hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz jetzt mit dem Hochschulpreis der Wirtschaft 2017 ausgezeichnet. Im Rahmen einer Feierstunde überreichte Jens Geimer, Vizepräsident der IHK Koblenz, die Urkunden und Preise und vergab zusätzlich acht „Lobende Anerkennungen“. mehr...

Verein für Heimatpflege Adenau

Frühjahrsputz am Kreuzweg

Adenau. Mit Laubbesen „bewaffnet“ trafen sich fünf Mitglieder des Vereins für Heimatpflege am Samstag am Kreuzweg in Adenau. Hier hatte sich in den Wintermonaten so viel Laub auf dem Gehweg angesammelt, dass sich bei Regen das Wasser staute und nicht mehr richtig abfließen konnte. Vor allem sollte er vor der Osterzeit, wenn der Kreuzweg im Mittelpunkt steht, wieder gereinigt sein. Dass es den Kreuzweg,... mehr...

Weitere Artikel

Erstes Weinforum der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz in Kaiseresch

Da wo der Wald die Reben küsst, mundet auch der Wein

Kaisersesch. Natürlich hatten die Winzer von der Mosel beim ersten Weinforum der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz in Kaisersesch eine Art Heimspiel, wenngleich auch bekannte Weinerzeuger von der Ahr, dem Mittelrhein und der Nahe beim Eifel-Weinforum vertreten waren. Dies aus gutem Grund, sind diese Anbieter, ebenso wie zwei von der Mosel, doch allesamt Ehrenpreisträger/innen oben genannter Anbaugebiete, die sie jeweils für ihre herausragenden Weine erhalten haben. mehr...

Konzert in Knebels Scheune in Molzig

Marcel Brell brachte die Scheune zum Beben

Molzig. Schrill, zart, bunt, gefühlvoll, klangstark, still-zerbrechlich, laut – musikalische Farben sind die große Stärke und vielleicht das Markenzeichen von Marcel Brell. Der Sänger und Komponist begeisterte in Knebels Scheune mit den Songs aus seinem zweiten Album „Sprechendes Tier.“ Auf seiner Tournee hat er in Molzig Station gemacht und zusammen mit Schlagzeuger Fabian Stevens, Bass-Gitarrist... mehr...

RSV Rosenthalerhof

Übungen mit und ohne Pferd

Dünfus. Am Sonntag, 7. Mai, findet auf dem Rosenthalerhof bei Dünfus zum wiederholten Mal eine Sitzschule mit Margarete Gödel nach Eckart Meyner statt. Das Übungsprogramm sieht zuerst gymnastizierende Übungen ohne Pferd am Boden vor, im Anschluss daran mit Pferd. Die Übungen unterstützen besonders die Mittelposition des Reiters und wirken sich sowohl sehr positiv auf die Reiter- als auch auf die Pferdegesundheit aus. mehr...

Weitere Artikel

-Anzeige-Neuer Lidl-Markt entsteht in der Wilhelm-Conrad-Röntgenstraße

Eröffnung des neuen Marktbereichs noch vor Weihnachten 2017

Kaisersesch. Auf einer Gesamtgrundfläche von 16.000 Quadratmetern errichtet die Firma Lidl ab sofort in der Wilhelm-Conrad-Röntgen-Straße im Kaisersescher Industriegebiet einen neuen Einkaufsmarkt. Dieser wird eine Verkaufsfläche von 1400 Quadratmeter aufweisen und 30 Vollzeit- und Teilzeitangestellten einen Arbeitsplatz bieten. Fernerhin werden auf dem großzügigen Gelände noch zwei weitere Fachmärkte... mehr...

VG Kaisersesch präsentierte lehrreiches Theaterstück für kleine und große Leute

Gemeinsamkeit macht Spaß – Ausgrenzung macht unzufrieden

Urmersbach. Auf Einladung der Verbandsgemeinde und der Federführung von Marion Klein, waren einmal mehr die beiden versierten Kindertheater-Künstler Tammy Sperlich und Boris Weber im großen Saal vom Gasthaus Schmitz zu Gast. mehr...

Große Ehre für den Mann aus Kaisersesch

Wolfgang Palm erhielt das Verdienstkreuz am Bande

Kaisersesch. Für sein fortwährendes soziales Engagement und seinen Einsatz für benachteiligte Menschen wurde Wolfgang Palm aus Kaisersesch das Verdienstkreuz am Bande verliehen. In einer Feierstunde in Berlin überreichte die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, die auf ihren Vorschlag vom Bundespräsidenten verliehenen Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an Palm und weitere zwölf ehrenamtlich engagierte Personen. mehr...

gesucht & gefunden
Kommentare
Uwe Klasen:
Da die Stadt Koblenz, das Land Rheinland-Pfalz, die Bundesrepublik Deutschland und die EU im Allgemeinen sowie im Besonderen sonst keine Probleme haben, kann man sich mit solch einem "brennenden" Thema beschäftigen .......
 
Regionale Kompetenzen

 
Service
Lesetipps
GelesenBewertet